Wie islamische Terroranschläge das Reiseverhalten beeinflussen

Reiseflaute in Türkei und Ägypten

Welche Reiseziele sind heute noch sicher?

Wie sieht es aus mit der Reiselust der Deutschen
in Zeiten des Terrors?
Seit der Islamische Staat (IS) in Syrien und im Irak dank westlicher Militärhilfe an die Kurden immer mehr unter Druck geraten ist, häufen sich die Terroranschläge in Westeuropa. Nizza 84 Tote, Brüssel 32 Opfer, Paris 130 Tote, Port El-Kantaoui (Tunesien) 27 Tote, Istanbul 12 zerfetzte Leiber.

 

Diese Serie von islamischen Terroranschlägen führt zu einer allgemeinen Verunsicherung
in der westlichen Welt. Vor allem bei den Menschen, die eine Reise buchen wollen.
Man überlegt sich: Wo kann man überhaupt noch Urlaub machen,
ohne von islamischen IS-Terroristen behelligt zu werden?

TUI, Thomas Cook sowie Online-Buchungsportale wie Holidaycheck und Ab in den Urlaub
stellen seit Ende 2015 ein verändertes Reiseverhalten fest.
Nach wie vor reisen die Deutschen in alle Welt. Aber die Präferenzen haben sich verschoben:
Weg vom östlichen Mittelmeer, nach Spanien, Portugal, Marokko und Bulgarien.
Kein Thema bestimmt das Reiseverhalten so sehr wie die Angst
vor Extremisten und IS-Terroristen.

Hier eine Analyse des aktuellen Marktes:

 

Reise-Boom in Südeuropa

Spanien
Spanien war schon vor den islamischen Terroranschlägen von Brüssel,
Paris und Istanbul die Nummer 1 unter den Urlaubsländern.
In diesem Jahr setzt ein regelrechter Run ein.
Auch wenn ein Spanien-Urlaub nicht der allerbilligste ist,
so gilt die iberische Halbinsel doch als 100-prozentig sicher.

Zudem hat es Terror-Erfahrung.
Im Jahr 2004 kamen 190 Menschen bei einem Anschlag in Madrid ums Leben.
Danach ist Ruhe eingekehrt. Irgendetwas müssen die Spanier wohl richtig machen.

Die Buchungen für Barcelona, Andalusien und die Costa del Sol steigen im ersten Halbjahr 2016
um 12 Prozent an. An manchen Ferienorten wie Torremolinos und Cadiz sogar mehr
als 20 Prozent (laut TUI). Also deutlich mehr als Mallorca.

Last Minute Reisen nach Spanien fallen derzeit ins Wasser. Das ist erstaunlich.
Nachdem Spanien in den Jahren zuvor zwar die Spitzenposition vor Italien behaupten konnte.
Die Buchungszahlen aber rückläufig waren.

Lieblos dahin gestellte Hotelbunker sind die Ursache.
Aber jetzt spielt das plötzlich keine Rolle mehr. Lieber vor einem Betonklotz in der Sonne liegen
als in die Mündung einer Maschinenpistole zu sehen.


Kanarische Inseln

Auch die „Frühlings-Inseln“ erleben in diesem Jahr eine unerwartete Renaissance.
Die Hotels und Strände auf der Sonneninsel Teneriffa, Fuerteventura und Gran Canaria
sind so voll wie schon lange nicht mehr.

Entgegen der umweltlichen Neuorientierung mussten noch einmal neue Wohnräume geschaffen
werden. Um den Ansturm der Touristen zu bewältigen.
Das Buchungs-Plus auf den Kanarischen Inseln liegt um die 20 Prozent.
Keine andere Region in Europa hat in Terrorzeiten solche Zuwachsraten wie die Kanaren.
Wer nicht schnell schaltet, geht bei Flügen und Hotelzimmer leer aus.


Die Balearen

Nachdem in den letzten Jahren billigere Reiseziele in der Türkei den Inseln Mallorca und Ibiza
den Rang abgelaufen hatte. Feiern die Balearen-Inseln jetzt nach den Anschlägen ein Comeback.
Wenn auch mit leicht angezogener Handbremse:

Im ersten Halbjahr 2016 erzielen die Balearen ein Umsatzplus von 4 Prozent.
Doch es wäre viel mehr möglich gewesen.
Man hat es verschlafen, Hotelkapazitäten deutlich auszubauen.
Vielleicht ist Mallorca ein wenig urlaubsmüde geworden.
Immer wieder liest man von kritischen Schlagzeilen gegenüber dem Massentourismus.


Bulgarien

Der Goldstrand bei Varna war schon immer superbillig. Günstiger noch als die türkische Riviera.
Bulgarien ist überhaupt keine Zielscheibe für Islamisten.
So steigen die Buchungen für die Schwarzmeerküste im Jahr 2016 um 9 Prozent.
Bulgarien gehört zu den mittelgroßen Gewinnern in Zeiten des Terrors.


Portugal

Große deutsche Reiseveranstalter stellen fest:
Buchungen und Flüge nach Portugal haben im Vergleich zum Vorjahr um rekordverdächtige
18 Prozent zugenommen. In Portugal gab es noch nie IS-Anschläge.
Ein Urlaub an der Algarve und erst recht auf Madeira gilt als bombensicher.

Aufgrund der großen Nachfrage werden in Spanien und Portugal die Preise deutlich angehoben.
Die Hotelbesitzer reiben sich die Hände. Doch das tritt alles in den Hintergrund.
Denn die Deutschen wollen vor allem sicher reisen.
Und sich keine Gedanken darum machen, welche Gefahren um die nächste Ecke lauern.
Oder was an Flughäfen und Bahnhöfen alles passieren könnte.


Kroatien

Jenseits von Gut und Böse sind die Strände an der kroatischen Adria.
Kroatien hat nichts mit dem IS zu schaffen. Der Terror scheint am Land vorbeizugehen.
Das spiegelt sich auch in den Besucherzahlen wieder.
Leute, die früher gern in Billigländer wie Türkei und Tunesien reisten,
kommen jetzt lieber nach Dubrovnik, Istrien und zu den Adriainseln.

Schon vor der Terrorkrise war Kroatien als Urlaubsland stark im Kommen.
Denn es ist viel preiswerter als die Eurostaaten Italien und Spanien.
Die Zuwachsraten in 2016 liegen bei 8 Prozent. Traditionell fahren viele Österreicher
nach Kroatien. Sie haben keine Flugkosten. Mit dem Auto ist man schnell dort.


Italien

Die Strände von Sardinien, Sizilien, und Rimini profitieren vom veränderten Reiseverhalten
der Deutschen. Das Plus gegenüber 2015 beträgt ungefähr 6 Prozent:

Das nicht viel im Vergleich zu den Reisezielen Lanzarote und Portugal.
Reicht aber aus, um die Hotelbetten zu füllen.
Für deutsche Reiseveranstalter macht das keinen großen Unterschied.
Denn viele fahren privat mit Auto oder Reisemobil nach Italien.


Griechenland

Keine Bomben, keine Toten. Griechenland liegt scheinbar (noch) außerhalb
der Interessensphäre moslemischer Terroristen.
Hatte das Ansehen Griechenlands im Sommer 2015 noch unter der Eurokrise zu leiden.
So ist das heute alles Schnee von gestern.

Griechenland zählt mit einem leichten Buchungsplus zu den Gewinnern der Terrorkrise.
Thomas Cook und der weltgrößte Reiseveranstalter TUI behauptet sogar,
es seien mehr als 10 Prozent. Das kann aber auch Propaganda sein. Wer schaut schon dahinter.

Griechenland als Ganzes gibt kein einheitliches Bild ab.
Während Kreta, Korfu, Rhodos und die Peloponnes traditionell positive Bilanzen aufweisen,
sind die ägäischen Inseln Kos, Lesbos und Chios sind im ersten Halbjahr 2016
voll von Flüchtlingen aus Syrien und Afghanistan.

Das sind zwar keine Terroristen. Dennoch möchte man in der Nähe von Internierungslagern
keinen Urlaub machen. Kein Mensch fliegt derzeit mehr in die Ägäis.
Auch wenn die Zahl der Flüchtlinge seit dem Frühjahr geringer wird.


Ungarn

Es klingt wie ein Märchen: sogar das unscheinbare Ungarn profitiert von Terroranschlägen.
Die Regierung ist konservativ-autokratisch. Es gibt strenge Sicherheitsvorkehrungen im Land.
Ungarn schottet die Grenzen gegen Flüchtlinge ab.
Viele Deutsche finden das scheinbar als beruhigend.
Und fahren an den Plattensee. Zumal es dort relativ billig ist.

 

Mehr Lust auf Deutschland und Fernreisen

Inländische Reiseziele im Aufwind
Deutschland als Urlaubsland ist bei uns und bei Touristen aus aller Welt äußerst beliebt.
Deutschland hat eine großartige Kultur und touristische Infrastruktur.
Die BRD zählt zu den großen Gewinnern der islamischen Terroranschläge.
Man bleibt lieber zu Hause, statt in Ägypten, Tunesien oder der Türkei sein Leben zu riskieren.
Deutsche Urlaubsorte legen 2016 um satte 15 Prozent zu.

Aber auch bei uns ist es längst nicht mehr super-sicher.
Im ersten Halbjahr 2016 häufen sich Anschläge von ISIS-nahen Menschen:
In Würzburg, München und Ansbach gibt es im Frühsommer etliche Verletzte. Aber keine Toten.
Vielleicht ist das deutsche Sicherheitssystem doch nicht ganz so schlecht.


Marokko

Es gibt nur wenige islamische Länder, wo sich Deutsche noch hin trauen.
Algerien steht unter IS-Einfluss. Libyen ist total kaputt.
Ägypten macht keinen vertrauenserweckenden Eindruck.
Aber Marokko ist ein echtes Vorbild in der arabischen Welt.

Seit vielen Jahren keine Anschläge mehr. Kaum Demonstrationen.
Aber Buchungen ohne Ende. Die Reisen nach Marrakesch, Casablanca oder ins Atlas-Gebirge
sind zudem recht günstig. Zumindest für europäische Verhältnisse.


USA

Bisher sind die Vereinigten Staaten noch wenig von großen islamistischen Terroranschlägen
betroffen. Nach dem Taliban-Anschlag vom 11. September wurden verschärfte
Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
Auch ohne Donald Trump achtet kein Land der Welt so auf seine Sicherheit wie die USA.
Durch den Wegfall von Reisezielen im Nahen Osten steigen Buchungen aus Europa leicht an.


Fernreisen

Dasselbe gilt für Asien und die Karibik.
Die Bilanz ist erkennbar positiv gegenüber dem Jahr zuvor.
Das ist noch nichs Besonderes. Wenn man bedenkt, dass die Buchungen
von 2009 bis 2015 um 50 Prozent zugenommen haben.

Die Dominikanische Republik und Mexiko stehen mehr denn je in der Gunst der Deutschen.
Die Ferieninsel Kuba erlebt ein wahres Touristik-Wirtschaftswunder.
Eine traumhafte Zuwachsrate von 45 Prozent gegenüber 2015 spricht eine deutliche Sprache.
Kuba ist das sicherste Land in Lateinamerika.
Von wegen Kinder-Straßenbanden wie in Rio.
Die Polzei ist überall präsent. Der IS hingegen weit weg.

Viele asiatische Länder stehen ganz gut da. Ausgenommen vielleicht Thailand.
Schon im letzten Jahr gab es in Bangkok einen Anschlag.
Immer wieder sind Touristen involviert. Im August 2016 schon wieder.
Wobei unklar ist, ob die Terroranschläge einen islamistischen Hintergrund haben.
Das ist aber auch nicht so entscheidend.
Jede Bombe erzeugt Angst und Schrecken. Egal, wer sie zündet.

 

Islamische Länder in der Krise

Tunesien
Die Bilder vom blutigen Anschlag in Sousse (Sommer 2015) haben weltweit für Furore gesorgt.
Die Menschen haben Angst, nach Djerba, Tunis oder Hammamet zu reisen.

Da nutzen auch die herrlichsten Badestrände nichts.
Tunesien verzeichnet bei Pauschalreisen Einbrüche von mehr als 50 Prozent.
Die Strände sind gähnend leer. Hotels und kleinere Tourismus-Geschäfte melden Konkurs an.

Urlauber aus Europa trauen den tunesischen Sicherheitsbehörden scheinbar nicht viel zu.
Zumal das Land in den letzten Jahren im Chaos zu versinken droht.
Dabei hat wahrscheinlich der IS seine destabilisierende Hand im Spiel.

Von allen Ländern am Mittelmeer leidet Tunesien am stärksten unter den Auswirkungen
von Terroranschlägen. Sogar führende deutsche Reiseveranstalter befürchten,
dass sich daran für längere Zeit nichts ändern wird.


Ägypten

Immer wieder gerät das Land am Suez-Kanal in die Schlagzeilen der Weltöffentlichkeit.
2011 durch die Revolution. Danach beruhigte sich die Lage.
2015 wurde ein vorläufiger Buchungs-Rekord erreicht.
Doch Ende des Jahres wird ein russisches Zivilflugzeug abgeschossen.
Vermutung: der Islamische Staat steckt dahinter.
Erneut bleiben die Urlauber weg. Ägypten kriselt vor sich hin.

Nur noch wenige Touristen aus Europa wollen am Roten Meer schwimmen oder tauchen.
Nach Schätzungen beträgt der Rückgang gegenüber 2015 satte 30 Prozent.
Die Folge der Flaute ist ein spürbarer Preisverfall.
Selbst wenn die Reservierungen wieder zunehmen würden,
ist bei diesen Preisen kein großer Gewinn zu machen.


Türkei

Einer der großen Verlierer der Tourismusbranche ist die Türkei.
Dafür ist nicht so sehr die Flüchtlingskrise verantwortlich.
Der Terroranschlag vom Januar im Istanbul hat die Deutschen schockiert.
12 Bundesbürger kamen durch den Bombenanschlag eines IS-Selbstmord-Attentäters um.

Sofort werden bereits gebuchte Reisen bei TUI, FTI und Co. storniert.
Um finanziellen Einbußen zu entgehen, streichen Lufthansa, Air Berlin und andere
etliche Türkeiflüge. Die Frühbucherzeit Anfang 2016 findet ohne die Türkei statt.
Antalya, Bodrum und Alanya sind raus aus dem Geschäft.

Die Türkei verliert im Jahr 2016 Position 3 bei den beliebtesten Reisezielen.
Aus Deutschland kommen ein Drittel weniger Urlauber im Vergleich zum Vorjahr.
Daran ändern auch die verlockendsten Schnäppchen-Angebote nichts.

Noch schlimmer wird die Situation im Sommer durch die autoritäre und deutschland-feindliche
Politik von Präsident Erdogan. Nach dem Putschversuch des Militärs wird die Türkei
noch ein Stück unsicherer. Erdogan setzt die Demokratie außer Gefecht.
Die Buchungsraten rutschen in den Keller.
Kein Deutscher möchte aus Versehen verhaftet werden.
Und in einem türkischen Gefängnis landen.

Fazit der Geschichte:
Die Türkei verliert in ersten Halbjahr 40 Prozent der gewohnten Reisebuchungen.
Die Strände an der türkischen Riviera sind wie leer gefegt.
Eine Katastrophe für ein Land, dessen Bruttoinlandsprodukt erheblich vom Tourismus abhängt.

Nun sucht Präsident Erdogan die Nähe von Putin.
Eigentlich sind sie sich gar nicht so unähnlich.
Vielleicht kommen wenigstens die 4 Millionen Russen wieder in die Türkei.
Nach dem Flugzeugabschuss kurz vor Weihnachten 2015 hatte Putin
ein Reiseverbot in die Türkei verhängt.


Urlaub in anderen islamischen Staaten

Nicht alle arabische Länder sind von der Reisekrise betroffen.
Politisch stabile Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Dubai,
der Oman und Katar erfreuen sich nach wie vor ziemlich großer Beliebtheit.

Jordanien liegt im Mittelfeld. Dort ist es aufgrund der Palästinenser nicht ganz bombensicher.
Auch für den Libanon würde niemand die Hand ins Feuer legen.
Das Land ist voll von Flüchtlingen aus Syrien. Möglicherweise eine gute Tarnung
für lauerende Terroristen. Passiert ist allerdings noch wenig.

 

Reiseverhalten der Österreicher
Paris ist eine Reise wert. Das finden zumindest die Menschen in Wien, Linz und Graz.
Die französische Hauptstadt hat die Terroranschläge vom November 2015 scheinbar gut verdaut.

Nach dem ersten Schock gingen die Buchungen erheblich zurück.
Aber nach einer gewissen Zeit hat die entschlossene Haltung der französischen Regierung
gute Überzeugungsarbeit geleistet.
Städtereisen nach Paris sind bei den Österreichern fast so gefragt wie vor den Anschlägen.

Laut einer Umfrage im Sommer 2016 hat jeder fünfte Österreicher nicht die geringste Lust,
in ein Land zu reisen, das vom Islam bedroht oder beherrscht ist.
Fast 20 Prozent planen den Urlaub im eigenen Land.
Einer Flugreise sehen viele mit gemischten Gefühlen entgegen.

Trotz einer gewissen Angst vor Terroranschlägen lassen sich die Wiener und Innsbrucker
die Ferienzeit nicht verderben. Aber man ist vorsichtig.
Hinter dem Heimaturlaub ist Italien das zweitbeliebteste Reiseziel. Dahinter kommt Kroatien.

Also alles Nachbarländer, die als sicher gelten. So denkt man auch über Deutschland.
Es fällt auf, dass Spanien den Österreichern bei weitem nicht so zusagt wie uns.
Die Türkei hat es ganz klar verspielt in der Donaurepublik.
Nur noch jeder dritte, der im Jahr davor an die türkische Riviera reiste,
möchte das wiederholen.

 

Blick in die Zukunft
Sind die Türkei, Tunesien und Ägypten nun für alle Zeiten weg vom Fenster?
Sehr wahrscheinlich ist das nicht. Schon einmal – beim Arabischen Frühling 2011 –
sah es so aus, als würde niemand mehr je nach Tunesien oder Ägypten fliegen.
Der revolutionsartige Aufruhr hat Ängste geschürt.

Doch dann wurde es ruhiger. Die Menschen der westlichen Welt vergessen schnell,
was geschehen ist. In den Jahren 2012 bis 2014 sind die Urlauberzahlen wieder angestiegen.
So könnte es jetzt auch wieder in der Türkei passieren. Vorausgesetzt allerdings:
Die Terroranschläge lassen nach. Nicht nur die des IS, sondern auch die der Kurden.

Denn eine Sache scheint klar:
Die Angst um Leib und Leben wiegt stärker als attraktive Urlaubsorte mit Billigpreisen.
Entspannung ist nur da möglich, wo Sicherheit gewährleistet wird.

Reiseveranstalter wie Neckermann, TUI und Thomas Cook versuchen
aus verständlichen Gründen, den Sachverhalt positiv zu schildern:
Was hat Antalya mit Istanbul zu tun?
Was hat Hurghada am Roten Meer mit Kairo zu tun?
Was hat das Seebad Biarritz am Atlantik mit Paris zu tun?
Zwischen den Orten liegen jeweils mehrere Hundert Kilometer.

In der Tat ist es so, dass Touristenzentren bislang weitgehend
von Terroranschlägen verschont wurden. Aber wer will das garantieren?
Ein fanatischer Moslem wie in Nizza kann immer und überall durchdrehen.

 

Deutschland – ein Land der Angsthasen?
Wenn man sich die europaweiten Umfragen ansieht, möchte man diese Frage mit Ja beantworten.
3 von 4 Deutschen fürchten sich vor dem Terror.
Auch wenn die Anschläge hierzulande bisher noch relativ glimpflich endeten.

Möglicherweise ist die Besorgnis auch mit dem riesigen Zustrom an Flüchtlingen zu erklären.
Irgendwie fühlen sich viele Deutsche unbehaglich.

Die Menschen in anderen europäischen Ländern scheinen nicht so panisch zu reagieren.
Weniger als die Hälfte der stark betroffenen Franzosen zeigen Angst in Bezug auf Terrorismus.
Im arg gebeutelten Belgien scheint die Stimmung noch entspannter zu sein.

 


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