Städtereise nach Prag – Touristenführer

Wenzelsplatz in Prag mit Reiterstatue und Touristen

Prag: Sehenswürdigkeiten
der goldenen Stadt

Prag gehört hinter London, Paris und Rom
zu den Städten mit dem höchsten Touristenaufkommen in Europa. Städtereisende aus aller Welt sind begeistert von den Sehenswürdigkeiten der tschechischen Hauptstadt.

 

Zum einen von den Moldaubrücken und den Bauwerken aus dem Mittelalter.
Aber auch zahlreiche Bauwerke aus der Habsburger-Zeit und aus den letzten beiden
Jahrhunderten lassen viele Touristen die Fotoapparate zücken.

Den Beinamen „Goldene Stadt“ verdient sich Prag wohl durch die Türme,
das tschechische Bier und wohl auch durch das Goldene Gässchen oben auf der Burg.

Eine gute Leitlinie, um Prag zu besichtigen, bildet der so genannte Königsweg.
Dieser führt die Städtereisenden vom ehemalig böhmischen Königspalast rechts der Moldau
über die Karlsbrücke hoch auf die Prager Burg.

Hier stelle ich Ihnen nun einige der beliebtesten Touristen-Attraktionen vor:

 

Wenzelsplatz
Ob Paris, Barcelona (Rambla), Berlin (Kudamm), London (Oxford Street)
oder Rom (Via del Corso): fast jede große europäische Metropole hat ihren Pracht-Boulevard.
Wer in Prag einkaufen oder einkehren möchte,
begibt sich am besten auf den Wenzelsplatz in der Prager Neustadt.

Nach der Erstellung wurde im Mittelalter hier zuerst mit Pferden gehandelt.
Davon ist heute nichts mehr zu sehen.
Unter den Linden des Platzes finden Städtereisende Straßencafés, Boutiquen und Läden.
Neben der Pariser Straße ist der Wenzelsplatz die Top-Einkaufsmeile der Hauptstadt.

So friedlich ging es hier aber nicht immer zu.
Fast in allen Zeiten seiner Geschichte wurde das tschechische Volk
von fremden Mächten beherrscht und unterdrückt.
Mal von den Österreichern, mal von den Deutschen, mal von den Russen.

Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings durch sowjetische Panzer (1968)
verbrannte sich ein Student auf dem Wenzelsplatz.
Damit wollte er der ganzen Welt zeigen, dass hier etwas überhaupt nicht stimmt.

Kommen wir zurück in die Gegenwart.
Auf dem Wenzelsplatz posiert die Reiterstatue des Heiligen Wenzel aus dem 10. Jahrhundert.
Daneben steht ein Denkmal an die Opfer des Kommunismus.
Rund um den Platz gibt es einige Hotels, ein McDonalds,
ein Nationalmuseum, Kinos und eine Kunstgalerie.

 

Prager Burg
Wer sich für die Geschichte Böhmens und Tschechiens interessiert,
sollte sich unbedingt aufmachen zur Burg auf dem Berg Hradschin.
Das Burgviertel ist neben der Marienburg bei Danzig
die größte christliche Befestigungsanlage der Welt.

Allerdings fing im frühen Mittelalter alles noch ganz klein an.
Nach und nach erweiterten die böhmischen Könige die Prager Burg.
Eine Verteidigungsmauer wurde gebaut. Im Burggelände entstanden Wohnviertel,
Wehranlagen, Kasernen und eine Kirche.

Wenn die Touristen den Anstieg geschafft haben,
werden sie belohnt mit einem schönen Ausblick auf die Altstadt von Prag,
den Wenzelsplatz, die Parkanlagen, die Moldaubrücken und auf die Inseln im Fluss.

Sehenswert auf der Prager Burg ist der alte Königspalast.
Berühmt wurde er, als im Jahr 1618 die protestantischen Ständevertreter
den katholischen König aus dem Fenster warfen.
Und damit den Dreißigjährigen Krieg provozierten.

Besichtigen Sie den Veitsdom und das ehemalige Frauenkloster.
Etwas gruselig sieht die Statue der halbverwesten Heiligen Brigitte aus.
Im ausgehenden Mittelalter stand die Goldschmiedekunst hoch im Kurs.

Die Habsburger-Kaiser wollten damit die leeren Kriegskassen sanieren.
Im Goldenen Gässchen auf der Prager Burg lebten daher auserwählte Alchimisten.
Ihre Häuser können besichtigt werden.
Die Gasse der Goldmacher besteht aus Kopfsteinpflaster.

 

Prager Altstadt
Das alte Stadtzentrum von Prag liegt rechts von der Moldau.
Es ist einer der Haupt-Anziehungspunkte für Städtereisen in Europa.
Hier ist ganz schön was los. Außerdem können in der Prager Altstadt
etliche historische Bauwerke bewundert werden.

Zentrum der Moldau-Metropole war schon immer das Rathaus und der Altstädter Ring.
Der Ring diente seit dem Mittelalter als Markplatz.
Da Prag zentral in Europa liegt, brachten die Händler Waren aus Deutschland,
Frankreich, Russland und sogar aus China in die wohlhabende Stadt Prag.

Heute lassen sich die Touristen an den Ständen gern von böhmischen Delikatessen
verwöhnen. In der Zeit nach dem Kommunismus konnte man
auf dem ältesten Prager Marktplatz spottbillig einkaufen.

Der Altstädter Ring diente einst als Hinrichtungsplatz.
Rund um den Platz stehen Jahrhunderte alte Bürgerpaläste.
Und die Statue des böhmischen Reformators Jan Hus,
der in Konstanz auf dem Scheiterhaufen endete.

Am Rande des Rings steht das Altstädter Rathaus. Besonders die astronomische Uhr,
der 70 m hohe Rathausturm und die auf einer Scheibe rund laufenden biblischen Apostel
verzücken Touristen aus aller Welt.

Zwischendurch sollte man sich in einem Restaurant eine Knoblauchsuppe,
Knödel mit Schweinebraten und ein kühles tschechisches Bier gönnen.
Bevor es weiter geht zum Pulverturm an der alten Stadtmauer.
Oder zu einem gemütlichen Spaziergang durch die engen Gassen.

Am Abend geht in der Prager Altstadt der Punk ab.
Touristen feiern mit Einheimischen in Bars, Discos und Nachtclubs bis weit nach Mitternacht.
Zu den angesagtesten Party-Locations des Prager Nachtlebens zählen die Disco Duplex,
die Lucerna Music Bar, der Techno-Schuppen Mecca und der Roxy Club.
Nicht zu vergessen die Rotlicht-Etablissements in der Prager Altstadt.

 

Karlsbrücke über die Moldau
Unter den Moldaubrücken ragt eine ganz besonders hervor.
Die Karlsbrücke ist die zweitälteste Steinbrücke in Europa.
Für viele Städtereisende gehört die Fußgängerbrücke zu den Top-Highlights von Prag.
Zur Sommerzeit passieren mehr als 30.000 Touristen
das steinerne Gebilde über die Moldau.

Kaiser Karl IV. – zuvor König von Böhmen, Deutschland und Italien –
ließ im 14. Jahrhundert diese imposante Brücke bauen.
Auf einer Länge von 500 m umfasst sie 16 Rundbogen.
Da Prag kaum in den 2. Weltkrieg einbezogen wurde,
blieb die Karlsbrücke original erhalten.

Überall auf der Brücke wimmelt es von fotografier-freudigen Touristen aus Europa,
China, Japan und den USA. Sie flanieren vom linken Moldauufer (Kleinseite) hinüber
in die Altstadt und zurück. Dazwischen bieten tschechische Maler Bilder und Portrait-Skizzen
an. Musikanten spielen auf. An den Ständen kann man Urlaubs-Souvenirs kaufen.

Zu den begehrtesten Fotomotiven auf der Prager Karlsbrücke gehören die Steinskulpturen
von Kaiser Karl, von zahlreichen Heiligen und die Brückentürme links und rechts.
Auf der Altstadtseite können Sie über eine Treppe den Turm hinauf klettern.
Ein alter Aberglaube besagt: wer mit den Fingern eine bestimmte Stelle
an der Karlsbrücke berührt, sieht einer glücklichen Zukunft entgegen.

 

Veitsdom in Prag
Über die Prager Burg habe ich schon berichtet.
Zu den meist besuchten Gebäuden im Burggelände zählt der Prager Veitsdom –
die größte Kirche in ganz Tschechien. Wenn man sich an der Moldau befindet,
sind die Türme des Veitsdoms ein deutliche Hinweis, wo die Prager Burg steht.

In diesem Dom wurden früher die böhmischen Könige inthronisiert.
Hier ist auch der wohl bedeutendste Monarch auf tschechischem Boden begraben:
Der aus Luxemburg stammende Karl IV.

Während seiner Regentschaft (Spätmittelalter) erlebte Prag seine kulturelle Blütezeit.
Da der Kaiser sehr viel bauen ließ.
Damals war Böhmen das Zentrum des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation.

Im Innern der Kirche können Sie das Mausoleum aufsuchen.
Die Wenzelskapelle erstrahlt in goldenem Licht.
Nebenan ist ein Raum, wo die böhmischen Kronjuwelen aufbewahrt werden.

Bemerkenswert sind die Lichterspiele innerhalb des Veitsdoms.
Die bunten Mosaiken im Fenster stellen die Schöpfungsgeschichte der Welt dar.
Sowie die Christianisierung der heidnischen Slawen im 9. Jahrhundert.

Nun sind solche Betrachtungen nicht jedermanns Sache.
Ein handfestes Vergnügen finden die Touristen sicher,
wenn sie auf den 100 m hohen Turm hinauf steigen.
Von dort hat man eine perfekte Aussicht auf die Sehenswürdigkeiten der Prager Innenstadt:
den Moldaubogen, den Prirodni-Park, das tanzende Haus und die Karlsbrücke.

 

John Lennon Mauer
Während in Berlin die Mauer als Todesstreifen in die Weltgeschichte einging,
bleibt die Prager Mauer für immer als Symbol der friedlichen Revolution
in Tschechien in Erinnerung. Und das kam so:

Die Boy-Group der Beatles sangen nicht nur über Liebe, schöne Frauen,
Liebeskummer und Leidenschaft. Sondern auch über Freiheit und Frieden.
Besonders der in Liverpool geborene Pilzkopf John Lennon hatte die Zeichen der Zeit erkannt.
Schon etliche Jahre bevor in Deutschland die Friedensbewegung entstand.

Die unter dem kommunistischen Regime besonders leidende tschechische Jugend
saugte Freiheitslieder aus dem Westen nur so auf.
Eines Nachts im Jahr 1980 fasste sich ein junger Prager ein Herz.
Er nahm seine Graffiti-Spraydose.
Und malte den Kopf seines Vorbildes John Lennon an eine lange Häusermauer.
Damit wurde eine friedliche Revolte gegen das verhasste System in Gang gesetzt.

Schon nach kurzer Zeit entdeckten andere Jugendliche und Studenten, was hier vor sich ging.
Auch sie sprayten – immer in Gefahr, von der Polizei entdeckt zu werden –
nun ihre Bilder, Sprüche, Freiheits-Zitate und Kunstwerke auf die Prager Mauer.

Heute ist der Kopf des Beatles nicht mehr zu sehen.
Zu viele Menschen haben sich hier schon mit Farbspraydosen-Kunst verewigt.
Viele Touristen wissen vielleicht gar nicht um den Hintergrund dieser Geschichte.

Ermordet wurde John Lennon am 8. Dezember.
Just an diesem Tag startet die Prager Jugend einen Gedenkmarsch für ihr Idol,
seine Lieder und die Freiheitsbewegung der 80er Jahre.

 

Moldauinsel Kampa
Eigentlich ist es gar keine richtige Insel.
Denn nur der kleine Teufelsbach trennt sie vom Prager Festland.
Die Häuser auf diesem Mini-Eiland sind – wie in Venedig direkt am Wasser gebaut.
Das sieht alles sehr schön aus. So gilt Kampa als eine der schönsten Flussinseln der Welt.

Was die Touristen besonders erfreut, sind die urigen Wassermühlen auf Kampa.
Wie überall in Europa, so wurde auch hier in der Vor-Elektrizitätszeit
Getreidekorn mit Wasserkraft gemahlen.

Der Teufelsbach verdankt seine Bezeichnung einer tschechischen Legende.
Eine Hexe soll im Mittelalter hier gehaust haben. Wer weiß, ob es wahr ist.
Wie wir wissen, haben die christlichen Kirchen eine Zeit lang jeden Dritten der Hexerei
bezichtigt. Vor allem Menschen, die eigenwillig, selbstbewusst oder begabt waren.

Die Kampa-Insel ist nicht sehr groß. Sie hat einen Grünbereich.
Eine gute Gelegenheit, sich auszuruhen oder einen Spaziergang am Moldau-Ufer entlang
zu unternehmen. Oder sich zu Kaffee und Kuchen niederzulassen.
Neben den Wassermühlen steht auf der Insel noch ein kleines Kunstmuseum.

 

Das „tanzende Haus“ in Prag
Prag besteht nicht nur aus historischen Sehenswürdigkeiten wie Burg, Barockbauten
und mittelalterlichen Kirchen. Nach der Wende hat die moderne postkommunistische
Architektur an der Moldau Einzug gehalten.
Ein Beispiel dafür ist das futuristische Gebilde Tancici dum – das tanzende Haus.

Neben dem Vaclav Havel-Haus hat kurz vor der Jahrtausendwende
der amerikanische Architekt Frank Gehry ein Gebäude mit einer geschwungenen Fassade
bauen lassen. Dabei dachte er an ein tanzendes Promi-Paar.

Die 1995 verstorbene Ginger Rogers tanzt wie im Film im schwingenden Rock
mit dem großen Fred Astaire. Mit etwas Fantasie kann man sich beim Anblick
des krummen Glasgebäudes dieses Bild sogar vorstellen.

Ein Foto dürfte das tanzende Haus allemal wert sein.
Wenn Sie noch mehr Lust auf Prag haben, dann benutzen Sie den Aufzug.
Ganz oben versorgt eine Bar und ein Restaurant die Touristen mit Essen und Getränken.
Dabei hat der Städtereisende einen 360 Grad Rundumblick auf die Moldau,
den Wenzelsplatz, die Kinsky Gärten, den Campingplatz
auf der Moldauinsel Cisaraks Louka und das Mosaikhaus von Prag.

 

Prager Nationalgalerie – ein Muss für Kunstliebhaber
Unsere kleine Stadtrundfahrt durch Prag nähert sich dem Ende.
Auf der rechten Moldauseite – zwischen der Prager Kunstgalerie
und dem Jüdischen Museum – befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit,
die sich Städtereisende nicht entgehen lassen sollten: die tschechische Nationalgalerie.

Im Sternbergpalast und im Messepalast zeigt die Nationalgalerie moderne Kunst.
Dazu zeitgenössische Werke böhmisch-mährischer,
slowakischer und berühmter ausländischer Maler und Bildhauer.
Und nicht zuletzt antike Werke aus der Zeit der Römer und Griechen.

Zum Beispiel das Bild „Rosenkranzfest“ von Dürer.
Auch Gemälde so prominenter Künstler wie Gauguin, Rubens, Goya, Rodin und Rembrandt.
Wer ein Auge hat für ausdrucksstarke Bilder, wird sicher zufrieden sein.

Touristen finden in der Moldaustadt weitere sehenswerte Ausstellungshäuser:
‚Das Kommunismus-Museum, das Technische Museum, das Franz Kafka Museum,
das Mucha Museum, das Smetana-Museum, das Biermuseum.
Und das Apple-Museum – eine Dokumentation der Computergeschichte
vom Apple I über den Mac bis zum iPhone.

Bildquelle: © dimbar76 / Fotolia.com. #116960429

 

 


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