Nach England reisen: Sehenswertes auf der Insel

Bogenschießen auf mittelalterlichem Wikingermarkt

England-Urlaub

London, immer wieder London.
Wer nach England reist, hat weit mehr Sehenswürdigkeiten zur Auswahl als nur
die Metropole an der Themse. Auf der Insel gibt es wunderschöne englische Gärten und Naturparks.

Liverpool, Manchester, Oxford und die Badestädte an der Südküste von England sind eine Reise wert. Aber auch kleine malerische Orte wie Scarborough, Dover, Winchester, Exeter und Marlborough.

 

Dazu die Burgen, die Schlösser der Royals in England.
Und die Mittelaltermärkte mit unterhaltsamen Ritterspielen.
Eine Reise wert sind auch die mystischen Gedenkstätten aus der Keltenzeit.

Für einen Badeurlaub ist England nur sehr bedingt geeignet.
Die Stärke liegt in den vielfältigen Naturlandschaften und historischen Stätten,
die zu einem aktiven Urlaub mit Sightseeing-Touren einladen.

Ich stelle Ihnen nun 9 Sehenswürdigkeiten von England vor.
In diesem früheren Artikel gebe ich Ihnen 8 weitere Inspirationen
für einen Urlaub in Großbritannien.

 

Liverpool
Allein diese Hafenstadt an der Irischen See wäre einen Kurzurlaub wert.
Lange waren sie in Vergessenheit geraden: die Roten Teufel von der Anfield-Road.
Weder der FC Bayern noch Borussia Dortmund konnten bei im Hexenkessel der Reds
jemals einen Blumentopf gewinnen.

Erst Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp verhilft dem FC Liverpool wieder zur Champions-League
Teilnahme. Wenn Sie den englischen Fußball lieben: dann besuchen Sie ein Heimspiel.
Am besten gegen einen Top-Club aus London oder Manchester.
Sie erleben hier kein langweiliges Taktikspiel. Sondern Leidenschaft pur.
Klopps Temperament passt zum FC Liverpool wie die Faust aufs Auge.

Der Aufstieg des Fußball-Clubs steht symptomatisch für die ganze Stadt.
Zu Zeiten des britischen Empire war Liverpool einer der Top-Häfen in ganz in Europa.
Fast die Hälfte des englischen Welthandels würde in Liverpool abgewickelt.

Besuchen Sie die Docks und den Hafen von Liverpool.
Am Ausgang des Mersey-River liegen das Museum der Sklaverei,
das Barviertel und das meereskundliche Museum.

Liverpool ist die Heimatstadt der Beatles.
Von hier aus starteten die Pilzköpfe ihre traumhafte Musikkarriere.
Im Beatles Story Museum erleben Sie noch einmal die Erfolgsgeschichte der englischen
Pop-Band. Dort sind Original-Gitarren, Schlagzeuge, Beatles-Brillen,
Goldene Schallplatten und Riesen-Fotos der Gruppe ausgestellt.

Legendär sind die Pubs in Liverpool.
Hier lassen sich durchaus Parallelen zum Fußball-verrückten Dortmund ziehen.
Das einfache Arbeitervolk von Liverpool bestimmt das Flair der Bierkneipen.
Probieren Sie das englische Ale. Spielen Sie eine Partie Dart.
Genießen Sie den Auftritt englischer Live-Bands.

Im Cavern Club wurden die Beatles groß. Dieser legendäre Pub veranstaltet
für England-Reisende regelmäßig Beatles Remember-Touren durch Liverpool.
Sie werden zu allen Stationen geführt, wo die jungen Wilden wohnten,
probten und zur Schule gingen.
Der Reiseführer erzählt Ihnen dabei so manche Story über die Beatles.

 

Sehenswerte Orte in Schottland
Highlands, Inseln, Fjorde und schottische Städte

 

Inspektor Barnaby-Tour
Immer britisch smart und korrekt mit Schlips und Anzug. Aber nicht eine Sekunde langweilig.
John Nettles alias DCI Chief Inspektor Barnaby ist einer der Fernsehhelden der BBC.

Krimi-Liebhaber in Deutschland und Großbritannien und ganz besonders ich schätzen
den Esprit, die plötzlichen Eingebungen und den coolen Humor von Mr. Barnaby.
Hinter jedem Toten wittert er einen Mord.
Er wird krank, wenn es keinen Täter zu ermitteln gibt. Selbst bei der dritten Wiederholung
eines Films sitzen noch 1 Million Barnaby-Fans vor der Glotze.

Der Tatort wirkt schlapp gegenüber den TV-Krimis des englischen Kommissars auf ZDF-NEO.
Es ist so verdammt schade, dass der mittlerweile 72-jährige John Nettles
nicht mehr auf Spurensuche ist.

Sein Nachfolger bei „Midsomer Murders“ kann dem Original nicht ansatzweise das Wasser
reichen. Statt fantasievoller Spuk-Geschichten, Leichen im Keller und raffiniert eingefädelter
Morde gibt’s nur noch eintönige Massenware à la Lindenstraße zu sehen.
Es ist zum Heulen. Keine Spur mehr von Esprit.

Was hat das alles mit einem Urlaub in England zu tun?
Ganz einfach. Die Popularität des Inspektor Barnaby auf dem europäischen Kontinent
hat dazu geführt, das regelrechte Barnaby-Fantouren veranstaltet werden.

Dabei werden die Touristen zu Drehorten geführt, wo die Filme des Barnaby-Teams
gedreht wurden. Fast immer sind es kleine Städte.
Causton und Midsomer Meadow in Mittelengland sind reine Fantasienamen.
Causton ist gleichbedeutend mit Wallingford bei Oxford.

Des weiteren spielen die Barnaby-Filme in Henley on Thames (westlich von London),
in Warborough (Oxfordshire) und Beaconsfield.
Auch in Cuddington und Colchester ist der neue Sherlock Holmes auf Mörderjagd gegangen.
Sie werden zu Pubs geführt, wo sich der Inspektor mit seinen Assistenten ein Bier
genehmigte. Zum Beispiel in Dorchester an der Themse.

Immer wieder werden wir bei den Barnaby-Krimis zu englischen Cottages und Burgen
geführt. Auch die können bei einer Tour besichtigt werden.
Zum Beispiel der Schlosspark von Chenies Manor in Denham.
Oder das Herrenhaus in Stonor – auch bekannt durch einen James Bond Film.

Neben den Drehorten der Filme können Sie natürlich auch die Sehenswürdigkeiten
der englischen Kleinstädte bewundern.
Vor allem die Gartenanlagen, die Marktplätze und das Flair der historischen Innenstädte.
Man bekommt bei den Ausflügen einen guten Eindruck vom Leben in der englischen Provinz.

Was nicht zu den Barnaby-Touren gehört ist die britische Kanalinsel Jersey
vor der französischen Küste. John Nettles ist nicht nur ein berühmter Schauspieler,
sondern auch ein begabter Schriftsteller und Historiker.
Neulich habe ich im Fernsehen eine Sendung gesehen,
wie er über die Geschichte von Jersey berichtet.

Wieso kommt Barnaby ausgerechnet dazu, über Jersey zu schreiben?
Vor 35 Jahren begann dort sein Karriere.
Dort hat er schon einmal den englischen Kommissar gegeben.
Wenn auch ganz anders als in „Midsomer Murders“.

Was John Nettles in Großbritannien weit weniger beliebt macht als seine Filme,
ist das Herauskehren Inselgeschichte im 2. Weltkrieg.
Er berichtet über von der Nazi-Okkupation.
Von deutschen Bunker auf Jersey, welche die alliierte Invasion abwehren sollten.
Es bleibt wohl sein Geheimnis, was daran so interessant sein soll.

 

Marlborough
Die kleine Stadt bei Swindon (North Wessex) hat mit den weltberühmte Marlboro-Zigaretten
überhaupt nichts zu tun. Wie man vielleicht vermuten könnte.
Die Dukes of Marlborough spielen in Geschichte der Insel über Jahrhunderte eine
bedeutende Rolle. Zum 800-jährigen Gründungs-Jubiläum kam sogar Prinz Charles
nach Marlborough angereist. Um der Stadt seine königliche Ehre zu erweisen.

Seit dem Spanischen Erbfolgekrieg gegen König Ludwig den XlV. von Frankreich
zeichneten sich die Dukes of Marlborough immer wieder als herausragende
Führungspersönlichkeiten aus: als Generäle und Politiker.

Die bekanntesten Vertreter der Herrscherfamilie sind Sir Winston Churchill –
der britische Premier Minister im 2. Weltkrieg.
Und John Churchill Duke of Marlborough: General und Widersacher des französischen
Sonnenkönigs. Geboren wurde der Graf allerdings 45 Meilen nördlich.
Im Ort Woodstock kann man heute noch den prächtigen Blenheim-Palast besichtigen.

Zu den Sehenswürdigkeiten von Marlborough gehört der Markplatz.
Mehrmals die Woche findet inmitten altbritischer Fachwerkhäuser ein Wochenmarkt statt.
Wenn Sie im Sommer nach England fahren, können Sie dort Live-Konzerte miterleben.

Ansonsten ist es relativ ruhig in Marlborough. Bei Ausflügen in die Umgebung können Sie
die Steine von Stonehenge und Avebury besichtigen.
Besuchen sie den Hügel des magischen Zauberers Merlin.
Die Gärten von Stourhead sind ebenso einen Trip wert wie Burg und Altstadt in Salisbury.
Oder die 5-stöckige Windmühle in Wilton.
Zum Wandern und Radfahren eignet sich der benachbarte Svernake Forest.

 

Irische Reise-Impressionen
Das hat Irland seinen Gästen zu bieten?

 

Kent County
Zwischen London und der englischen Ostküste gegenüber Calais liegt die Grafschaft Kent.
Am bekanntesten sind die weißen Klippen von Dover und die Bischofsstadt Canterbury.
Ansonsten sieht man keine prominenten Städtenamen auf der Karte.
Dennoch hat auch Kent viele Sehenswürdigkeit aufzuweisen.

Wer in Europa auf Afrika-Safari gehen möchte, braucht nur in den kleinen Küstenort Hythe
zu fahren. Im Livingstone Park können Sie bei einer Jeep-Tour Elefanten, Gazellen,
Giraffen und afrikanische Büffel erleben. Ein Urlaubsschmaus vor allem für Kinder.

Wenn Sie gern sportlich aktiv sind: dann reisen Sie in den Bedgebury Forest im Süden
von Kent. In einem Waldgebiet von 800 qm haben Sie erstklassige Möglichkeiten
für Radtouren, Pferdetouren, zum Joggen, Walken und Zelten.

Südlich vom Großraum London steht das Refugium von Premier Minister Winston Churchill.
In Chartwell können Sie das Haus, die Memoiren und den Garten
des Zigarren- und Whisky-Freaks besichtigen.

Der Osten Britanniens ist reich Adelsburgen und dazu gehörigen an englischen Gärten.
Reisen Sie nach Ashford. In der Nähe steht die Wasserburg Leeds Castle.
Nur wenige Meilen südlich davon liegt Sissinghurst Castle
mit seiner wunderschönen Parkanlage.

Hever Castle ist ebenfalls sehr sehenswert.
Dort verbrachte eine der unglücklichen Frauen Heinrichs des Vlll. ihre Jugendzeit.
Wäre sie doch nur dort geblieben, dann hätte sie wesentlich länger gelebt.

Falls Sie irgendwann Rosamunde Pilcher-Filme gesehen haben,
dann kennen Sie aus dem Vorspann die Bilder der Klippen von Dover.
Die sollte man bei einem England-Aufenthalt auf keinen Fall versäumen.
Oberhalb der 100 m hohen Kalkfelsen können Sie das Campingzelt aufschlagen.
Bei guter Sicht sieht man in der Ferne das französische Festland.
Die Stadt Dover selbst bietet nur wenige Sehenswürdigkeiten.

5 km nördlich befindet sich die Kanonenbatterie in der Ortschaft Deal.
König Heinrich VIII. – aus dem Hause York – wollte mal wieder eine andere Frau ehelichen.
Dafür musste er England vom päpstlichen Joch befreien.

Um einer Invasion durch katholische Armeen aus Frankreich und Spanien zuvorzukommen,
baute er an den Küsten verschiedene Artilleriestellungen:
In Deal, Dover und Sundown können Sie diese besuchen.

Eine Reise nach Kent wäre unvollständig, wenn man nicht in Canterbury war.
Gehen Sie zur Kathedrale. Besuchen Sie das Westgate Tower-Museum
und die römischen Ausgrabungen. In Rochester können Sie auf den Spuren
des Schriftstellers Charles Dickens wandeln.
Dort verbrachte der Autor von Oliver Twist und David Copperfield seine harte Kindheit.

An der Nordseeküste von Kent liegt der kleine Fischerort Whitstable.
Der Sandstrand ist wie gemacht für lange Spaziergänge in salziger Luft.
Die ansässigen Restaurants von Whitstable servieren die besten Austern in ganz England.

 

Kurzreise nach London
Sehenswürdigkeiten der britischen Hauptstadt

 

Mittelalterliches Flair in York
Zu den sehenswertesten Städte auf der englischen Insel gehört York.
Bei einem Stadtrundgang kann man das Mittelalter förmlich einatmen.
Die kleinen Kopfstein-Gassen in York lassen das Herz
eines historisch interessierten Urlaubers höher schlagen.

Sie können in York uralte Fachwerkhäuser bewundern.
Sie können die große gotische Kathedrale besichtigen.
Oder die steile Treppe hinauf zum Clifford’s Tower wandern. Ein höchst trauriger Ort.
Denn dort wurden zur Zeit von König Richard Löwenherz englische Juden ermordet.

Wikinger und Römer haben in York deutliche Spuren hinterlassen.
Bei Ausgrabungen fand man die Reste einer römischen Legions-Kaserne.
Das Viking-Center stellt Funde aus dem frühen Mittelalter aus –
als York von Norwegern und später von Dänemark beherrscht wurde.
Die Londoner Zentralregierung war noch zu schwach.
Außerdem gibt es erst ab dem 10. Jahrhundert englische Könige.

Die Region um York ist perfekt für einen Erholungs- und Wanderurlaub.
Wenn Sie die ruhige Natur lieben, könnte York ein Traumziel sein.
Der North York Nationalpark ist eine blühende Moor- und Heidelandschaft.
Mit allerlei Bauerhöfen, Rinder- und Schafherden.
Sie können sich als Begleiter zu einer Moorhuhnjagd anmelden.
In Richtung Nordsee kommen Sie auf Ausflügen an kleinen Fischerdörfern vorbei.

Was erlebt man in der Stadt York bei Nacht?
Wir befinden uns in der nordenglischen Provinz.
Die Stadt hat zwar 140.000 Einwohner. Aber allzu viel ist hier nicht los.
Am interessantesten sind die Pubs.
Dort erfährt man einiges über die englische Mentalität.

Ganz anders sieht es auf dem Veranstaltungskalender aus.
Im September finden Pferderennen sowie das Yorvik Wikinger-Festival statt.
Dann legen die jungen Yorker Rüstungen an
und messen sich in Ritterwettkämpfen und nachgestellten Schlachten.

Am Schluss noch ein wenig zur Geschichte des Vereinigten Königreiches.
Unter den Römern und Angelsachsen war York die bedeutendste Festung in Nordengland.
Die normannischen Eroberer aus Frankreich beendeten diese Blütephase.

New York kennt fast jeder Mensch auf der Welt. Zumindest von Bildern oder aus dem TV.
Das kleine York im Nordosten von England ist quasi der Namensgeber
für die amerikanische Metropole am Hudson.

Nachdem das holländische Neu-Amsterdam im Sommer 1664 an Großbritannien
gefallen war, wurde es zu Ehren des Herzogs von York in New York umbenannt.
Den Titel Duke of York bekommt jeweils der Zweitgeborene aus der Königsfamilie.
So viel zum historischen Hintergrund.

 

Scarborough
„Are you going to Scarborough Fair“.
So beginnt die weltberühmte keltische Musik-Ballade von Simon & Garfunkel
aus dem Jahr 1966. Hier das Revival einer jungen Sängerin unserer Zeit.

Scarborough Fair ist eigentlich ein keltisches Volkslied aus dem späten Mittelalter.
Erzählt wird die unglückliche Liebesgeschichte zwischen einem englischen Handelsreisenden
und einer jungen Frau aus der nordenglischen Küstenstadt Scarborough.

Das Liebchen ist in seiner Abwesenheit fremdgegangen. Sie bereut diesen Seitensprung.
Damit sie wieder zu ihm zurückkehren kann, muss sie verschiedene Rätsel lösen.
“ … Then she will be a true love of mine“.

Inhaltlich nichts Weltbewegendes.
Durch die mystische Performance schrieb Scarborough Fair von Simon and Garfunkel
allerdings Musikgeschichte. Britische und irische Folk-Sänger und Gruppen halten sich
noch lange Zeit als Evergreens. Siehe Chris de Burg, Kelly Family usw.
Aus der mittelalterlichen Messe-Veranstaltung Scarborough Fair wurde später
ein Musikfestival, das heute noch jedes Jahr im Spätsommer stattfindet.

Das beschauliche Scarborough (50.000 Einwohner) liegt direkt an der Nordsee,
zwischen Hull und Newcastle. Zwischen Englisch Breakfast und Tea Time können Sie
am Sandstrand des Seebades schwimmen gehen.
Die Region bietet zahlreiche Rad- und Wanderwege.
Zum Beispiel im Yorkshire Moor oder auf dem Cleveland Way.
Über den Kreideklippen haben Sie eine gute Fernsicht über die raue Nordsee.

Danach gehen Sie ins Thermalbad Scarborough Spa.
Im mineralhaltigen Quellwasser entspannen sich Körper und Geist.
Damit Sie für den Abend wieder fit sind.

Denn nun warten diverse Pubs auf den Urlauber.
Bei Ale, Whisky und Musik werden schaurige Geschichten aus dem Moor, von englischen
Seefahrern, von Wikingern, von der Armada und von Schmugglern zum Besten gegeben.

Zu den Highlights der Stadt gehört die mittelalterliche Burgruine Scarborough Castle.
Wenn Sie etwas für Cricket übrig haben, können Sie im Stadion ein Match besuchen.
Scarborough ist übrigens nur für Pauschaltouristen interessant.
Die Stadt beherbergt eine Sprachschule. Schüler, Studenten und Wirtschafts-Fachleute
können als Sprach-Urlauber perfektes Englisch lernen.

 

Stourhead Gardens
Unsere England-Rundreise geht weiter, ab in den Süden.
Zu den bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten der britischen Inseln gehören
zumindest ein halbes Dutzend reizvoller Gärten.

Die Parklandschaften dienten u.a. als Vorbild für den Englischen Garten in München.
Neben den Rosemore Gardens sind die Gärten bei Stourton mit Sicherheit
die schönsten in ganz Großbritannien.

Diese prachtvolle Gartenlandschaft liegt im Südwesten Englands.
Genau in der Mitte zwischen Bristol und Bournemouth.
Das Charakteristische an diesem urtypisch englischen Garten sind weder bunte Blumenfelder
noch künstliche angelegte Wasserläufe, Springbrunnen oder Thujahecken.

Sondern eine Naturtreue, wie man sie auf den Gärten des Kontinents kaum einmal findet.
Die Stourhead-Gärtner verzichten bewusst auf streng angelegt geometrische Felder
wie in Versailles. Alles im Garten strahlt Echtheit und Ursprünglichkeit aus.

Angelegt wurden die Stourhead Gardens um 1750 von Lord Stourton.
Zu einer Zeit, da die königlichen Höfe Europas schön längst mit eleganten,
aber zu perfekt wirkenden Schlossparks ausgestattet waren.
Zum Beispiel in Paris (Versailles), in Potsdam (Sanssouci), in Wien (Schloss Schönbrunn),
in St. Petersburg (Katharinenhof) und in Berlin (Schloss Charlottenburg).

Von all diesen barocken Gartenlandschaften unterscheiden sich die Stourhead Gardens
ganz erheblich. Die grüne Natur strahlt eine innere Ruhe und Behaglichkeit aus.
Sie vermitteln dem Besucher das Gefühl, im Garten Eden zu sein.

Mittelpunkt des abwechslungsreich gestalteten Parks ist ein mehrere hundert Meter langer
See, der an einer schmalen Stelle auf einer Steinbrücke überquert werden kann.
Umrahmt wird dieser See von grünen Wiesen, Buschwerken und Wäldern.
Wer vom Besucherzentrum aus den See umwandert oder mit dem Rad fährt,
genießt den Anblick von Bäumen, Büschen und naturgrünen Flächen.

Dazwischen sieht man immer wieder Bauten im klassiszistischen Stil:
Ein griechisches Säulengebäude, einen Apollo-Tempel, eine Kirche.

 

Somerset
Wir bleiben im Südwesten Englands. Südlich des Bristolkanals – einer tiefen Meeresbucht,
welche die Südküste von Wales bildet – liegt die englische Grafschaft Somerset.
Ein vergleichsweise dünn besiedeltes, naturbelassenes Land.
Somerset ist wie geschaffen für schöne Tageswanderungen.
Zum Beispiel zur und durch die größte Schlucht auf den britischen Inseln:
die Cheddar-Schlucht.

Hier im Südwesten Großbritanniens kann es ganz schön warm werden.
Zur Sommerzeit können Sie am Strand von Burnham-on-Sea die Badesachen auspacken.
Oder mit einem geleasten Pferd durch den Sand reiten.

Die Grafschaft Somerset ist landwirtschaftlich geprägt. Charakteristisch sind die Apfelfelder.
Die Bauern keltern die Äpfel und stellen daraus einen köstlichen Apfelwein her.

Auch für Abenteuerurlauber ist in Somerset bestens gesorgt.
Statt gemütlich durch die Landschaft zu wandern, zu radeln oder mit der historischen Dampflok
zu fahren, nehmen Sie an einem Survival-Trip in den Mendip Hills teil.

In diesen Tagen leben sie nicht von Rucksack- oder Dosenfutter.
Sondern nur von dem, was die bergige Natur her gibt.
Als Vorspeise gibt es eine leckere Brennnesselsuppe.
Das Hauptmenü besteht aus Kaninchen, die Sie mit dem Team gejagt und erlegt haben.
Zum Nachtisch gibt es selbst gepflückte Bio-Beeren.
Wasser liefern die Bergbäche.
Ein bisschen robust sollte man schon sein, um sich auf diesen Trip zu begeben.

Vor soviel Action hätte ich fast die Sehenswürdigkeiten in Somerset vergessen.
Besuchen Sie die Käse-Hochburg Cheddar, das Museum der Royal Navy in Yeovilton
oder das angelsächsische Kloster in Glastonbury.

Wenn Sie abschließend noch Zeit haben, können Sie einen Ausflug machen über den Kanal
nach Wales
. Der Snowdon ist wohl etwas weit weg (100 km).
Aber Cardiff und Swansea könnte man sich durchaus ansehen.
Oder Sie fahren von Somerset aus in die benachbarte Bäderstadt Bath.
Um sich in den Thermalquellen verwöhnen zu lassen.

 

Dartmoor Nationalpark
Von Somerset reisen wir noch ein Stück weiter nach Südwesten.
Kurz vor Cornwall liegt der Dartmoor Park, in der Grafschaft Devon.
Die nächsten Städte sind Exeter, Torquay und Plymouth.
Auf der Karte sieht der Dartmoor kreisförmig aus.
Sein Durchmesser beträgt ungefähr 20 Kilometer.

Ein wenig gespenstisch sehen sie schon aus, die Steinformationen aus der Jungsteinzeit.
Damals kamen die ersten Menschen in dieses ehemalige Waldgebiet.
Sie fällten massenweise Bäume, um Wiesen und Viehweiden zu bekommen.
Die Steine waren einst religiöse Kultstätten der Heiden.

Oft ist es neblig im Dartmoor. Nebliger als in Londons Straßen im Herbst.
Wo ein Jack the Ripper einst sein Unwesen trieb. Das Wasser des Ärmelkanals verwandelt
die Luft in eine undurchdringliche weiße Milchsuppe.

Genau der richtige Background für schaurige Gespenster-, Geister- und Kriminalgeschichten.
So hat Edgar Wallace im Dartmoor einst den Gruselfilm „Der Hund von Baskerville“
drehen lassen. Einen besseren Ort hätte er auf der ganzen Welt nicht finden können.

Vorlage war ein Roman mit dem britischen Meisterdetektiv Sherlock Holmes,
welcher kurz vor der Jahrhundertwende veröffentliche wurde.
Dieses Buch wiederum basiert auf einer Überlieferung aus dem 17. Jahrhundert.
Als ein Mann im Park von einer tollwütigen Hundemeute zu Tode gehetzt worden sei.
Legende oder Wirklichkeit?
Auch der Schimmelreiter von Theodor Storm spielt in einer ähnlich nebulösen Landschaft.

Der Dartmoor Nationalpark ist ein weitgehend unberührtes Moorland mit wenig Wald.
Immer wieder stößt man auf mysteriöse Reihen dicker Steine und Felsbrocken.
Die längste davon reicht über 3 Kilometer.
Ein halbwegs zivilisierter Mensch nach Christi Geburt würde so etwas nicht machen.
Sie müssen von den Ureinwohnern Devons stammen.

Kommen wir wieder zurück in unsere Welt.
Im Dartmoor können Sie prima reiten. Für Kinder stehen Ponys bereit.
Egal ob zu Fuß oder zu Pferde: Sie brauchen wasserdichte Kleidung, gute Schuhe,
Proviant, Wanderstock, Karte, Kompass und ein Handy für Notrufe im Nebel.
Und ein schneidiges Messer. Falls Ihnen tatsächlich der gefräßige Hund von Baskerville,
eine böse Hexe oder Graf Dracula begegnet.

Bei den Touren stoßen Sie hier oder da auf einsame Weiler.
Die Hausdächer sind – ähnlich wie an der Nordsee – mit Reet eingedeckt.
Die Bewohner wirken ein wenig hinterwäldlerisch.
Was will man in einer einsamen Moorlandschaft auch anderes erwarten?

Ferner kommen sie vorbei an alten englischen Schlossruinen, an Hügeln,
Heidekraut, Bächen, klapprigen Brücken und verschlafenen Schafshirten.
Sie müssen den Park nicht an einem Tag durchstreifen. Camping ist erlaubt.

 

Gibraltar
Ein kleines Stück England liegt in Spanien. Mit 10 Millionen Urlaubern pro Jahr
ist Gibraltar eins der größten Touristen-Zugpferde in Südspanien.

Der Stadtstaat Gibraltar gehört immer noch zu United Kingdom von Großbritannien.
Seit dem Ende des Spanischen Erbfolgekrieges 1713 (Duke of Marlborough)
bildete er einen entscheidenden Eckpfeiler des britischen Weltreiches.

Mit Gibraltar sicherte sich die englische Flotte den Zugriff zum Mittelmeer, nach Menorca,
Malta und Ägypten. Später zum Suez-Kanal, nach Ostafrika und Indien.
Weder Napoleon noch Franco, Hitler oder das demokratische Spanien konnten Britannien
diesen wichtigen Flottenstützpunkt je wegnehmen.

Ganz schön affig geht es zu an der Meerenge zwischen Europa und Nordafrika.
Damit möchte ich weder Briten noch Spanier beleidigen.
Tatsächlich finden wir auf Gibraltar die einzige frei lebende Affenkultur
auf dem europäischen Kontinent.
Auf dem Ape’s Rock leben ungefähr 250 aus Marokko importierte Kleinaffen.
Die vielleicht größte Touristenattraktion der Kronkolonie.

Außerdem befinden sich auf dem sonnigen Felsen etliche Aussichtspunkte.
Gelegentlich sieht man wie Wale, Ozeanriesen, Öltransporter, Kreuzfahrtschiffe
und Flugzeugträger die Straße von Gibraltar passieren.
In der Ferne (30 km) lässt sich die Küste von Marokko erahnen.

Sie können einige arabische Relikte besichtigen.
Und die Wallfahrtskirche Santuario de Nuestra Señora aus der spanischen Zeit vor 1700.
Im Gibraltar-Museum erfahren Sie mehr über die Historie des exotischen Kleinstaates.

In der Stadt Gibraltar kommt man sich vor wie in London:
Doppeldeckerbusse, Bobbys, britisches Steakhäuser und Pubs lassen den Touristen vergessen,
dass man sich hier fast in Afrika befindet.
Was fehlt, ist der Nebel, die Fußball-Clubs und royale Paläste.

Neben englischem Essen gibt es auch internationale Feinschmecker-Restaurants.
Auf den Märkten bekommt man allerlei Südfrüchte.
Nirgendwo im Königreich kann man billiger einkaufen als in Gibraltar.
Der Grund: es gibt keine Mehrwertsteuer.

Von Gibraltar aus hat man diverse Ausflugsmöglichkeiten.
In der Nähe befinden sich einige spanische Traumstrände:
Von der Costa del Sol 
bis nach Marbella.
Das andalusische Hinterland mit Sevilla und Cadiz könnte ebenfalls einen Ausflug wert sein.

Wenn Sie nach Afrika hinein schnuppern wollen:
Mit der Fähre gelangen Sie nach Ceuta oder Tanger an der marokkanischen Nordküste.
Von dort aus sind es noch 80 km bis nach Rabat und Fès.

 


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