Urlaubsgepäck sicher ins Auto packen

Tipps zum Verstauen des Reisekoffers im Auto

Wenn Sie mit dem Auto auf Reisen gehen, haben Sie diverse Vorteile.
Sie sind nicht von öffentlichen Verkehrsmitteln abhängig.
Sie können deutlich mehr Gepäck mit sich führen als wie mit der Bahn oder im Flugzeug.
Aber auch dem sind Grenzen gesetzt.

Was braucht man alles im Urlaub? Worauf kann man zur Not verzichten?
Nehmen Sie sich die ruhig Zeit,
und fertigen Sie ein paar Tage vor dem Urlaub eine Packliste an.

Zuerst werden Ihnen tausend Sachen einfallen.
Am Ende sollten aber nur wesentliche Gegenstände ins Gepäck kommen.
Wie Kleidung, Schuhe, Medikamente, Sonnenbrille, Ski-Anzug, Ausweise, Hotelbuchung.
Badesachen, Hygieneartikel, Sportartikel und evtl. Spiele fürs Kind.
Sachen, die man am Urlaubsort leicht kaufen kann, sollten im Zweifelsfall zu Hause bleiben.

Man sollte auch nochmal kurz nachdenken über die klimatischen Verhältnisse am Urlaubsort.
Braucht man wirklich Regenjacke und Pullover?
Soll man sich Fahrrad und Skier nicht lieber ausleihen?
Speziell bei langen Fahrten erhöht jedes überflüssige Pfund am Auto
nicht nur die Sicherheit. Sondern auch die Benzinkosten.

Vor allem beim Campingurlaub braucht man in der Regel viel Gepäck – wenn man irgendwo
auf einem entfernten Campingplatz einen Wohnwagen stehen hat oder zelten will.
Dann ist bei der Auswahl des Equipments besondere Vorsicht geboten.

Am Ende wiegen Sie alle Taschen plus Koffer, bevor diese ins Auto verladen werden.
Damit Sie das zulässige Gesamtgewicht des Pkw nicht überschreiten.
Ein überladenes Gefährt ist ein Sicherheitsrisiko für Sie und andere Verkehrsteilnehmer.

Hier nun ein Überblick, wie Sie mit dem Auto sicher am den Urlaubsort kommen.

 

Packliste und Gesamtgewicht des Autos
Auch wenn Sie noch so viel Stauraum haben:
Jedes Kilo mehr an Gepäck erhöht die Unfallgefahr.

Wie hoch ist eigentlich das zulässige Gesamtgewicht Ihres Autos?
Das ist die Summe aus Eigengewicht des Pkw plus Personen plus Gepäck.
Was hat haben Hersteller und TÜV bei Ihrem VW oder BMW vorgesehen?
Diese Angaben finden Sie im Fahrzeugschein.

Sie müssen also das Leergewicht des Autos (inkl. Ersatzreifen, Airbag usw.) addieren
zum Gewicht der Insassen, des Hundes und den Gepäckstücken.
Im Zweifelsfall holt man sich lieber Rat bei seiner Kfz-Werkstatt ein.

Warum ist das so wichtig?
Nehmen wir an, Sie haben auf der Autobahn einen ordentlichen Zacken drauf.
Plötzlich läuft ein Wild über die Straße. Sie müssen eine Vollbremsung hinlegen.
Noch schlimmer ist es bei einer Massenkarambolage vor Ihnen.
Wenn es nicht nur um Blechschäden, sondern vielleicht um Leib und Leben geht.

Dann müssen Sie in der Lage sein, das Auto schnell zum Stehen zu bringen.
Das Fahren mit Übergewicht erhöht aber den Bremsweg.
Probleme kann es auch bei Bergabfahrten in den Alpen geben.
Im Vergleich zu diesen Problemen nehmen sich die Knöllchen und Punkte in Flensburg,
die bei Überladung drohen, geradezu lächerlich aus.

 

Mit dem Auto nach Österreich fahren:
Zum Wandern, Ausspannen oder Skifahren

 

Sicherheits-Maßnahmen vor der Anreise
Risiko beim Bremsen und in der Kurve:
Der ADAC empfiehlt, den Schwerpunkt des Autos möglichst niedrig zu halten.
Schweres Gepäck sollte man deshalb so weit wie möglich nach unten packen.
Außerdem ist es durch Sicherheitsgurte gegen Verrutschen zu sichern.
Im Kofferraum sollten sich Ösen befinden, an denen Gurte angelegt werden können.
Das alles ist nachrüstbar.

Die Heckscheibe muss unbedingt frei bleiben.
Dorthin gehören weder Sonnenhut, Strandmatte noch irgendwelche kleinen Taschen.
Auf Bundesstraße und Autobahn müssen Sie erkennen,
wenn jemand zum Überholen ansetzt. Oder wenn Sie selbst die Fahrbahn wechseln.

Alles, was zu einer Gefahr für die Autoinsassen werden könnte,
hat im Innenbereich nichts zu suchen.
Ein Regenschirm kann bei scharfem Bremsen zu einem tödlichen Speer werden.

 

Was gehört in den Fahrerraum und ins Handschuhfach?
Alles, was man während der Autofahrt sehr wahrscheinlich braucht.
Der Führerschein sowieso. Dazu ein paar Kleinigkeiten zu essen (Brote/ Snacks)
und Getränke. Und einen Auto-Atlas, falls Sie ohne Navigationsgerät fahren.

Spielzeug für die Kleinen bekommen Sie wohl kaum ins Handschuhfach.
Aber für Smartphones ist mit Sicherheit noch Platz.
Auf einer langen Urlaubsfahrt kann sich der Nachwuchs damit die Zeit totschlagen.
Und Sie haben nicht ständig das lästige „Papa, sind wir bald da?“ in den Ohren.

Als Alternative zum Handschuhfach bietet sich bei manchen Autos ein kleines Gepäcknetz
am rückwärtigen Fahrersitz an. Oder kleine Hohlräume an den Innenseiten der Fahrzeugtüren.

Apropos Türen: Denken Sie bei Kleinkindern und leichtsinnigen Jugendlichen bitte
an die Kindersicherung. Bei modernen Autos können Türen so eingestellt werden,
dass sie nur von außen geöffnet werden können.

 

Urlaubsgepäck sicherer im Kofferraum
Auch wenn Sie allein oder zu zweit verreisen:
Koffer gehören unbedingt in den Kofferraum, nicht auf die Rückbank.
Zu groß ist die Gefahr, dass Gepäckstücke bei einer Bremsung von der Rückbank
nach vorn fliegen und zu Verletzungen führen.
Dasselbe kann passieren, wenn die obersten Gepäckstücke im Kofferraum höher liegen
als die Rückenlehne an der Rückbank.

Die Gefahr von fliegendem Gepäck wird vom Laien total unterschätzt.
Der ADAC hat bei Tests festgestellt: Bei einer Vollbremsung oder einem Auffahrunfall
mit 50 km/h erhöht sich die kinetische Bewegungskraft des rutschenden Koffers (25 kg)
auf ca. 800 kg. Das ist halb so viel wie ein VW Polo wiegt.
Wenn der Koffer Sie am Kopf erwischt, ist nicht nur der Urlaub vorbei.

Außerdem liegt die hintere Sitzbank etwas höher als der Boden des Kofferraumes.
Bei Gepäck auf der Rückbank erhöht sich der Schwerpunkt des Autos.
Das Fahren in Kurven wird unsicherer.

Der Kofferraum sollte nicht einseitig mit schweren Gepäckstücken belastet werden.
Sondern gleichmäßig. Wenn das Auto Schlagseite hat, kann es in Kurven brenzlig werden.
Am besten stellen Sie rechts und links je einen schweren Koffer hin.
Den Zwischenraum füllen Sie mit Taschen, Tüten und diversen Urlaubsutensilien.
Alles Schwergewichtige wird mit Gurten festgezurrt.

Sie fahren sicherer, wenn Sie die Hartschalenkoffer kompakt
und aufrecht nebeneinander stellen.
Senkrechtes Reisegut verrutscht beim Bremsen nicht so leicht wie aufeinander liegendes.

Jede Lücke zwischen den Koffern verringert die Stabilität der Ladung.
Sollten dennoch Zwischenräume entstehen: dann füllen Sie diese bitte mit halbwegs
festen Gegenständen aus. Nicht mit einem Sonnenhut,
sondern z.B. mit einem fest zusammengeknüllten Badetuch.
Viel wichtiger aber ist das Befestigen der Koffer mit Gurten.

Beim großen Combi mit hoher Zuladungserlaubnis empfiehlt es sich,
zwischen Rückbank und Kofferraum ein Gepäcknetz vorschriftsmäßig einzubauen.
Fahren Sie mit dem Hund in Urlaub, müssen Sie das sowieso.

Diese Barriere verhindert ein Rutschen der Koffer in Richtung Sitze.
Und somit eine Gefährdung der Insassen.
Sie haben aber nach wie vor freie Sicht auf den Verkehr hinter Ihnen.

 

Wohin mit Verbandskasten, Feuerlöscher,
Warnweste, Warnleuchte und Warndreieck?

Erste Hilfe-Koffer müssen schnell griffbereit sein.
Daher werden sie Kofferraum ganz oben hin gepackt, oder unter den Beifahrersitz.
Der Feuerlöscher kommt möglichst direkt hinter den Fahrersitz.
Damit er schnell greifbar ist, aber kein Unheil anrichten kann.
Unter dem Sitz könnte er beim Bremsen nach vorn rutschen und die Füße verletzen.

Wenn sie auf dem Weg zum Urlaub eine Reifenpanne haben, man muss sowieso
den gesamten Kofferraum leeren, um den Ersatzreifen zu entnehmen.
Von daher ist es egal, wo Radkreuz, Wagenheber und Luftpumpe verstaut sind.
Sie müssen sie nur dabei haben.

Um einen Unfallort abzusichern, brauchen Sie ganz schnell die Warnleuchte
und das Warndreieck. Die gehören im Kofferraum ganz oben hin.
Möglichst in eine geschlossene Kiste, die gegen Verrutschen gesichert ist.

 

Kleinteile sicher verpacken
Wohin mit Bilderbuch, Rasierer, mit Spielzeug und Sonnenmilch?
Ich denke, jeder wird auf den glorreichen Gedanken kommen,
solche Sachen in einen festen Behälter zu packen (z.B. Rucksack oder Wandertasche).
Und nicht einzeln im Auto herumliegen zu lassen. Auch nicht auf dem Boden.

Es ist nicht nur ärgerlich, wenn das Kinderspielzeug unter den Fahrersitz rutscht.
Es kann in Extremsituationen auch zum Sicherheitsrisiko werden.
Dinge, die man unterwegs evtl. braucht,
packen Sie in Seitentaschen des Rucksacks oder ganz oben hin.

 

Unfallgefahr durch Dachgepäckträger
Wenn Sie als kinderloses Paar in Urlaub fahren, braucht man den wahrscheinlich gar nicht.
Bei Familien kann das Gepäck aber so viel werden,
dass zusätzlich eine Box auf dem Dach nötig wird.

Dort kommen zwar nur leichtere Gegenstände hinein (z.B. Wintersportausrüstung).
Aber auch die sollten so abgesichert sein,
dass sie nicht verrutschen oder Geräusche verursachen.

Der Dachgepäckträger muss perfekt montiert sein.
Damit sich unterwegs nichts löst, und andere Autofahrer nicht gefährdet werden.
Das Gepäck in Dachboxen kann nicht zu einer unmittelbaren Gefahr für die Insassen werden.
Daher ist sie vom Prinzip her sicherer
als wenn man verschiedene Dinge auf dem Rücksitz verstaut.

Schweres Gerät in einer Gepäckbox wäre für Kurvenfahrten ein unverantwortliches
Sicherheitsrisiko. Das hoch liegende Gewicht könnte das Auto aus der Kurve tragen.
Zum Beispiel bei einer Autobahn-Ausfahrt.

Auch für das Dachgepäck ist in der Bedienungsanleitung
bzw. im Zulassungsschein des Autos ein Maximalgewicht vermerkt.
Wenn Sie im Zubehör oder bei Amazon eine Dachbox kaufen:
Dann denken Sie bitte auf das TÜV-Siegel für geprüfte Sicherheit.
Mit No-Name-Produkten spart man sicher am falschen Ende.

 

Fahrradträger am Heck
Sie verbringen den Urlaub in Deutschland.
Zum Beispiel an der Nordsee oder an den bayerischen Seen.
Dort würden Sie mit Ihrem Schatz und dem Nachwuchs gern Radtouren unternehmen.

Wenn Sie am Reiseziel Fahrräder für die gesamte Familie mieten,
kann es ganz schön ins Geld gehen.
Also wird man möglicherweise 2 oder 3 Räder gleich mitnehmen.

Dazu eignen sich Fahrradträger am Heck des Autos.

Aber auch hier muss man an die Sicherheit denken.
Auf keinen Fall dürfen die Brems- und Rücklichter irgendwie verdeckt werden.
Sie dürfen die Sicht nach hinten nicht zu sehr beeinträchtigen.
Auch die Fahrrader gehören zum zulässigen Gesamtgewicht des Pkw.

 

Mehr Gewicht braucht mehr Reifendruck
Je mehr Personen mitfahren und je mehr Urlaubsgepäck mitgeführt wird,
desto größer wird der Druck auf die Reifen.
Damit die Bodenhaftung in Kurven und beim Bremsen nicht beeinträchtigt wird,
ist es nötig, den Luftdruck der Reifen dem neuen Gewicht des gesamten Autos anzupassen.

In der Fahrzeug-Anleitung, auf der Innenseite des Tankdeckels und manchmal auch
am Deckel des Handschuhfachs sind Angaben gemacht über den richtigen Reifendruck
bei Sommer- und Winterreifen – jeweils bei halber und voller Beladung.

 

Höhe Von Fern- und Abblendlicht einstellen
Kofferraum und Rücksitz sind bei Urlaubsreisen stärker belastet als im normalen Alltag.
Das Schwergewicht des Autos verlagert sich weiter nach hinten.
Dort sackt es trotz richtigem Reifendruck mehr ab.
Dadurch zeigen Schweinwerfer nun weiter nach oben.

Die Lichter sollen nicht in den Himmel, sondern auf die Straße zeigen.
Damit entgegenkommende Fahrzeug nicht unnötig geblendet werden,
sollte man nach dem Packen noch die Höhe der Lichter testen und nach unten nachkorrigieren.

Dazu muss man nicht extra in die Werkstatt fahren.
Hier sehen Sie Do it yourself-Anleitungen aus dem Internet.

 

Urlaubsfahrt mit Anhänger
Auf längeren Fahrten ist er eine Last. Auch bildlich gesprochen.
Weil es scheppert und weil man nicht schnell fahren darf.
Wenn das Urlaubsziel allerdings irgendwo in Deutschland liegt und man hat 3 oder 4 Leute dabei:
dann wäre der Anhänger vielleicht eine Überlegung wert.

Dort geht mehr hinein als in jede Dachbox.
Sie brauchen den Kofferraum nicht zu überladen.
Sie können sogar größere Dinge bequem mitnehmen.

Aber auch hier muss alles mit Gurten und Netzen gut gesichert werden.
Und Sie müssen die im Schein eingetragene Maximallast für den Anhänger beachten.

Damit hätten wir es geschafft.
Sobald das gesamte Gepäck unter Dach und Fach ist,
sollte man sich sicherheitshalber noch Zeit nehmen für eine Testfahrt.
Damit gewöhnt man sich vor der Reise an das veränderte Fahr- und Bremsverhalten des Pkw.
Lassen Sie auch Ihre Frau mal kurz eine Runde drehen.

 


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