Wandern in Österreichs Alpenwelt

Alpensee im Tiroler Zillertal

Bergwandern
in Österreich

Viele Deutsche fahren gern zum Wandern nach Österreich. Die Alpenwelt bezaubert durch hohe Gipfel, idyllische Bergseen, Almwiesen
und tiefe Schluchten.

Auf den Hütten wird eine deftige Brotzeit eingelegt. Gegebenenfalls auch übernachtet.

 

 

Ganz normale Genussmenschen, sportliche ambitionierte Wanderer und Familien mit Kindern
finden in den Alpen von Österreich angemessene Touren.
Bevor ich zu den attraktivsten Strecken komme,
möchte ich Ihnen zeigen, wie man sich auf das Bergwandern vorbereitet.

 

Ausrüstung zum Wandern in Österreich
Was Sie in jedem Fall brauchen, sind stabile Wanderschuhe, Rucksack, Wanderkarte,
Wasserflasche und etwas zu essen. Dazu Schere, Pflaster, evtl. ein Wanderstock.
Und je nach Wetter Hut, Regenjacke, Handschuhe, Parka,
lange Unterhose, Sonnenbrille und Sonnencreme.

Entweder sie bringen alles von zu Hause mit.
Zur Not können Sie es aber auch im Hotel kaufen.
Die sind in der Regel darauf eingestellt.

Wenn Sie ohne Bergführer auf Tour gehen, könnte auch ein Kompass nicht schaden.
Obwohl die meisten Wanderwege gut beschildert sind. Aber sicher ist sicher.
Für alle Fälle haben Sie ein Smartphone dabei.
Idealerweise mit GPS-Funktion, welche die Gehrichtung vorgibt.

 

Wandern in der Bergwelt von Tirol
Ein Thema möchte ich hier noch vorausschicken.
Die Frage: Was ist die beste Jahreszeit zum Wandern in Österreich?
Ich denke, das hängt maßgeblich von der Höhenlage
und somit von den Tagestemperaturen ab.

Wer oberhalb von 2.500 m wandern möchte, wird sicher den Sommer wählen.
Für Strecken unterhalb von 2.000 Höhenmetern ist wohl der Frühherbst am besten.
Vor allem, wenn es ein goldener Herbst ist. Man schwitzt nicht mehr so arg.
Die Natur zeigt sich noch einmal von ihrer schönsten Seite.

Doch nun zu Tirol:
Das Bundesland im Westen von Österreich taugt nicht nur zum Skifahren.
Es besitzt auch eine ganze Reihe schöner Wanderstrecken.
Das Stubaital, das Pitztal und das Villgratental in Osttirol sind Ausgangspunkt für die Touren.

Beim Anblick hoher Gipfel wie Rosskogel, Hoher Burgstall, Wilder Kaiser, Dolomiten
und Hohe Tauern können Sie in Tirol einmalig schöne Tageswanderungen unternehmen.
Dabei kommen Sie immer wieder an blauen Bergseen vorbei.
Von der Talstation fahren Sie mit der Seilbahn ein paar Meter hoch.
Bevor das Trekking-Vergnügen beginnt.

Manche dieser Wanderungen sind auch für Eltern mit Kindern gut geeignet.
Es geht nicht so hoch hinauf. Unterwegs wird den Kids immer wieder Unterhaltung geboten –
in Form von Spiel- und Erlebnisplätzen.
Die Kleinen bekommen Stilaugen beim Anblick von Tropfsteinhöhlen, Steinböcken und Gämsen.
Auf Picknickplätzen erleben sie Lagerfeuer-Romantik.

Wer Lust hat auf eine mehrtägige Tour:
Am Wilden Kaiser wird eine 3-Tageswanderung angeboten.
Dabei kommen Sie u.a. am Hintersteiner See vorbei.
Pro Tag wird ca. 5 Stunden gewandert.
Es sind leichte Touren in einem schönen Landschaftspanorama.
Nur trainierte Bergwanderer werden sich an die Abhänge des Wilden Kaisers trauen.

 

Skifahren in Österreich:
Die attraktivsten Skigebiete im Überblick

 

Wandern im Salzburger Land
Wohl keine Region in Österreich ist so prädestiniert für einen Familienurlaub mit Kindern
wie das Salzburger Land. Vor allem auch, wenn es um das Wandern geht.
Die Leichtigkeit der Strecken sind auch für Senioren perfekt.
Die Anfahrt nach Salzburg ist unkompliziert.
Von München aus sind es nicht mehr als 2,5 Stunden Autofahrt.

Eine der schönsten Touren im Salzburger Land geht durch die Teufelsgraben-Schlucht –
in der Seenlandschaft bei Seeham.
In diesem Freilichtmuseum sehen Alt und Jung einen kleinen Wasserfall.
Woanders treibt ein Bergbach das Wasserrad einer Mühle an.
Austernkrusten deuten darauf hin, dass hier vor der Eiszeit ein Meer gewesen sein muss.

Im Salzburger Land gibt es einige solcher Erlebnisparks.
Wenn Sie mal keine Lust haben auf Wandern:
Dann gehen Sie mit den Kindern zur Sommerrodelbahn Leogang.
Typisch für diese Region ist die Vielzahl an Almhütten.
Am Wolfgangsee finden wir leichte Wandertouren wie den Postalm-Rundweg
oder den Almblumenweg. Dort können Sie auch sogar mit Kleinkindern wandern.

Andere kinderfreundliche Wander-Erlebnistouren sind:
Der Märchenwanderweg von Faistenau (ebenfalls am Wolfgangsee).
Der Urwald-Trip im Raurisertal (südöstlich Zell am See).
Der Leos Spielewanderweg (Saalfelden-Leogang).

Auf den kurzen Strecken wird den Kindern alles Mögliche geboten.
Damit das Wandern nicht langweilig wird:
Die Höhle eines feuerspeienden Drachens, eine Kletteranlage, Schaukeln,
Wippen und Rutschbahnen. Dazu Spielplätze am Wasser.
Und leichte Rätselaufgaben über irgendwelche Tiere.

 

Niederösterreich: leichtes und abgeschiedenes Wandern
Zur Geografie: Zu Niederösterreich gehören das Donautal, Wien und die Grenzgebiete
zur Slowakei und zu Tschechien. Grob gesagt: der Nordwesten von Österreich.
Die Berge sind nicht so hoch wie in den Alpen.
Das macht ein gemütliches Wandern möglich – auch über weitere Strecken.

Nahe der tschechischen Grenze befindet sich das Wandergebiet „Waldviertel“.
Die Wasserfälle dort sind sehenswert. An dem Flüsschen Lainsitz finden Sie eine
der unverfälschtesten Landschaften in ganz Mitteleuropa. Vergleichbar mit dem Bayerischen Wald.

Etwas abenteuerlich geht es auf dem Thayatalweg zu.
Sie kommen vorbei an hoch gelegenen Mooren und fast undurchdringlichen Wäldern.
Der Norden von Niederösterreich ist deshalb so wenig von der Zivilisation berührt,
weil dort bis 1990 der Stacheldraht zwischen Ost und West verlief.

In der Region südlich von Wien gibt es etliche ausgeschilderte Wanderwege.
Gutensteiner Alpen hört sich mordsmäßig anstrengend an.
In Wirklichkeit sind es nur etwas größere Hügel,
die auch von älteren Zeitgenossen relativ leicht zu meistern sind.
Mittelgebirgsmäßig, vergleichbar mit Harz, Taunus oder Thüringer Wald.

 

Trekking im Vorarlberg
Das kleinste Bundesland von Österreich grenzt im Westen an den Bodensee,
Liechtenstein und die Schweiz.

Hier möchte ich zwei Wandergebiete hervorheben.
Zum einen den so genannten „Min Weag“ (auf Deutsch: Mein Weg).
Dabei handelt sich um einen großen Rundwanderweg mit insgesamt 30 Tages-Etappen.
In nicht so steilen Lagen und im Rheintal fahren auch Mountainbiker.

Nummer 2 ist das Wandergebiet im Bregenzerwald. Dort sind verschiedene Touren möglich.
Zum Beispiel der Käseweg, die Lichtquellentour, der Wasserweg und der Berggeistweg.
Der letztere bietet dem Nachwuchs einiges an Spielmöglichkeiten.
Käseweg und Wasserweg sind relativ gemütliche Strecken.

Die Lichtquellenroute geht in mehreren Trekking-Etappen hoch
zur Freiburger und zur Stuttgarter Hütte.
Einen habe ich noch: Im 30 km entfernten St. Anton am Arlberg gibt es den Adlerweg.
Die 300 km lange Strecke führt durch halb Österreich.
Über die Steilhänge des Inntals, den Naturpark Karwendel,
die Brandenberger Alpen, bis nach St. Johann in Tirol.

 

Berge und Seen in Kärnten
Kärnten ist der südlichste Bundesstaat von Österreich.
Vielleicht waren Sie schon einmal am Wörthersee bei Klagenfurt. Dann wissen Sie Bescheid.
In der Alpenwelt von Kärnten können neben sportlich-fitten Menschen auch Familien
mit ihren Kindern wandern. In Höhenlagen zwischen 650 und 2.700 m.

Am Katschberg können Sie sich in eine Almhütte einmieten.
Und von hier aus auf Wanderschaft gehen.
Schließen Sie sich einer Gruppe unter Leitung eines Bergführers an. Das ist immer besser.
Der Katschberg ist sehr beliebt, weil abends manchmal Fackelwanderungen durchgeführt werden.

Weniger hoch liegen die Wandergebiete am Klopeiner See
und am Völkermarkter Stausee (Ostkärnten).
Dafür haben Sie dort ein extrem weites Wegenetz von mehr als 700 km an Wanderwegen.

Die Erhebungen der Alpen sehen nicht überall gleich aus in Österreich.
Am Klopeiner See befinden sich einige kalkartige Berge.
Diese heben sich deutlich ab vom sonstigen Landschaftsbild der Kärntner Alpen.
Zur Brotzeit kehren Sie in einer Alm ein. Um sich mit deftigen Speisen zu stärken.

Eine andere Berg-Seewanderung führt entlang des Weissensees (Gailtaler Alpen).
Dort sind auch gemütliche Familienwanderungen möglich. Im Sommer können Sie sogar baden.

 

Wandern in der Steiermark
Das zweitgrößte Bundesland – Hauptstadt Graz – liegt im Südosten der Alpenrepublik.
Die Steiermark grenzt im Süden an Slowenien.
Hier sind nicht nur Kultur und Lebensart zu Hause.
In der Steiermark können Sie auch einen prima Wanderurlaub erleben.
Zum Beispiel am Fuße des 3.000 m hohen Dachstein-Massivs.
Das sich bis ins Salzburger Land hin zieht.

Auf diesen Wanderungen erleben die Urlauber viele schöne Landschaftsbilder:
Weinberge, Seen und dunkle Wälder und Bergbäche wechseln sich ab.
In dem großen Wandergebiet der Steiermark sind verschiedene Streckenprofile möglich.
Die von Hotels engagierten Bergführer teilen die Gruppen nach Fitnessgraden ein.
Damit keiner überfordert wird.

 

Wanderregion Oberösterreich
Nordwestlich von Salzburg liegt die Region Oberösterreich, mit der Hauptstadt Linz.
Dieses Bundesland grenzt direkt an Bayern. Ist per Auto oder Bahn schnell zu erreichen.

Zu den interessantesten Wandergebieten in Oberösterreich gehört die Region Dachstein
im Salzkammergut. Unter anderem wegen der 2 km langen Dachstein-Eishöhle in Obertraun.
Der Höhlenführer macht mit den Besuchern Rundgänge.
Sie sehen Eiszapfen, 20 m dicke Eisberge und einen Eispalast.
Man schätzt das Alter der Eisgebilde auf 500 Jahre.

Am Fuß des Dachsteingebirges gibt es Wander- und Bergtouren.
Entweder von Süden her (Ramsau). Oder von Norden (Hallstattsee).
Wenn das Wetter klar ist, sehen Sie weit oben die Eisgletscher des Dachsteins (in 2.900 m Höhe).

In Oberösterreich finden wir große Bergseen.
Am Attersee, Traunsee, Mondsee, Wallersee und Irrsee gibt es Wanderwege ohne Ende.
Für Familien mit Kleinkindern am interessantesten ist der Kindermärchenwanderweg
in Unterach am Attersee. Entlang des kurzen Waldweges sind verschiedene Märchengestalten
wie Rotkäppchen, Wolf, Frau Holle sowie Schneewittchen und die 7 Zwerge aufgestellt.
Außerdem sind mehrere Spielplätze vorhanden.

 

Sportliches Höhenwandern in der Alpenwelt von Österreich
Die Tagestouren für „normale Urlauber“ gehen in der Regel
über einen Zeitraum von 3 bis 6 Stunden.
Das Streckenprofil ist leicht oder mittelanstrengend.

Bei Höhenwanderern sieht es anders aus.
Sie erklimmen erstaunliche Berghöhen in dünner Höhenluft.
Manchmal über die 3.000 Meter-Marke.
Höhenspezialisten sie sind nicht selten mehrere Tage am Stück auf den Beinen.
Das setzt eine sportliche Grundverfassung voraus.


Höhenwandern in Hohe Tauern

Der Nationalpark Hohe Tauern ist das größte Ski- und Wandergebiet in Österreich.
Ein absolutes Hochgebirge – mit Bergen über 3.000 m.
Es erstreckt sich vom italienischen Südtirol nach Osten bis nach Bad Hofgastein.
Das sind ungefähr 100 Kilometer Luftlinie.

Die Touren gehen über 5 bis 7 Tage. Immer wieder fällt der Blick der Wanderer
auf zauberhafte Landschaften und Naturschauspiele.
Im Gegensatz zur alpinen Bergstrecke am Großglockner  kommen Sie hier auch noch
mit einer mittelguten Kondition zurecht. Es werden nur Höhen bis maximal 2.300 m erreicht.


Der Grüne Ring

Im Vorarlberg gibt es eine Bergtour, die „Grüner Ring“ genannt wird. Am Arlberg von St. Anton.
Was diese Strecke so attraktiv macht, sind die vielen Bergseen und Wasserfälle.
Die gesamte Tour kann in 3 Tagen bewältigt werden.
Es werden teilweise erhebliche Höhendifferenzen von bis zu 1.000 Meter überwunden.


Adlerweg – an den Brutstätten des Königsvogels

Eine andere Höhenwandertour in der Alpenwelt von Österreich ist der Adlerweg in Tirol.
Kein Mensch wird die 400 Kilometer am Stück laufen. Dazu bräuchte man viele Tage.

Man darf nicht vergessen, dass der Adlerweg von Tirol im Hochgebirge liegt.
Pro Tag wandern und klettern Sie rund 10 bis 15 Kilometer.
Seinen Namen verdankt diese weitläufige Strecke den Adlern,
die öfter mal ins Blickfeld geraden.


Rund um den Großglockner

Der Großglockner ist mit 3.798 m der höchste Berg in den österreichischen Alpen.
In dieser Region von Osttirol haben Sie mehrere Trails zur Auswahl:
Die Venediger Höhenwanderstrecke, die Tour oberhalb des Virgentals
und den Großglocknerweg. Der letztere führt auf eine Höhe von über 3.600 m.
Übernachten können Sie in unbewohnten Berghütten.
Eiskalt ist es hier. Sie müssen Pullover und dicke Strümpfe im Rucksack haben.

 

SOS-Bergnot
Sicherheit ist ein ganz großes Thema beim Bergwandern in Österreich.
Zwar müssen Sie nur im Winter mit Lawinen rechnen.
Dennoch sollten Sie ein paar Gesichtspunkte beherzigen.

Regel Nummer 1: Bleiben Sie auf Wegen, die vorgegeben sind.
Wenn Sie versuchen „Abkürzungen“ zu nehmen, könnten Sie sich nicht nur verirren.
Sondern auch in gefährliche Situationen kommen. Bis hin zum Unfall.

Auch wenn Sie schon hundertmal im Hochgebirge gewandert sind:
Der Körper muss sich jedes Mal neu auf die dünnen Luft oberhalb von 1.500 Meter einstellen.
Das braucht ungefähr 2 Tage. Fangen Sie mit einem langsamen Gehtempo an.
Bis der Körper mehr Blutkörperchen gebildet hat,
die den Sauerstoffmangel der Höhenluft ausgleichen.

Noch kritischer wird es oberhalb von 2.500 Meter.
Wenn Sie Pech haben, werden Sie von der Höhenkrankheit heimgesucht.
Die kann bis hin zur Desorientierung oder Bewusstlosigkeit führen.
Daher sollten in solchen Höhen niemals allein sein.

Zum SOS-Alarm brauchen Sie ein Handy und eine Notrufnummer.
Für Österreich lautet die 140.
Beim Telefonieren ist es wichtig, dass Sie wissen, wo Sie gerade sind.
Wie lautete die Aufschrift auf dem letzten Wegschild?
An welcher Hütte sind Sie vorbei bekommen?
Wo haben Sie zuletzt übernachtet?
Von welchem Hotel sind Sie aufgebrochen?

Dass man beim Wandern auf Wein, Bier und Schnaps ganz verzichten sollte,
versteht sich wohl von selbst. Sie können in einer Hütte allenfalls mal einen
kleinen Schorlen zu sich nehmen. Mehr aber bitte nicht.
Reichlich Essen und Trinken sind hingegen wichtig beim Wandern.
Damit Sie bei Kräften bleiben.

Schauen Sie abends immer nach dem Wetterbericht.
Starke Regenfälle, einsetzender Schnee, große Hitze oder eine Gewitterfront
können aus dem gewünschten Wandervergnügen schnell eine Katastrophentour machen.

 


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