Sind Discounter-Reisen billiger? | Urlaubsreisen

Sind Discounter-Reisen billiger?

Preisvergleich: Billig-Urlaub über Discounter?

Sonderangebote für Milch, Salz, Kaffee und Butter.
Tiefstpreise für Brot, Schokolade und Getränke.
Discounter wie Rewe, Aldi, Kaufland und Penny haben mit billigen Lebensmitteln
den Tante Emma-Laden langst vom Markt verdrängt.

Doch wie sieht es mit den Reiseangeboten aus?
Ist der Urlaub auf Mallorca, Teneriffa, Kroatien oder Zypern bei Discountern
wirklich so günstig, wie es angepriesen wird?

Wo soll man heute seinen Urlaub buchen? Der klassische Weg ist das Reisebüro.
Seit einiger Zeit kann man auch über das Internet buchen:
Entweder direkt bei den Reiseveranstaltern: TUI, Neckermann, Thomas Cook usw.
Oder über spezielle Buchungs- und Vergleichsportale wie Check24.de.

Seit einigen Jahren entdecken sogar große deutsche Discounter
den Reisemarkt als Einnahmequelle.
In den Supermärkten liegen Reiseprospekte mit Schnäppchen-Angeboten aller Art.
Die Pauschalreisen sollen super-billig sein.
Doch kann man diesem Versprechen wirklich trauen?

Eine Verbraucherzentrale machte einen stichprobenartigen Preisvergleich.
Untersucht wurden die Preisunterschiede verschiedener Reisearten
zwischen Discountern und echten Reiseunternehmen (= Studie 1).

Man wollte durch einen Preisvergleich herausfinden:
Sind die Reiseangebote der Supermärkte wirklich billige Schnäppchen?
Oder nur Augenwischerei für Dummies?
Studie 2 vergleicht die Urlaubsziele der Discounter untereinander.

Wichtig für die Bewertung eines Reiseangebots ist natürlich der Preis.
Aber das ist nicht alles.
Was nützt es, wenn der Karibik-Urlaub nur 1.500 Euro kostet?
Sie haben jedoch keinen Ansprechpartner für Rückfragen.
Sie können weder über E-Mails noch über eine Hotline bestimmte Unklarheiten bereinigen.
Auch dieser Gesichtspunkt muss in die Gesamtbewertung eines Discounters mit einfließen.

Hier das Resultat der aktuellen Analyse – basierend auf 2 unabhängigen Studien.

 

Urlaub am Strand:
Preisvergleich Aldi mit Reiseveranstaltern

Hier hat Aldi klar die Nase vorn. Nur in einem Fall bietet ein Reiseveranstalter
den Mittelmeer-Urlaub minimal günstiger an als der Discounter-Riese.
Davon abgesehen beträgt der Preisvorteil bei Aldi im Schnitt satte 15 Prozent.

Bei einer Ausweitung des Preisvergleiches auf insgesamt 12 Reisen
bietet Aldi in 8 Fällen günstiger an als der jeweilige Reiseveranstalter.
3 mal steht es Remis. Nur einmal verliert Aldi.


Studie 2: der Discounter-Vergleich

Komischerweise stehen die Preise innerhalb der Discounter-Liga gar nicht so gut da.
Aldi hat von allen 5 Lebensmittel-Vertreibern die höchsten Preise beim Strandurlaub.
Den letzten Platz belegt Aldi
bei der Kundenzufriedenheit.
Wer Infos einholen will zum Ablauf der Reise, hat Pech gehabt.
Keiner scheint zu wissen oder wissen zu wollen, was Sache ist.

Im internen Discounter-Vergleich kann Aldi eigentlich nur bei der Menge
der Reiseangebote punkten. Die Tester von Studie 2 hatten die Auswahl zwischen 80 Reisen.
Das ist doppelt so viel wie bei den meisten anderen.

Aldi setzt nicht nur auf Pauschalreisen, sondern auch auf Kreuzfahrten und Familienurlaub.
Dort kann eigentlich jeder etwas finden.

 

Wie schneidet Lidl bei Fernreisen ab?
Bei diesen Trips geht es zu außereuropäischen Urlaubszielen.
Es sind 1 bis 2-wöchige Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate,
nach Lateinamerika und Südostasien.

Einmal verliert Lidl den Preisvergleich gegenüber TUI, Neckermann und Thomas Cook.
Bei den beiden anderen Fernreisen ist der Discounter billiger als die 3 Reiseunternehmen.
Ähnlich klar wie Aldi oben beim Badeurlaub.

Ein noch besseres Resultat ermittelt die Verbraucherzentrale,
wenn sie den Preisvergleich auf 12 Reisen ausdehnt.
Denn 9 mal kann Lidl billiger anbieten als echte Reiseveranstalter.


Test-Studie 2 über Lidl

Lidl könnte beim Discounter-Vergleich als Gewinner hervorgehen,
wenn der Kundendienst nicht so dürftig wäre.
Wenn der Urlauber Details über das Hotel oder was auch immer haben will,
wird er lieblos abgewatscht. Lidl weiß von nichts, der Reiseveranstalter schickt ihn zu Lidl.
So dreht man sich im Kreis. Klare Minuspunkte für Lidl im Service.

Was die Anzahl der Reisen angeht, steht der Discounter deutlich besser da
als beim Kundendienst. Nur Netto und Aldi haben noch mehr aufzuweisen.

Preislich sind die Lidl-Reisen Spitze.
Nirgendwo sonst bei dieser Testreihe liegen die Kosten für Urla
ubsreisen niedriger.
Das bestätigt das Ergebnis der ersten Studie oben.

 

Test-Ergebnisse von Rewe-Reisen
Bei Studie 2 hinterlässt Rewe den besten Eindruck aller Discounter.
Zwar werden nicht so furchtbar viele Reisen angeboten.
Nordamerika
, Südamerika und Mallorca finden überhaupt nicht statt.

Dafür hat Rewe ein Herz für die Belange für seine Kunden. Der Service ist Top.
Wer sich über Einzelheiten einer Reise informieren will, hat keine Probleme.
Preislich fällt Rewe nicht weiter auf. Manch andere Discounter sind billiger, andere teurer.

 

Kreuzfahrten: Kaufland-Reisen im Test
Eine Schiffsreise geht von Brasilien aus über Portugal nach Hamburg.
Kaufland liegt 5 Prozent über dem Preisangebot eines Reiseveranstalters.
Bei der Adria-Rundreise liegt der Discounter um lasche 20 Euro
unterhalb des Konkurrenten. Gesamtfazit: Unentschieden.

Wenn die Verbraucherzentrale 10 Reisen vergleicht, ergibt sich ein ähnliches Bild.
Kaufland gewinnt den Preisvergleich 5 mal.
In der 2. Studie (unter Discountern) wurde Kaufland leider nicht mit einbezogen.

 

Sind Netto-Reisen zu empfehlen?
Beim Preisvergleich mit den Reiseveranstaltern schneidet Netto mittelmäßig ab.
Ebenso in Studie 2, wo die Lebensmittelhändler miteinander verglichen werden.

Netto ist Top bei der Vielfalt der Reisen.
Der Discounter bietet doppelt so viele Trips an als Lidl. Und 3 mal so viel wie Rewe.
Allerdings fehlen auch hier Übersee-Reisen.
Pauschalreisen im Bereich Europa sind reichlich vorhanden.

So könnte Netto die Discounter-Konkurrenz klar hinter sich lassen.
Wenn der Service nicht so hundsmiserabel wäre. Da hilft kein Anrufen und kein Mailen.
Netto fühlt sich nicht zuständig für Rückfragen.
Preislich liegen Netto-Reisen auf mittlerem Niveau.

 

Preisvergleich: wie billig sind Penny-Reisen?
Penny hat einen fast so schlechten Hotline-Service wie Netto.
Dafür liegen die Urlaubskosten niedriger. Ungefähr im Bereich von Lidl und Rewe.
Für das insgesamt schlechte Abschneiden von Penny ist nicht zuletzt
das niedrige Reiseangebot verantwortlich.
Oft handelt es sich um Städtereisen und Erholungsurlaube am Strand.

 

Fazit der Preisvergleiche 
Stiftung Warentest gibt folgenden Tipp:
Blindlings einen Urlaub zu buchen, macht keinen Sinn.
Wer echtes Geld sparen will, muss einen Preisvergleich zwischen Discounter-Reisen
und den großen Reiseveranstaltern anstellen.
Man sollte auch klären, ob und auf welchem Weg man Rückfragen stellen kann.

Einen guten Überblick geben die Urlaubs-Vergleichsseiten Expedia.de, Opodo.de,
Ab-in-den Urlaub.de usw. Sie filtern die günstigsten Reisen aus.

Ebenfalls tauglich sind in diesem Zusammenhang Bewertungsportale
wie Holidaychek und TripAdvisor. Dort erfährt man von anderen User
etwas über die Zufriedenheit mit Discountern und den dahinter stehenden Reiseveranstaltern.

 

Der Discounter-Trick mit der Reisevermittlung
Für jeden Geschmack und jede Altersgruppe gibt es verschiedene Reisearten.
Kurzreisen übers Wochenende nach Berlin, günstige Pauschalreisen zu den Kanaren,
Kreuzfahrten im Mittelmeer oder in der Karibik.

Dazu abenteuerliche Reisen nach Asien, Australien oder Afrika.
Strandurlaub in Südeuropa, Trekkingreisen in Südamerika.
Die Vielfalt der Angebote ist schier unerschöpflich.
Da kann man leicht die Übersicht verlieren.

Auch Reisevermittler gibt es wie Sand am Meer.
Meist versuchen Sie, über eine Webseite Reisen, Flüge und Hotelbuchungen
an den Mann zu bringen. Das ist nicht schlecht.
So erhält man viel schneller als im Reisebüro einen Überblick über Reiseziele und Preise.

Wie funktionieren die Urlaubs-Angebote der Discounter?
Aldi, Lidl, Rewe, Tchibo und Konsorten treten nur als Vermittler auf,
wenn über ihre Prospekte eine Reise verkauft wird.
Wenn Kunden einen Urlaub buchen, kassieren die eine Provision.
Der eigentliche Organisator ist und bleibt der Veranstalter von Reisen.

Nicht jede Billigreise, die als Schnäppchen beworben wird, ist tatsächlich günstig.
Zwar bekommen die Discounter als Großabnehmer von Reisepaketen
bei den Veranstaltern erhebliche Rabatte.
Das Problem ist nur, dass Sie diesen Preisnachlass nicht immer an den Verbraucher
weiter geben. Sondern das Geld gern selbst in die Tasche stecken.

Aus dieser Sicht gesehen ist also große Vorsicht geboten bei den ach so günstigen Reisen
der Supermärkte. Bevor Sie einen Buchungsvertrag bei Aldi oder Kaufland unterzeichnen,
sollten Sie die Preise für das gleiche Reiseziel online bei verschiedenen Reiseveranstaltern
aufrufen, notieren und mit dem Angebot der Discounter vergleichen.

Nicht selten werden Sie dabei feststellen:
das Preisniveau der Lebensmittelhändler ist keineswegs günstiger
als die Standard-Angebote der Reiseportale.

Zu Beginn der Reisewelle im Discounter-Bereich (vor 10 Jahren) sah das noch anders aus.
Heute versuchen die Verkaufsketten immer mehr, mit angeblich billigen Scheinangeboten
den Konsumenten für dumm zu verkaufen.

 

4 mögliche Haken bei Discounter-Reisen
Es gibt weitere Aspekte, die den als billig deklarierten Urlaub im Nachhinein teurer machen.
Wir kennen dieses Prinzip z.B. vom Billigflieger Ryanair her.
Jeder kleine Sonderwunsch, jedes Ausscheren vom Standard-Angebot
verteuert die Flüge erheblich.


Reise findet nicht statt

Ärgerlich ist auch die Tatsache, dass bestimmte Reisen der Discounter einfach
ins Wasser fallen. Weil sich nicht genügend Teilnehmer melden.
Dann haben Sie den Urlaub im Betrieb beantragt. Schauen aber am Ende in die Röhre.

Nun müssen Sie zusehen, wo Sie woanders noch ein Last-Minute-Angebot erwischen.
Oder Sie verbringen den Urlaub am nächsten Baggersee.


Mögliche Zusatz-Kosten

Der angezeigte Preis in den Reiseprospekten von Aldi, Kaufland und Rewe
ist nur das Grundfundament aller Reisekosten.
Nicht berücksichtigt sind dabei Extra-Kosten für Visa, Besichtigungen, Eintrittstickets usw.

Entscheidend ist letztendlich der Gesamtpreis.
Deshalb sollte man sich im Prospekt ansehen, welches Unternehmen die Reise veranstaltet.
Dessen Webseite aufrufen. Und dort nach Zusatzinfos suchen.


Last-Minute-Angebote

Oft handelt es sich um Reise-Veranstaltungen, die noch nicht ausgebucht sind.
Das bedeutet: Sie finden sehr bald statt.
Man hat nur wenig Zeit für anständige Reisevorbereitungen.
Für manche Länder braucht man eine Einreisegenehmigung.
Tropische Länder verlangen nach Impfungen.

Auch zu Hause muss man einiges in die Wege leiten:
Wie werden Hund oder Katze versorgt? Auch ist noch keineswegs klar,
ob der Urlaubsantrag in der Firma in der Kürze der Zeit überhaupt genehmigt wird.
All diese Probleme sollte man bedenken,
bevor man sich auf eine kurzfristige Urlaubsreise einlässt.


Zeitpunkt der Reise suboptimal

Ein weiterer Gesichtspunkt sind ungünstige Reisezeiten.
Darauf achten die Discounter überhaupt nicht. Hauptsache: der Umsatz stimmt.

Angeboten werden zum Beispiel Reisen im Winter.
Obwohl in diesen Monaten die Wetterverhältnisse am Reiseziel mehr als bescheiden sind.
Wirklich optimale Reiseländer im Februar können aufgrund der großen Nachfrage
gar nicht billig zur Verfügung stehen. Dabei würden die Discounter Geld drauf legen.

Genauso sieht es im Sommer aus.
Was nützt es mir, wenn ich für wenig Geld nach Thailand fliegen kann?
Wenn es dort aber wahnsinnig heiß und gewittrig ist.
Auch optimale Sommer-Reiseziele sind niemals als Schnäppchen zu haben.
Diese Rechnung kann nicht aufgehen.

Man sollte sich also vom ersten Schein nicht blenden lassen.
Ein wirklich guter Preis kommt nicht von ungefähr.
Man sollte reiflich über eventuelle Tücken nachdenken, bevor man eine solche Reise bucht.

 


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