Zum Kölner Karneval – Kurzreise nach Köln

Fanfarengruppe am Rosenmontag in Köln

Den Kölner Karneval besuchen

Der Karneval in Köln ist eins der Top-Highlights der Faschings-Woche in Deutschland. Bei Prunksitzungen, an Altweiberfastnacht und Rosenmontag sind die Narren in Kölle außer Rand und Band. Sie tanzen, feiern, singen, lachen und trinken ihr Nationalgetränk:
das Kölsch.

 

 

Doch was bedeutet es für die Besucher, die den Kölner Karneval gern miterleben möchten?
Was ist zu beachten bei Anreise, Unterkunft und im Umgang mit den Kölner Jecken?

 

Tradition des Kölner Karnevals
Die Geschichte der 5. Jahreszeit reicht mindestens ins Mittelalter zurück.
Die deutschen Christen übernahmen altgermanische Bräuche.
Das Ende der Fastnacht wurden gleichgesetzt mit dem Beginn der Fastenzeit.

Von Anfang an war der Karneval ein Protest gegen die herrschende Schicht von Adel,
Baronen, Prinzen und Herzögen. Wenigstens einmal im Jahr wollte das einfache Volk
an den verrückten Tagen seinem Frust freien Lauf lassen.

Die mittelalterlichen Fürsten, die katholische Kirche und die Bürgermeister
der freien Reichsstadt Köln sahen das närrische Treiben gar nicht gern.
Die französischen Besatzer – kurz nach der Revolution – fanden es hingegen ganz lustig.
Kurz vor dieser Zeit (um 1740) kamen nach dem Vorbild der Lagunenstadt Venedig
in Köln die ersten Maskenbälle auf.

Nach Napoleon regierten humorlose Preußen das Rheinland.
Sie versuchten, mit Stasi-Methoden den aufmüpfigen Kölner die Freude am Fasching zu nehmen.

Aber es nutzte alles nichts.
Im Gegenteil: Im Jahr 1823 fand der erste offizielle Kölner Rosenmontagszug statt.
Der Karnevals-Prinz wurde erfunden.
Man hätte die Narren schon einsperren müssen, um das zu verhindern.
Aber so viel Gefängnisraum besaß der Polizeistaat Preußen gar nicht.

Im 19. Jahrhundert bildeten sich in Kölle immer mehr Karnevalsvereine.
Fastnacht wurde nun systematisch vorbereitet und betrieben.
Das Ende vom Lied kennen wir: heute beansprucht die Vorbereitung der Büttenreden,
Lieder, Sitzungen und des Rosenmontagszuges praktisch das ganze Jahr.

 

Prunksitzungen und Maskenbälle: Viva Colonia!
Am 11.11. um 11.11 Uhr beginnt in ganz Deutschland die närrische Jahreszeit.
Am Kölner Heumarkt findet eine kleine Karnevals-Veranstaltung statt.
In den Kneipen der Altstadt fließt das Kölsch an diesem Tag in Strömen. Aber nur an diesem Tag.
Danach haben die gewöhnlichen Narren Winterruhe bis nach Weihnachten.
Nur die Karnevalsvereine bereiten mit Hochdruck ihre Umzüge vor.

Neben Rosenmontag und Weiberfasching bilden unterhaltsame Sitzungen das Herzstück
des Kölner Karnevals. Die Veranstaltungen beginnen Anfang Januar.
In Büttenreden werden mit markigen Sprüchen ulkige Geschichten zum Besten gegeben.
Die Prominenz aus Politik, Sport und Show-Business wird zur Freude der Narren veräppelt.
Zum Humor des Karnevals gehört, dass so mancher Promi anwesend ist und begrüßt wird.

Die Jecken schunkeln und tanzen. Sie tragen bunte Kostüme, Hüte und seltsame Narrenkleider.
Das Karnevals-Volk ruft Kölle Alaaf. Und singt mit bei den Faßnachtsliedern.
Oder wenn Kölner Bands wie Bläck Fööss, BAP, Brings und De Höhner
kultige kölsche Songs zum Besten geben.
In einem Dialekt freilich, den fast keiner versteht, außer echte Kölsche Jungs und Mädchen.

 

Weiberfastnacht: Beginn der heißen Karnevalsphase
Hilfe, die Weiber sind los!
Der Donnerstag ist eine ganz schwere Zeit für Schlipsträger im Kölner Rathaus und in Betrieben.
Auch Chefs und Manager werden nicht verschont. Kostümierte Frauen schnippeln alles weg,
was nicht niet- und nagelfest ist (bitte nicht wörtlich verstehen!).
Am Chlodwigplatz startet der erste wirkliche Straßenumzug der Kölner Karnevals-Saison.

Am Freitag folgt der Sternmarsch. Danach sind die Kneipen überfüllt.
Alle haben nichts wie Karneval im Kopf. Am Samstag folgt der Geisterzug.

Die Teilnehmer dieses Umzugs sind merkwürdig gewandet.
Sie haben die Gesichter weiß angemalt, oder tragen verrückte Masken.
Sie laufen herum wie Vampire, wie die alten Römer, wie Piraten oder mittelalterliche Prinzen.
Die Mädchen bilden Samba-Tanzgruppen – ähnlich wie beim Karneval in Rio.

 

Faschings-Sonntag
Auch heute geht’s in Köln nicht wirklich ruhig zu.
In den Kölner Stadtteilen finden lokale Umzüge von Schulen und Vereinen statt:
in Deutz, Altstadt, Neustadt, Hahnwald, Müngersdorf, Lövenich, Mülheim, Dellbrück usw.
Viele der Umzugswagen sieht man am Tag darauf am Rosenmontagszug wieder.

 

Rosenmontags-Umzug: Kölle Alaaf
De Zoch kütt! Auf Deutsch: Der Zug kommt.
Mit diesem Aufschrei läuft die Domstadt am Rhein zu weltmeisterlicher Hochform auf.
Ganz Köln ist aus dem Häuschen. Konfettiregen bedeckt die Altstadt.
Das Karnevals-Treiben ist auf dem Siedepunkt. Die ganze Metropole spielt verrückt.

Eine Million Besucher aus ganz Deutschland kommen an den Rhein gereist,
um das mehrstündige Narren-Spektakel mitzuerleben:
Die Hamburger Dirn, die gewitzte Berlinerin,
der Frankfurter Börsenmakler und der urige Bayer aus München.
Der doch gerade erst den Rausch vom Oktoberfest ausgeschlafen hat.

Nur die Mainzer und die Düsseldorfer Lokalrivalen haben an diesem Tag Wichtigeres zu tun.
Denn auch dort finden rheinische Rosenmontagszüge statt.
Das Fernsehen überträgt die Veranstaltungen der drei Narren-Hochburgen live.

Ganz Deutschland steht am Rosenmontag Kopf.
Ein fast kindliches Treiben, das früher fürs seelische Wohlbefinden durchaus wichtig war.
Als die anschließende Fastenzeit das Leben in ein tristes Dasein verwandelte.

Am Rosenmontagszug treten sexy Frauen und Mädchen in Parade- und Tanzruppen auf.
Musikkapellen spielen oder blasen zünftige Karnevalslieder.
Konfettikanonen verwandeln die Straßen in eine weiße Schneelandschaft.

Man sieht Clowns mit roten Pappnasen und orangenen Haaren. Man sieht Lebenskünstler.
Und als Märchengestalten verkleidete Menschen wie Prinzen, Hexen, Teufel, Rotkäppchen
und Prinzessinnen. Man sieht auch die Bilder von Politiker-Köpfen
und vom Bundeskanzler. Meist übertrieben parodiert und ein wenig verunstaltet.

In Pappbechern werden Wein, Bier und Likör verteilt, um die Partystimmung noch mehr
anzuheizen. Die Zuschauer küssen und lieben sich.
Zufallsbekanntschaften verschwinden um die Ecke.
Auch wenn morgen wieder alles vergessen ist.

Das Ganze wird flankiert von liebevoll geschmückten Umzugswagen.
Den Kindern werden Schokoladen-Bonbons zugeworfen.
Manchmal ist eine alte Dampflok zu sehen oder ein Formel 1-Wagen.
Der Papst, der Oberbürgermeister oder ein Spieler des FC Kölle bekommen ihr Fett weg.
Je nachdem, welches Thema die Welt seit der letzten Fastnacht beschäftigt hat.

 

Veilchendienstag und Aschermittwoch
Am Tag nach dem Rosenmontagsumzug sinkt die Stimmung schon merklich.
Überall verbrennen Karnevalisten eine Strohpuppe.
Das bildliche Symbol, dass die närrische Zeit sich nun dem Ende nähert.

Die Kölner nennen diesen Akt „Nubbelverbrennung“.
Noch einmal wird dem Kölsch gut zugesprochen.
Denn am Aschermittwoch wird nichts zurück bleiben als die Katerstimmung
nach einem berauschenden Fest.

Früher begann am Aschermittwoch die Fastenzeit.
Es durfte nur wenig gegessen und getrunken werden.
Ein religiöses Zeremoniell, dass zur Reinigung von Körper und Seele beitragen sollte.
Das Fasten ist heute fast ganz außer Mode gekommen.

 

Kölsch-Kneipen mit Highlife am Karneval
In Köln gibt es ein paar spezielle Wirtschaften, in denen deftig gefeiert wird.
Die Roonburg ist ein Treffpunkt besonders für junge Leute.
Am Dom-Gaffel gibt es neben Kölsch auch leckeres Essen.
Auch das Hemmer und das Haus Unkelbach gehören zu den Top-Lokalen in der Faschingszeit.
Die Klapsmühle, Wiener Steffi und der Klimperkasten sind ebenso einen Abstecher wert
wie Die Lotta und das Grünfeld in der Brüsseler Straße.

 

Kurzreise nach Kölle
Am Karneval herrscht in Köln Parkplatz-Notstand.
Auch bedingt durch zahlreiche Polizeisperren rund um die Altstadt.
Die wenigen freien Plätze in der Kölner Innenstadt sind schnell besetzt.
Zumal der eine oder andere schon am Vortag oder noch früher anreist.
Zudem wird so mancher PKW auf zentralen Parkplätzen
von alkoholisierten Narren und Horden ramponiert oder angepinkelt.

Knöllchen und ADAC-Abschleppungen gehören an den Umzugstagen zur Tagesordnung.
Weil so mancher Fahrer sich noch dazwischen quetschen will oder andere Autos zustellt.
Besser ist ein Park & Ride Parkplatz am Standrand. Den stellt die Stadt kostenlos zur Verfügung.
Danach geht es mit der Stadtbahn weiter zum Kölner Hauptbahnhof.

Noch viel besser ist es, mit Bus oder Zug in die Domstadt zu fahren.
Denn für den Karneval den Führerschein zu riskieren:
Das ist es bei aller Fastnachts-Liebe dann doch nicht wert.

Am besten eignen sich für eine Kurzreise nach Köln die Züge der Deutschen Bahn –
idealerweise mit einer Bahncard 50 oder 25.
Direkt am Bahnhof beginnt das Domviertel und die Innenstadt.
Sogar im berauschten Zustand kommt man wieder wohlbehalten nach Hause.

Ein Flug nach Köln-Bonn lohnt sich selbst dann nicht,
wenn Sie in einer der äußersten Ecken Deutschlands wohnen.
Bei Bahn.de finden Sie günstige Sondersparpreise zum Karneval für läppische 29 Euro.
Im Einzugsbereich von 250 km sogar nur 19 Euro.
Mit diesen Zugpreisen kann keine Airline konkurrieren.

Wer noch ein bisschen zur Stadtbesichtigung in Köln bleiben möchte,
der sollte rechtzeitig ein Hotelzimmer buchen.
Dann hat er auch gleich einen Parkplatz inklusive.
Aber man sollte schon früh dran sein, am besten schon im Herbst.
Denn auch die Hotels sind am Karneval im Ausnahmezustand – nämlich voll belegt.

Ein Hotel im Innenstadtbereich wäre natürlich das Beste.
So kommen Sie zügig zu den schönsten Plätzen der Stadt.
Die Preise variieren zwischen 40 Euro und 180 Euro bei Luxushotels.

Mittelklasse-Unterkünfte zwischen 70 und 90 Euro pro Nacht sind z.B. Ibis-Hotel,
Hotel Domspitzen oder das Domhotel am Römerbrunnen.
Das Hotel Lindner Plaza bildet mit ca. 110 Euro gehobene Mittelklasse.
Alles darüber hinaus ist sicher übertrieben.

Nach dem Katerfrühstück kann man sich dann noch die Sehenswürdigkeiten der Stadt
in Ruhe ansehen: Dom, Altstadt, Alten Markt, Botanischen Garten, Rheinauen,
Schokoladenmuseum, Hohenzollern-Rheinbrücke, Zoo und Millowitsch-Denkmal.

 


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