Tipps fürs Thermalbad

Kurzurlaub und Wellness im Thermalbad

Wir müssen nicht unbedingt an einem sonnigen Strand im Süden schwimmen,
um für Körper, Geist und Seele etwas Gutes zu tun. Ein ganz normaler Wellnesstag
im Thermalbad genügt schon, um unsere Akkus wieder aufzuladen.

Baden im 33 Grad warmen Wasser mit anschließender Ruhephase bedeutet
eine wohltuende Auszeit fürs Gemüt und die strapazierten Nerven.
Darüber hinaus haben die Mineralstoffe im Badewasser präventiv oder kurierend
positive Auswirkungen auf viele gesundheitliche Missempfindungen und Beschwerden.

Wenn wir es richtig machen, ist der Besuch des Thermalbad eine Reise zu uns selbst.
Alles was im Alltag wichtig erscheint, wird ausgeblendet.
Es gibt nur noch das Hier und Jetzt. Wir finden zur Ruhe, wir erholen uns prächtig.
Manchmal fühlt man sich nach der Therme wie neu geboren.

Folgende Tipps werden Ihnen zeigen,
wie man dieses Glücksgefühl am besten hinbekommt:

 

Das Thermalbad und ich – meine geliebte Auszeit
Der Urlaub vom Alltag bringt nur dann etwas, wenn Sie jede Art von Stress und Hektik
vermeiden. Schalten Sie Störfaktoren aus. Zum Beispiel das Handy.
Surfen im Internet und E-Mails lesen geht ebenfalls nicht.
Die Zeit im Thermalbad gehört nur angenehmen, erholsamen Gedanken.

Es ist unmöglich, sich komplett zu entspannen, wenn das Thermalbad voll ist.
Der frühe Donnerstag-Nachmittag wird sich wahrscheinlich besser eignen als der Sonntag.
Speziell an Feiertagen und an Winter-Wochenenden platzen Thermalbäder
aus allen Nähten. Dann ist ein erholsamer Kurzurlaub nahezu ausgeschlossen.

Außerdem ist es wichtig, dass Sie genügend Zeit mitbringen.
Wenn diese von vornherein auf 3 Stunden begrenzt ist:
Dann verschieben Sie die Aktion besser auf einen günstigeren Tag.
Der Erholungswert ist äußerst fraglich.
Vor allem dann, wenn Sie in dieser kurzen Zeit zu viele Anwendungen absolvieren wollen.

Je nach Anstalt gibt es diverse Wellness-Angebote:
Ganzkörpermassage, Aqua-Gymnastik, Sauna, Dampfbad. Bierbad, Solebad,
Thalasso-Bad, Rasulbad. Dazu manchmal auch Beauty-Anwendungen für Damen.
Der Fantasie der Thermalbad-Besuchers sind kaum Grenzen gesetzt.
Suchen Sie sich eine Haus mit Wellness-Behandlungen ganz nach Ihrem Geschmack.

 

Perfekter Badespaß in der Therme
Wie lange soll man überhaupt baden?
Es gibt Zeitgenossen, die wollen für alles im Leben Regeln aufstellen.
Die optimale gesundheitliche Wirkung liegt statistisch bei 26 Minuten und 45 Sekunden.
Oder irgend so ein Quatsch. Mir persönlich sind 30 Minuten im Thermalwasser zu wenig.
Das ist subjektiv, hat nicht viel zu sagen.

Man sollte nicht auf die Uhr schauen, sondern auf sein Zeitgefühl hören.
Wenn man des warmen Wassers überdrüssig wird, verlässt man das Becken.
So einfach ist das. Alles, was mit fester Planung verbunden ist, gehört nicht ins Thermalbad.

Allerdings muss man auch erwähnen, dass eine Ausweitung der Badezeit
auf über 45 Minuten pro Einheit objektiv keine Verbesserung der Wirkung mehr erzielt.
Aber solange es Spaß macht, darf man ruhig im Wasser bleiben.

Sinnvoller als an einem Tag summarisch 4 Stunden im warmen Wasser zu baden wäre es
auf jeden Fall, regelmäßig das Thermalbad aufzusuchen. Zum Beispiel alle 2 oder 3 Wochen.

Auf das Baden im warmen Wasser erfolgt eine Abkühlung.
Sie können sich unter die Dusche stellen. Ein kaltes Fußbad nehmen.
Oder nach Pfarrer Kneipp mit dem Schlauch kaltes Wasser über den Körper gießen.
Die Abkühlung ist empfehlenswert, aber kein Muss.
Die Körpertemperatur wird durch das 34 Grad warme Thermalbad nicht nennenswert erhöht.

Ganz anders sieht es mit der Sauna aus.
Egal, ob man zum Aufguss geht, in die Trocken- oder Bio-Sauna:
Dort wird man auf jeden Fall so stark erhitzt, dass als Abschluss eine Abschreckung
in Form von Wasser oder kühler Luft erfolgen muss.
Am besten ist eine kalte Dusche. Oder das kurze Eintauchen ins Eisbecken.

Der eigentliche Zweck eines Wellnesstages im Thermalbad ist es, zur inneren Ruhe
zu finden. Die meisten Bäder haben rund um das Becken Liegestühle stehen.
Mancherorts können Sie einen abgelegenen Ruheraum aufsuchen.
In der Ruhezeit entspannt sich die Körpermuskulatur. Der innere Frieden stellt sich ein.

Lesen Sie ein Buch. Machen Sie die Augen zu.
Oder unterhalten Sie sich ein wenig mit dem Nachbarn.
Und vor allem: trinken Sie reichlich. Durch den Aufenthalt im warmen Thermalbad
und durch die hohe Raumtemperatur wird der Körper durstig.
Sie können die Zeit zwischen den Bädern auch nutzen
für eine Massage oder eine andere Anwendung.

 

Wellnesstag im Thermalbad:
Was kann, was muss, was darf nicht sein?
Egal ob Schwimmbad, Hallenbad, Saunalandschaft oder Thermalbad:
Überall müssen Besucher die Hausordnung beachten.
Dazu gehören gewisse Hygiene-Vorschriften.

Nach dem Ausziehen der Alltagsklamotten müssen Sie zuerst duschen.
Weder in der Sauna noch im Thermalbad oder auf der Massagebank darf man
mit ungewaschener Haut erscheinen.
Auch getrockneter Schweiß gilt selbstverständlich als unhygienisch.

Von der Umkleidekabine an müssen Sie Badeschuhe tragen. Das ist Pflicht.
Denn Barfußläufer können über die feuchten Fliesen Pilzkrankheiten übertragen.
Oder sich solche einfangen.

Damit im Thermalbecken keine Pilze übertragen werden,
sollte sich jeder Besucher vor jedem einzelnen Bad die Füße desinfizieren.
Dazu gibt es spezielle Desinfektionsgeräte.
Manche Badeanstalten verwehren Menschen mit Fußpilz sogar den Zutritt.

Tun Sie sich selbst einen Gefallen.
Trocknen Sie die Zehenzwischenräume nach jeder Wasseranwendung
(auch nach der Sauna) mit einem Handtuch gründlich ab.
Genau dort siedeln sich Nagel- und Fußpilzbakterien am liebsten an.

Ruhestörung im Thermalbad:
Ganz mucksmäuschenstill ist es niemals in der Therme.
Whirlpool, Wasserstrahl und die Schwimmbewegungen verursachen einen gewissen
Geräuschpegel. Daran lässt sich nichts ändern.

Die Besucher sind allerdings angehalten, laute Gespräche oder Überraschungsschreie
zu vermeiden. In Ruheräumen sollte man nur flüstern.
Wer unbedingt Musik hören muss, sollte einen Kopfhörer anlegen.
Halten Sie Ihre Kinder an, sich halbwegs ruhig zu verhalten.

Respektieren Sie die Privatsphäre anderer Besucher.
Zwingen Sie niemandem ein Gespräch auf.
Viele Menschen wollen einfach nur abschalten und an gar nichts denken.
Oder im Halbschlaf den Gedanken freien Lauf lassen.

Was kann es Schöneres geben, als sich im Kurzurlaub 1 oder 2 Bier oder Radler
zu genehmigen? Was auf Mallorca oder Ibiza 
vielleicht Sinn macht,
ist im Thermalbad völlig daneben.

Vermeiden Sie zwischen den Badegängen jede Art von Alkohol.
Schon 0,2 Promille im Blut reduziert die Reaktionsfähigkeit der Haut auf äußere Reize.
Damit setzen Sie alle positiven Auswirkungen des Saunierens und Badens aufs Spiel.

 

Gesundheits-Effekte:
Thermalwasser als Kur gegen verschiedene Krankheitsbilder

Sie waren schon mal im Thermalbad?
Hat es dort ein wenig nach faulen Eiern gestunken?
Dieser wird verursacht durch den Schwefelgehalt des Wassers.

Darüber hinaus enthält das Thermalwasser weitere wertvolle Mineralien,
die wir beim Baden über die Haut und die Atemwege aufnehmen.
So kann der Besuch der Therme nicht nur der geistigen Erholung dienen.
Sondern auch viele Krankheitsbilder verbessern helfen:


Wirbelsäulenpatienten

schätzen die Bewegung und das zwanglose Planschen im warmen Thermalbad.
Vor allem beim Rückenschwimmen (muss nicht perfekt sein!) und bei der Wassergymnastik
werden die Bandscheiben im Nacken und im unteren Rücken entlastet und gedehnt.

Wenn man regelmäßig zum Schwimmen geht, richtig und nicht zu lange sitzt,
nur selten zur Decke schaut und ein bisschen Gymnastik treibt,
kann man fast alle Bandscheibenprobleme ohne Medikamente in den Griff bekommen.


Atemwegsbeschwerden

Wenn Sie oft husten müssen, hat das nicht immer etwas mit hohem Zigarettenkonsum zu tun.
Manche Menschen haben von Natur aus empfindliche Bronchien.
Das Einatmen der salzhaltigen Wasserdämpfe im Thermalbad legt sich
wie eine Schutzschicht auf die Schleimhäute der Atemwege.


Durchblutungsstörungen

sind eine lebensgefährliche Sache.
Zu engen Gefäße bedrohen die Sauerstoffzufuhr zum Herzen.
Auch hier kann das Baden im warmen Thermalbad in gewissen Grenzen
zur Gesundheits-Prophylaxe beitragen.

Denn die warme Temperatur und die Kohlensäure im Wasser fördern den Blutschwung.
Das ist natürlich kein Ersatz für eine fettarme Ernährung oder genug Bewegung.


Rückenkrankheiten

Viele Schmerzen im Kreuz, im Nacken oder in der Schulter
kommen von einer überlasteten Muskulatur.
Oder von einem kühlen Luftzug, den wir uns beim Autofahren zugezogen haben.

Statt zu spritzen oder Schmerztabletten zu schlucken,
bieten sich vor vorbeugend Sauna und das Thermalbad an.
Beide tragen zur Entspannung der Muskelfasern bei.
Und minimieren somit das Risiko für Rückenschmerzen aller Art.
Vor allem in der kalten Jahreszeit.


Ruhepause fürs Nervenkostüm

Allein das mehrstündige Ruhen (ohne Smartphone-Stress und Pflichten)
in einer angenehmen Atmosphäre ist eine Wohltat für unsere Gesundheit.
Die Nerven erholen sich. Unser Gehirn schöpft neue Kraft.
Qualitativ wahrscheinlich noch mehr als im Urlaub.
Wenn wir oft sinnentleert von einer „Top-Sehenswürdigkeit“ zur nächsten hetzen.

Dazu kommt noch der Spaßfaktor beim Baden.
Wann kommen wir dazu, uns ohne Wenn und Aber des Lebens zu freuen.
Viele Menschen bringen es fertig, sich selbst am arbeitsfreien Wochenende zu stressen.
Statt sich im Thermalbad, bei einem Spaziergang
oder beim Picknick einfach fallen zu lassen.


Rheuma und Hautprobleme

Die Bäderkunde hat sich schon lange zu einer Wissenschaft gemausert.
Wir wissen genau, warum sich Kneipp-Anwendungen so positiv auf Organe
und Körperfunktionen auswirken.
Heilendes Schwefelwasser wirkt sich günstig aus bei Diabetikern,
Rheuma-Patienten (Arthritis, Polyarthritis)
und Menschen mit Hautausschlägen (Neurodermitis).

 

Was muss ich mitnehmen ins Thermalbad?
Je nach Geschlecht packen Sie Badehose, Badeanzug und Bikini ein.
Dazu Bademantel, Badeschuhe und ein Badetuch für auf die Liege.
Für den Saunaschweiß brauchen Sie ein XXL- Saunatuch.

Vergessen Sie 2 oder 3 Handtücher pro Person nicht, um sich Haare und Füße
zwischen den Badezeiten abzutrocknen. Seife, Duschgel, Ohrstopfen,
Gesichtsmaske und Brillenetui könnte man ebenfalls in der Tasche dabei haben.

Ein sehr wichtiges Mitbringsel ist genügend Zeit.
Im Alltag sind wir gewohnt, dass alles schnell gehen muss.
Im Thermalbad kommt es auf Langsamkeit und Entschleunigung an.

Dazu kann auch ein leicht verdauliches, unterhaltsames Buch beitragen.
Leichte Lektüre und in Urlaubserinnerungen 
(Fotos) schwelgen haben einen
erheblich größeren Entspannungseffekt als Filme anschauen auf dem Tablet.

Was brauchen wir sonst noch im Thermalbad?
Etwas Obst und Getränke.
Bargeld für den Eintritt, Snacks und fürs Ausleihen vergessener Badeutensilien.
Am Ende wird alles über einen Chip abgerechnet.
Und beim Verlassen der Therme gezahlt.

Das Thermalbad ist kein Schwimmbad oder klassisches Hallenbad.
Die Menschen besuchen die Anstalt, um sich bei Wellness zu erholen.
Nicht um sich zu ertüchtigen und Sport zu treiben.
Daher sind Schwimmflossen und Taucherbrille im Thermalwasser untersagt.

 

Thermalbäder in Ihrer Nähe
Deutschlandweit berühmt sind u.a. folgende Kurbäder:
Bad Wörishofen (Allgäu), Baden-Baden, Bad Kreuznach (RLP), Bad Wildungen (Hessen).
Bad Neuenahr (RLP), Bad Füssing (Bayern), Bad Homburg (Taunus), Bad Ems (Lahnkreis).
Bad Schmiedeberg (Sachsen-Anhalt), Heringsdorf (Usedom), Vulkaneifel (Bad Bertrich).
Man könnte noch einige andere Orte mit guten Wellness-Einrichtungen hinzufügen.

Medizinische Bade-Anwendungen, die in Kurhäusern verabreicht werden,
sind höher konzentriert und somit teurer als bei einer Freizeit-Therme.
Im öffentlichen Thermalbad sind die Minerale im Wasser eine angenehme Begleiterscheinung.
Wer wirklich krank ist, sollte sich zu einer Kur in einen anerkannten Kurort überweisen lassen.

Schauen wir uns mal an, wo Ihr nächste Thermalquelle liegt:
Diese Webseite zeigt nur solche Orte an, wo wirklich warme Thermalbäder vorhanden sind.
Daneben gibt es noch eine Reihe von Saunalandschaften mit Funbädern.
Diese finden Sie z.B. unter www.thermenverzeichnis.de/thermenverzeichnis.htm.

Kann ich mir nicht einfach im Garten ein Thermalbad bauen?
Im Sommer müsste das doch funktionieren. Tut es aber nicht.
Nicht nur wegen der fehlenden Temperatur –
Sie müssten das Wasser für teures Geld auf mindestens 31 bis 32 Grad aufheizen.
Vor allem fehlt es Ihrem Brunnen- oder Leitungswasser an heilenden Mineralien.

Diese kommen nur an bestimmten Orten vor. Und zwar ganz tief in der Erde drin.
Jod, Calcium, Eisen, Zink, Selen sowie die Stoffe Schwefel, Solesalz und Radon
werden mit dem warmen Quellen-Grundwasser nach oben befördert.
Und dann für Kurbäder bzw. Thermalbäder verwendet.
Somit ist es 1.000 mal günstiger, sich regelmäßig ein Wellness-Wochenende zu gönnen
als im Gartenpool sinnlos zu experimentieren.

 

Ich hoffe sehr, liebe Leser,
dass Sie das Kapitel mit den Krankheiten überspringen durften.
Weil es Ihnen körperlich gut geht.
Für gesunde Menschen liegt der Nutzung des Thermalbades vor allem in der Entspannung.
Egal, ob sie allein dorthin gehen, mit der Familie oder mit einer Clique.

 


Für diesen Beitrag sind die Kommentare geschlossen.