Trekking-Urlaub in Bolivien

Bergwandern Abenteuer in den Anden

Wandern in Höhenlagen der Anden

Bolivien – ein unbekanntes und unberührtes Land in Südamerika. Wer Einsamkeit und Stille sucht, ist beim Trekking-Urlaub in Bolivien
genau richtig.

Touristisch liegt Bolivien im Dornröschenschlaf. Umgeben von Argentinien, Peru, Chile, Paraguay und Brasilien verfügt das Land über keine Badestrände. 

 

Nur einzelne Abenteuerlustige, Rucksack-Wanderer, Bergsteiger
und Trekkingfreunde verbringen ihren Urlaub in den Anden,
am Titicacasee oder im Regenwald des Amazonasbeckens.

Grasende Lamas, Indios, schmale Wanderwege vor steilen Abgründen.
Schafzüchter, die Bergriesen der Kordilleren, Eismassen.
Blaue Gletscherseen und atemberaubende Landschaften.

Beim Trekking-Urlaub in Bolivien zeigt sich auf eindrucksvolle Weise der Charakter
des südamerikanischen Landes. Von geteerten Straßen, Fahrradwegen und von touristisch
ausgebauten Wanderwegen wie in Österreich oder Deutschland ist hier nicht zu sehen.
Abgeschiedenheit, raue Natur und Ursprünglichkeit
bestimmen das Landschaftsbild des Andenstaates.

 

Trekking zu Fuß im Hochgebirge von Bolivien
Ich werde Ihnen jetzt ein paar Wanderrouten in den Kordilleren vorstellen.
Beginnen werde ich mit einer relativ leichten Strecke. Geeignet auch für Hobbywanderer.


Bergwandern auf dem Choro-Trail

Der wohl bekannteste Wanderweg in Bolivien ist der Choro-Trail.
Vom Streckenprofil her ist er einer der leichtesten.
Praktisch jeder Trekking-Urlauber kann den Choro meistern.
Voraussetzung ist nur ein Minimum an Sportlichkeit.

Der Choro-Trail ist insgesamt ungefähr 45 km lang.
Die Bergwanderung läuft über 3 oder 4 Tagesetappen.
Nicht alles ist im Internet buchbar.
Wer in Bolivien wandern möchte, begibt sich in die Hauptstadt La Paz.
Dort findet man an jeder Ecke Angebote für geführte Gruppenwanderungen
in den Anden oder in der Amazonas-Tiefebene.

La Paz ist mit 3.600 m die am höchsten gelegene Hauptstadt der Welt.
Es liegt auf der Hochebene Altiplano. Die Luft dort oben ist schon ziemlich dünn.
Wer beim Trekking keine Probleme bekommen möchte,
sollte 2 oder 3 Tage in der Hauptstadt von Bolivien verbringen.
Damit der Körper sich auf die sauerstoffarme Luft gewöhnen kann.

Der Startpunkt des alten Choro-Inkaweges liegt nicht weit von La Paz,
im kleinen Ort La Chumbre. Zunächst geht es aufwärts bis auf 4.800 m.
Das ist der anstrengendere Teil der Trekkingtour.
Die Landschaft ganz oben ist etwas karg. Aber schön anzuschauen.
Die Gipfel der 6.000er bieten einen herzerfrischenden Anblick.

Vom 2. Tag an führt der Choro-Trail nur noch bergab. Von 4.800 m bis hinunter auf 1.300 m.
Mögliche Etappenziele sind Samana Pampa, Challapampa, Buena Vista,
Sandillani und Chairo. Je nachdem, wie lange man gegen Abend wandern will.
Wo man sein Zeltlager aufschlägt.

Beim Choro-Trek durchlaufen die Wanderfreude unterschiedliche Klimazonen.
Fürs Hochgebirge braucht man Pullover, lange Unterhose, Schlafsack und Sonnenschutz.
Von ca. 2.200 m Höhe abwärts beginnt dann die dicht bewachsene tropische Zone.
Dort herrschen warme Temperaturen.
Große Teile der Kleidung können nun im Rucksack verschwinden.

Beim Choro-Trek wird im Zelt übernachtet.
Campingplätze sind genügend vorhanden.
Befestigte Lodges hingegen so gut keine.

Da diese Strecke vergleichsweise leicht zu bewältigen ist, begegnet man unterwegs
durchaus auch anderen Wanderern. Der Choro-Trail eignet sich vorzüglich,
um sich an das Bergtrekking in Bolivien zu gewöhnen.
Um danach vielleicht schwierigere Aufgaben anzugehen.

 

Urlaubsland Peru
Inkas, Berge und koloniale Städte

 

Wandern auf dem Condoriri-Trek
Ungefähr 50 km nördlich der bolivianischen Hauptstadt La Paz liegt der Condoriri-Trek.
Um in dieser faszinierenden Bergwelt zurecht zu kommen,
muss man deutlich fitter sein als auf dem gemütlichen Choro-Trail.
Der Name des Treks leitet sich ab vom südamerikanischen Vogel Condor.
Leider ist er hier nicht mehr so oft zu sehen wie früher.

Fast jeder Wanderer hat in den Höhenlagen von Bolivien Coca-Blätter in der Hosentasche.
Coca ist leicht kokainhaltig (2 Prozent).
Bald nach dem Kauen der Blätter verspürt man eine stimulierende Wirkung.
In Maßen genossen ist das gesundheitlich völlig unbedenklich.
Es hilft ein wenig, wenn es in den Anden steil bergauf geht.
Für die Indios ist Coca dasselbe wie für die Amis der Kaugummi.

Der Condoriri-Trek geht über 4 Tage. Nach der Eingewöhnungszeit in La Paz
führt der Weg zunächst in Richtung Copacabana am Titicacasee.
Allein zu wandern ist relativ riskant.
Wer sich in der Abgeschiedenheit der Anden den Knöchel verstaucht, gerät in Lebensgefahr.
Nicht wegen wilder Tiere – Berglöwen oder Jaguare gibt es hier keine.
Sondern aufgrund niedriger nächtlicher Temperaturen.

Von der zweiten Etappe an (Tuni-Stausee) ist es ratsam, das Gepäck auf Tragetiere zu verladen.
Andernfalls wird es auf den steilen Wegen zu anstrengend.
Immer wieder fällt der Blick auf streunende Lamas, auf Hochgebirgsseen
und auf die weißen Gletschergipfel der Cordillera Real.
Nach dem Himalaya sind die Anden das zweithöchste Gebirge der Welt.

Am dritten Tag erreicht man in 5.200 m Höhe den Mirador-Pass. Das hört sich schrecklich an.
Die Tatsache, dass man bei 4.500 m gestartet ist, relativiert jedoch die Sache.
Endpunkt dieser Trekking-Reise ist der 6.000 m hohe Huayna Potosi.
Nur Bergsteiger werden dort hinauf klettern.
Der normale Gruppenwanderer geht am Fuß des Riesen entlang.

Am Ende der Strecke wartet ein Transporter oder ein Taxifahrer.
Um die Leute wieder hinunter ins Mittelgebirge zu fahren.

Für den Condoriri-Trek ist eine ausreichende Akklimatisationsphase in La Paz unerlässlich.
Andernfalls drohen Übelkeit, Höhenkrankheit und sogar Bewusstlosigkeit.
Verpflegungsstationen sind in dieser Höhe sehr selten.
Das Essen sollte man vorsichtshalber im Rucksack haben.
Wasser bekommt man reichlich an Bächen und Bergseen.


Takesi-Trek

Etwas gemächlicher als im Condor-Gebirge geht es auf dem 45 km langen Takesi-Trail zu.
Zwar führt die Trekkingstrecke zunächst bergauf.
Den weitaus größten Teil der Strecke läuft man aber talabwärts.
Sogar eine etwas unterdurchschnittlichen Fitness sollte für den Takesi ausreichen.

Ausgangspunkt der 3-tägigen Trekkingtour ist das Bergdorf Ventilla (3.200 m) –
östlich von La Paz. Das Landschaftsbild sieht zunächst etwas trist aus.
Kahle Berge und Hügel, kaum grüner Pflanzenbewuchs, geröllartige Schotterwege.

Hier oben braucht man auf jeden Fall feste Wanderschuhe.
Das Wetter kann in den Bergen schnell ungemütlich werden.
In den Rucksack gehören Wind- bzw. Regenjacke, ein wasserdichtes Zelt.
Oder zumindest eine Plane.

Bald hinter Ventilla lädt eine blaue Lagune zu einer Wanderpause mit Brotzeit ein.
Später führt der Weg hinauf zum Apacheta-Pass (4.800 m).
Der liegt höher als die höchsten Alpenerhöhungen Mont Blanc und Matterhorn.
Für bolivianische Verhältnisse bedeutet das aber „nur“ Mittelgebirge.

In dieser Abgeschiedenheit trifft man fast überhaupt keine Menschen mehr.
Auch keine Schafsbauern. Dafür hat man einen wundervollen Ausblick
auf schneebedeckte Bergspitzen der Kordilleren.

Im zweiten Teil des Takesi-Trails wird talwärts marschiert.
Im Tal des Rio Takesi kommen nun wieder kleine Dörfer in Sicht.
An Kiosken gibt kleine Snacks zu kaufen.
So mancher Bolivianer indianischer Abstammung verdient sich
ein paar Dollar mit den Bergtouristen.

Zum Einkaufen braucht man keine Spanischkenntnisse.
Wohl aber, wenn Sie den Ausführungen des bolivianischen Bergführers folgen wollen.
Er kann so manche Geschichte erzählen über alte Kulturen in der Region.
Und über Bergunfälle, die früher öfter vorkamen als heute.

Noch weiter unten endet der Takesi-Trek in den Yungas.
So werden in Bolivien urwaldartige Bergwälder genannt.
Sie liegen ungefähr auf 1.900 m Höhe.
Manchmal hängen dunstige Nebelwolken über dem Dschungelwald.
Man sieht nun auch Bergwiesen und Blumen. Man hört das Geschrei von Papageien
und anderen Tieren. Vögel schwirren durch die Luft.

In den Minen bekommen wir einen Eindruck, unter welch armseligen Verhältnissen
die Arbeiter in Bolivien ihr Tagwerk verrichten. In den Dörfern entdeckt der Wanderer
aus Europa, was die Gemütlichkeit eines Naturvolkes bedeutet.

Frauen und Zigarren rauchende Opas mit asiatischen Gesichtszügen sitzen mit Indiohüten
in der Sonne. Indianische Kinder spielen im Gras oder mit Haustieren.
Nicht nur 2-beinige Fußball-Lamas neigen zum Spucken (Rudi Völler fragen!).
Auch das vierbeinige Berglama der südamerikanischen Anden liebt es ab und an,
Menschen anzurotzen, um sie auf Abstand zu halten.

Die Indios leben gemütlich in den Tag hinein.
Die einen warten darauf, dass die Zeit vergeht. Glücklicherweise meist ohne Alkohol.
Andere sind mit dem Weben von Teppichen beschäftigt.
Oder mit dem Spielen auf der Panflöte. Eine Musik, die so typisch ist für die Andenwelt.

Schafe müssen versorgt werden.
So langsam und ereignislos verläuft das Leben in ländlichen Regionen von Südamerika.
Bolivien bildet da keine Ausnahme.

Auch wenn das Wandern in Richtung Tal eine vergleichsweise lockere Angelegenheit ist:
Die hohe Luftfeuchtigkeit der tropischen Bergregionen bringt jeden Trekking-Urlauber
zum Schwitzen. Vom Dorf Yanacachi aus (500 Einwohner) geht die Reise
mit altmodischen Jeeps oder Land-Rovern zurück nach La Paz.
Immerhin noch 50 Kilometer entfernt.


Trekking im Cordillera Real von Bolivien

Nun wird es wieder abenteuerlicher. Wir kommen ins Königsgebirge Cordillera Real.
In diesem Teil der Anden gibt es die meisten 6.000er Berge.
Ein Paradies für Bergsteiger, Trekking-Freunde und für Ruhe suchende Urlauber.

Dort oben locken einmalig schöne Landschaften:
Saubere Bergseen, Eisflächen und sogar ein Skigebiet.
Das Hochland der Cordillera Real wird eingerahmt durch die Berggletscher Huayna Potosi
(6.088 m), Parinacota (6.340 m), Nevado Illimani (6.462 m) und Sajama (6.540m).

Je nachdem, für welche Bergtour sich der Guide entscheidet,
sind verschiedene Trekkingtouren durchs Königsgebirge möglich.
Zu den beliebtesten Routen gehört der so genannte Goldweg (Camino del Oro).
Er führt an Stellen vorbei, wo früher nach Gold gegraben wurde.

Eine andere Route in den Cordillera Real beginnt in Sorota.
Mit 2.700 m liegt der Ort relativ niedrig.
Doch sehr schnell geht es über Serpentinenwege in luftige Höhen.
Der Höhenpass Abra Illampu liegt 4.700 m über dem Meeresspiegel.
Am Ende führt die Trekkingtour dann wieder bergab.

Wer sich im Bolivien-Urlaub auf die Königsetappe einlässt,
kann wunderschöne Bilder schießen.
Von tiefen Schluchten, Gletscherseen und schneebedeckten Berggipfeln.

Im Hochgebirge der Königskordilleren sind die Treks ähnlich anstrengend
wie auf dem Condoriri-Trail. Sowohl die Steigungen als auch die Höhenluft
oberhalb 4.000 m können einem Wanderfreund ganz schön zusetzen.

 

Reiseinfos über die Länder Südamerikas
Strände, Städte, Urlaubsaktivitäten

 

Tour de France in den Anden
Abfahrten mit dem Mountainbike sind körperlich zwar weniger anstrengend als wenn man
zu Fuß unterwegs ist. Dafür ist eine noch höhere Konzentration erforderlich,
um das Berg-Abenteuer heil zu überstehen.

In Bolivien gibt es vor allem eine berühmte Abfahrt, die es Mountainbike-Fans angetan hat:
Die so genannte Todesstraße (Camino de la muerte).
Auf dem wohl gefährlichsten Radweg der Welt sind schon etliche Radler tödlich abgestürzt.

Der 4-stündige Spaß über 70 km startet in der Hauptstadt La Paz.
Vorher sollte man nochmal gut essen und trinken.
Denn unterwegs bekommt man nichts zu kaufen.

Ziel der abenteuerlichen Radtour ist der Regenwald im Tiefland.
Die Bergstraße ist schmal und kurvig.
Kommt an der Biegung ein Auto oder Lkw entgegen (immerhin befinden wir uns
nicht weit von La Paz), kann es lebensgefährlich werden.

Ebenso bei Ausrutschern auf dem Geröllboden oder im Matsch.
Oder wenn man die Kurve nicht kriegt und den steilen Abhang hinunter stürzt.
Dann ist Hopfen und Malz verloren.
Geländer und Leitplanken sind nicht modern in Bolivien.

Es ist nicht ratsam die Todesstraßen-Rallye allein anzugehen.
Verletzungen und Unfälle sind immer möglich. Niemand weiß, wann der nächste
Mountainbiker oder Autofahrer vorbei kommt, um Erste Hilfe zu leisten.

Das Thema Bergsteigen in Bolivien werde ich in einem anderen Artikel behandeln.
Hier finden Sie schon mal ein paar Infos zum Bergsteigen.

 

Urlaub am Titicacasee
Der Titicacasee liegt mittig auf der Grenze zwischen Peru und Bolivien.
In einer Höhe von 3.800 m. Ausgangspunkt von Wanderungen rund um den See
ist der Ort Copacabana (5.000 Einwohner).
Wer einen so prominenten Namen trägt, muss doch etwas ganz Besonders sein.

Ganz so schlimm ist es nicht. Die kleine Stadt liegt auf einer Halbinsel im Titicacasee.
Man findet hier Unterkünfte.
Bevor man sich weiter macht in die Berge oder auf die Isla del Sol.

Die Sonneninsel kann mit Fug und Recht als ein Wanderparadies in Bolivien bezeichnet
werden. Auf den alten Inkawegen unterwegs, hat man superschöne Ausblicke
auf die Bergmassive der Königskordilleren.
Der Sage nach liegt der Ursprung der Inkakultur auf der Sonneninsel.
Bevor die Spanier kamen, huldigten die Ureinwohner hier ihrem Sonnengott.

Neben einer naturbelassenen Landschaft bilden die lange steile Treppe aus Naturstein
und diverse Inkatempel die besten Sehenswürdigkeiten der Sonneninsel.
Trotz der enormen Höhenlage von fast 4.000 Meter finden wir hier subtropische Gewächse
wie im Mittelmeerraum – Zypressen zum Beispiel.

Ebenfalls sehenswert am Titicacasee sind die schwimmenden Uruinseln.
Ein Relikt aus der Zeit als die Inkas bei einem Angriff
hinaus auf schwimmende Schilfinseln fliehen mussten.

 

Abenteuerurlaub im bolivianischen Amazonasbecken
Die Landschaftsbilder in Bolivien sind unwahrscheinlich abwechslungsreich.
Neben den hohen Gebirgszügen der Anden ist besonders das Flachland
in Richtung Amazonas zu nennen. Die Tiefebene macht 70 Prozent der Landesfläche aus.
Wem das Wandern im Hochgebirge nicht gefällt,
kann im Amazonasbecken die Tierwelt Südamerikas erleben.

Auch hier sei angeraten, dies in einer Reisegruppe zu tun.
Mit einem Führer, der sich im Dschungel auskennt.
Solche mehrtätige Urwald-Trekkingtouren können in verschiedenen Naturreservaten
Boliviens unternommen werden. Entweder zu Fuß oder mit einem Boot.

Im Einzugsgebiet des Amazonas erlebt der Urlauber exotische Vögel, Affen, Papageien.
Kaimane, Ameisenbären, Faultiere, Riesenschlangen, fliegende und beißende Fische.
Und mit etwas Glück den König des südamerikanischen Urwalds: den Jaguar.

Nicht weniger interessant ist die Urbevölkerung Amazoniens. Fern von jeder Zivilisation,
von Internet, Fernsehen und Smartphone hausen sie in primitiven Flussdörfern.

Im Gegensatz zu den Bergvölkern Boliviens leben die Indianer fast ausschließlich von der Jagd.
Dazu benutzen sie wie in der Steinzeit Speere, Pfeile und Bogen.
Zum Fangen von Fischen dienen geschickte Hände und primitive Angeln.
Die Indios in Bolivien leben in einer vollkommen isolierten und anderen Welt.

Bildquelle:
© subbotsky/ Fotolia.com.#113973970

 

 


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