La Gomera: Urlaubsinfos über die Kanarische Insel | Urlaubsreisen

La Gomera: Urlaubsinfos über die Kanarische Insel

Grüner Palmengarten am Meer von La Gomera

Natur-Urlaub
auf La Gomera

Wie alle Kanarischen Inseln, gehört auch
La Gomera zum Mutterland Spanien.

Im Gegensatz zur Vulkaninsel Lanzarote
und dem Strandparadies Teneriffa
befinden sich auf La Gomera überwiegend grüne Naturlandschaften.

 

 

Hochberühmte Sehenswürdigkeiten sind eine Rarität. So dass einem ruhigen Erholungsurlaub
abseits des Massentourismus nichts im Wege steht.

Zu den schönsten Urlaubsbeschäftigungen auf dieser Kanaren-Insel gehören Wandern,
Radeln, Wal-Beobachtungstouren und Bummeln durch originelle südländische Orte.

Bis heute hat sich La Gomera einige Besonderheiten erhalten.
Dazu gehört neben den kulinarischen Spezialitäten die Sprache der Ureinwohner.
Manche Gomeraner verständigen sich in einer eigenartigen Pfiffsprache,
die dem Urlauber ziemlich „spanisch“ vorkommen muss.
Die Iberer vom spanischen Festland verstehen sie allerdings ebenso wenig
wie Touristen aus Europa.

Die Kanarische Insel ist ein beliebtes Reiseziel für Wanderfans und Mountainbiker.
Die Strände von La Gomera sind bei weitem nicht so häufig und stark frequentiert
wie auf Teneriffa und Gran Canaria. Aufgrund der Niederschläge erscheint die Natur
auf La Gomera grüner und nebelverhangener als auf Fuerteventura und Lanzarote.

Wer nach La Gomera reisen möchte, muss zunächst auf Teneriffa zwischenlanden.
Danach geht es mit dem Schiff in einer Halbtagesreise weiter nach San Sebastián.
Der einzige Flughafen von La Gomera wird international nicht angeflogen.

 

Urlaubsinfos über San Sebastián de La Gomera
Mir ist keine Hauptstadt in Europa bekannt, die so winzig wäre wie San Sebastián.
Nur 8.600 Seelen sind dort zu Hause.
Das ist nur ein Fünftel deutscher Kleinstädte wie Bad Kreuznach oder Idar-Oberstein.

Im Hafen von San Sebastián de La Gomera herrscht reger Schiffsverkehr.
Die Fähren machen Ausflüge nach La Palma, Teneriffa und nach El Hierro –
der unscheinbarsten der 7 Kanareninseln.
In der Marina liegen mehrere hundert Segelyachten. Nebenan gibt es einen Schwimmstrand.
An der Hafenpromenade finden Sie Touristeninfos, Kneipen und Lokale zum Einkehren.

Zu den beliebtesten Plätzen in San Sebastián gehören die Plaza de la Constitución
und die Plaza de las Américas. Bei einer Sitzpause in einem Café können Sie
das gesellschaftliche Leben der kanarischen Kleinstadt gut verfolgen.
Auf dem Amerika-Platz finden regelmäßig Märkte statt.

Kleine alte Bürgerhäuser in der Altstadt erinnern genauso an längst vergangene Zeiten
wie der alte Stadtturm Torre del Conde.
Die königlich-spanischen Silberflotte nutzte ihn,
um das in den Kolonien erbeutete Edelmetall zwischenzulagern.

Wie so manche Insel im Ostatlantik, ist auch La Gomera eng verbunden
mit dem Amerika-Entdecker Kolumbus. Das Kolumbushaus in San Sebastián erinnert daran,
dass der Westindienfahrer hier seine Essens- und Wasservorräte komplettieren ließ.
Bevor er hinaus segelte in Richtung Neue Welt.

 

Wander-Urlaub auf La Gomera
Es gibt nicht viele Inseln in Südeuropa oder auf den Kanaren,
die so perfekt ausgelegt sind zum Wandern.
Das Klima auf La Gomera ist aufgrund atlantischer Brisen nicht so heiß
wie etwa auf Kreta, Zypern
oder Malta.
So dass es sich ganz angenehm marschieren lässt.

Das feuchte Klima hat zu grünen Regenwäldern geführt.
Zu Waldgebieten, in denen man fast ohne zu schwitzen laufen kann.
Unterwegs sprudeln immer wieder Wasserfälle oder kühle Quellen zum Erfrischen.

Gängige Wanderwege in Palmentälern, Lorbeerwäldern, Bergen, Kaktuslandschaften
und Nationalparks sind auf La Gomera durchweg farbig beschildert.
Mit der Orientierung wird der Urlauber im Normalfall kaum Probleme haben.
Raubtiere oder giftige Schlangen, die das Trekking-Vergnügen
beeinträchtigen könnten, gibt es definitiv keine.

Bleibt noch die Frage: was soll ich auf eine Tour mitnehmen?
Gescheite Wanderschuhe natürlich, ein Fotoapparat und eine Wasserflasche.
Am besten auch Sonnenschutz.

Wer sich in die Gebirgsregion von La Gomera wagt, sollte mit frischen Temperaturen rechnen.
Also gehören Pullover und eine dicke Hose als Ersatzkleidung in den Rucksack.
Wenn es zu Niederschlägen kommt, wäre ein Regenschirm nicht verkehrt.
Ob Sie alleine wandern oder in Gesellschaft einer geführten Touristengruppe:
Das ist im Prinzip Geschmackssache.

Mit einem einheimischen Trekkingführer haben Sie die Garantie,
am gewünschten Ziel anzukommen.
Also Solo-Reisender werden Sie unterwegs nur wenig Gelegenheit haben,
einen Insulaner nach dem Weg zu fragen.
Denn oft wandern Sie durch menschenleeres Gelände.

Die schönsten Trekking-Gebiete liegen im Valle Gran Rey (Südwesten).
Im gebirgigen Zentrum von La Gomera, und im Norden bei Vallehermoso.
Der Süden der Kanarischen Insel ist ziemlich trocken,
und vielleicht einen Tick zu warm zum Wandern.

 

Garajonay Nationalpark – der grüne Urwald La Gomeras
Im Herzen der Insel befindet sich der höchste Berg (1.500 m) des Landes.
Um ihn herum liegt ein märchenhaft wirkendes Waldgebiet.
Ein ideales Terrain für Wanderfreunde mit einer Schwäche für mystische Landschaften.
Wie man sie in Europa sonst nur selten zu sehen bekommt.

Damit sind nicht die gelegentlichen Palmenbäume gemeint.
Sondern die Farne und Bartflechten, die wie Spanisch Moos
von den Lorbeerbäumen herunter hängen.
Verstärkt wird das Geheimnisvolle des Garajonay Nationalparks noch durch weiße Nebelfelder.
Wer ganz allein auf Tour ist, könnte das Ganze schon etwas unheimlich finden.

Höhepunkt eines Ausflugs ist der Aufstieg hinauf zum Garajonay.
Von dort aus überblickt man den gesamten Naturpark.
Bei klarem Himmel sieht man in der Ferne die Kanarische Insel La Palma.
Und den Vulkanriesen Pico del Teide auf Teneriffa.

Die grüne Vegetation im Ökosystem des Naturparks ist überwältigend.
Sie werden an einem mächtigen Wasserfall vorbei kommen.
Sie werden kleine Bachläufe überqueren.
Das Landschaftsbild wechselt ab zwischen Heidesträuchern, moosbewachsenen Steinen
und Ästen, schattigen Tälern und steilen Anstiegen.

Im Garajonay Nationalpark herrscht striktes Feuer- und Rauchverbot.
Die Verwaltung will verhindern, dass es zu einem Waldbrand kommt.
So wie vor wenigen Jahrzehnten, als der Baumbestand des Lorbeerwaldes
durch unvorsichtige Touristen vorübergehend drastisch reduziert wurde.
Wanderkarten erhalten Sie übrigens im Info-Zentrum des Nationalparks.

 

Valle Gran Rey –
Urlaubsinfos über das Tal des großen Königs

Nicht die spanischen Eroberer, sondern die indigenen Guanchen von La Gomera
gaben dem Tal diesen majestätischen Namen.
Das Valle Gran Rey ist für viele Reisende der Top-Urlaubsort auf der Kanareninsel

Wahrhaft königlich präsentiert sich das Landschaftsbild dieser Region im Südwesten
von La Gomera: Hier findet man mit die schönsten Strände der Insel.
Beim Spazieren kommen Sie in den Genuss von Palmenparks und Gartenanlagen.
Sie sehen einen Wasserfall und an den Hügeln etliche Plantagen mit Obst und Gemüse.

Das Valle Gran Rey ist wie gemacht für einen erholsamen Urlaub.
Am Tag liegen Sie am Strand. Alternativ können Sie durch das langsam ansteigende Tal
wandern oder sportlich hinauf walken.

Beim Abendessen in einem Strandrestaurant erleben Sie unvergessliche Sonnenuntergänge.
Bein einbrechender Dunkelheit machen Sie einen Strandspaziergang.
Oder Sie mischen sich unter die touristischen Kneipengänger und Bar-Fans.

Seinen besonderen Reiz bezieht das Valle Gran Rey durch seine Obstplantagen.
Abgesehen vom unteren Ende am Meer ist das Tal recht schmal.
So mussten die Bewohner die seitlichen Hänge nutzen, um auf Terrassen
Zitrusfrüchte, Avocados und Obstbäume anzupflanzen.

Im Bereich der Atlantikküste unten bis ins Tal des Königs hinein
gibt es mehrere Urlaubsorte mit Feriensiedlungen, Hotels und Pensionen.
Den größten Jachthafen an der Südwestküste besitzt Vueltas.
Dort können Bootsausflüge und Tauchgänge gebucht werden.
La Playa ist bekannt für seine sonnigen Sandstrände.

La Calera besticht durch Orangen- und Bananenbäume.
La Puntilla wird besonders von Familienurlaubern geschätzt.
Die Bucht liegt schön geschützt. Der Strand fällt ganz allmählich ab.
Ist also ungefährlich für Kinder.

 

Wale und Delfine vor La Gomera
Eine der aufregendsten Urlaubsbeschäftigungen auf der Insel ist ein Ausflug hinaus aufs Meer.
Mit dem Ziel, Delfine und Wale zu sichten.
Die Chancen, dass dies gelingt, sind vor La Gomera ziemlich groß.

Bei Delfinen könnte man glatt den Eindruck gewinnen,
die munteren Wasserspringer suchen förmlich die Gesellschaft von Menschen.
Delfine schwimmen meistens in Herden.
Mal sind es 4 Meter lange Tümmler, mal kleinere Zeitgenossen.

Das gesamte Gebiet der Kanarischen Inseln ist berühmt für seine Walvorkommen.
Sie sind nicht bodenständig, sondern ziehen unentwegt durch die Weltmeere.
Ähnlich wie Zugvögel suchen sie Sommer- und Winterquartiere auf.

Wale treten vor La Gomera oft in Gruppen auf. Der Fachausdruck dafür heißt „Schulen“.
Etwas Besonderes ist es, wenn man einen tonnenschweren Großwal oder Blauwal
vor die Fotolinse bekommt. Wenn der bullige Körper aus dem Wasser hoch gleitet.
Wenn der Riese seine Zähne zeigt.
Und beim Abtauchen seine mächtige Schwanzflosse hinter sich nach unten zieht.

Eine Wal-Beobachtungstour gehört zu den schönsten Urlaubs-Aktivitäten auf La Gomera.
Jedes Jahr genießen fast eine Million Reisende dieses einmalige Schauspiel vom Schiff aus.
Es gibt nur wenige Orte auf der Welt, wo eine so große Anzahl an Walen durch das Meer streift
wie bei La Gomera. Und das zu fast jeder Jahreszeit:
Im Frühling genauso wie im Sommer und Herbst.

Wale gehören zu den besonders schützenswerten Tiere im Ozean.
Es ist allen Ausflüglern untersagt, Wale, Delfine, Schildkröten Thunfische irgendwie zu bedrängen,
zu ärgern oder unter Stress zu setzen. Dementsprechend werden die Bootseigner
von sich aus immer einen Mindestabstand halten.

 

Dörfer auf La Gomera
Zwei dieser verträumten Ausflugsziele möchte ich hier kurz vorstellen.
Arguamul liegt im Norden der Insel – oberhalb eines steilen Felsabhanges.
Hier sieht man deutlich, dass die Landflucht auch auf den Kanarischen existiert.
Denn viele Menschen sind in größere Ortschaften abgezogen.
Die Alten und Zurückgebliebenen leben immer noch von der Landwirtschaft.
Oder sie vermieten Ferienwohnungen an Urlauber.

Unten am Meer befinden sich 2 Strandgebiete.
Dort findet der Gomera-Reisende Muße zum Vergessen und Abschalten.
Leider sind die Strände an der Nordküste zum Schwimmen zu gefährlich.
Aber eine Weile in der Sonne liegen und der Brandung des Atlantiks zuzuschauen,
kann ein ebenso schönes Erlebnis sein.

Noch etwas reizvoller ist die Verbandsgemeinde Agulo.
In den insgesamt 10 Dörfern mit zusammen gut 1.000 Einwohnern ist die Zeit stehen
geblieben. Noch immer sind die Bewohner Fischer. Oder sie bauen Wein und Bananen an.

Nach dem Genuss der landschaftlichen Schönheiten können Sie durch die Straßen des Ortes
spazieren. Dabei treffen Sie zwangsläufig auf die pittoreske Kirche San Marcos.

400 m hoch über Agulo thront der Skywalk von Agulo.
Eine Aussichtsplattform, die wie ein Balkon 7 Meter weit über Bergrand hinaus reicht.
Der Aufstieg zum Skywalk wäre zu beschwerlich.
Am besten fahren Sie mit dem Mietauto hinauf.

 

La Fortaleza – Berg mit fantastischer Aussicht
Kommen wir zu einem weiteren interessanten Reiseziel auf La Gomera:
Zum 1.240 m hohen Tafelberg La Fortaleza.
Die Bezeichnung „Tafelberg“ ist berechtigt.
Weil sich oben kein Gipfel, sondern ein großes flaches Plateau befindet.

La Fortaleza liegt nur wenige Kilometer vom Garajonay Nationalpark entfernt.
Den alten Ureinwohnern von La Gomera diente das Plateau als religiöser Zeremonie-Ort.
Und als Zuflucht bei Angriffen von Seeräubern.
Aber auch vor den spanischen Eroberern.

Lange Zeit hielten sich einige Guanchenstämme hier oben bravourös.
Bevor sie sich – von Hunger und Durst zermürbt – der Übermacht der Spanier beugten.
Aus Verzweiflung begingen die Guanchen Massen-Selbstmord
Indem sie vom Berg aus in die Tiefe sprangen.

Wie kommt der Urlauber hoch auf den Tafelberg?
Zuerst fahren Sie per Auto oder Bus nach Chipude.
Von da aus wandern Sie über einen 5 km langen Steinweg hinauf auf das Plateau.
Am Schluss dieser Fußwanderung werden Sie wohl etwas atemlos werden.
Als Lohn für die Mühen wartet eine schöne Aussicht
über La Gomera und den Atlantischen Ozean.

 

Hermigua – Bananen, Strände und viel Kultur
Das Hermigua-Tal ist das wasserreichste und fruchtbarste Tal auf La Gomera.
Landwirtschaft und Obstanbau werden hier ganz groß geschrieben.
Zu verdanken ist der Pflanzenreichtum 3 Faktoren:
Dem Rio del Cedre, den 3 Stauseen und der aus dem Nebel gebildeten Feuchtigkeit
über dem Norden von La Gomera.

Der Ort Hermigua liegt fast 1 km über dem Meeresspiegel.
Das gleichnamige Tal fällt auf einer Distanz von 5 Kilometern ziemlich steil zum Ozean ab.

Der Wanderer kann sich freuen auf den Anblick von Bananenfeldern, Weinbergen
und Obstplantagen mit Papaya, Kürbissen, Bohnen und Avocados.
Und auf einen der größten Wasserfälle der Kanarischen Insel.

Zu den Sehenswürdigkeiten bei Hermigua gehören die beiden Zwillingsfelsen
von Roques de San Pedro.
Umgeben von grünen Palmen ragen die spitz zulaufenden Felsen 400 m in die Höhe.
Wer im La Gomera-Urlaub klettern möchte, findet hier eine interessante Herausforderung.

Kultur-Liebhaber werden sicher das Kloster de Santo Domingo aufsuchen.
Ein ganz besonders Highlight bei Hermigua ist das Ethnologische Museum.
Dort erfährt man so manches über die Lebensart der Inselbewohner.
Über den Weinbau, die Handwerkskunst (Töpfern, Webern) die Fischerei-Wirtschaft
und auch über die geheimnisvolle Pfeifsprache der Ureinwohner.

Etwas östlich von Hermigua befindet sich ein schöner Sandstrand zum Erholen:
die Playa de la Caleta. Allerdings darf man nicht aufs Meer hinaus schwimmen.
Denn die Strömungen des Atlantik könnten zum Problem werden.

Um dieses Manko zu umgehen, hat man ein geschütztes Meeresschwimmbad angelegt.
Der kleine Strand von Caleta bietet außer Wassersport-Angeboten fast alles,
was das Urlauberherz begehrt. Sie können sich Strandkörbe ausleihen.
Auch Grillplatz und Spielplatz sind vorhanden.

Die Natur des Hermigua-Tals besteht nicht nur aus Bananenplantagen und Wanderwegen.
Weiter oben im Lorbeerwald El Cedro finden Sie reichlich Gelegenheit,
die Botanik von La Gomera zu studieren.

Bildquelle:
© pkazmierczak / Fotolia.com. #79805324
 


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