Malta: Urlaub auf der Mittelmeerinsel

Blaues Felsenfenster auf Gozo bei Malta

Ist Malta eine Reise wert?

In diesem Artikel möchte ich Ihnen ein paar
Top-Highlights auf Malta vorstellen.

Für einen Strandurlaub gibt es wohl bessere Reiseziele im Mittelmeer.

Als Bindeglied zwischen Afrika und Europa liegt die Stärke der Insel in seiner vielfältigen Kultur,
in seinen historischen Sehenswürdigkeiten
und in der mediterranen Schönheit.

 

 

Doch zuerst ein paar allgemeine Infos zum besseren Verständnis:
Die Urlaubsinsel Malta liegt 90 km südlich von Sizilien, und 200 km östlich von Tunis.
Für Ausflüge kommen auch die benachbarten Mittelmeerinsel Gozo und Comino in Frage.
Es ist recht einfach, sich auf Malta zu verständigen. Irgendeine Fremdsprache kennt jeder:
Entweder Englisch oder Italienisch. Malti ist die eigentliche Sprache der Insel.

Noch heute ist Malta stark geprägt von der britischen Kolonialzeit.
Die Engländer haben in 150 Jahren tiefe Spuren auf der Insel hinterlassen –
nicht nur Sprache, Steaks und Linksverkehr.
Aber auch arabische und afrikanische Einflüsse sind in der Architektur
und in der Wesensart der Malteser zu erkennen.

Immer wieder in seiner wechselhaften Geschichte wurde die zentral gelegene
Mittelmeerinsel von fremden Mächten angegriffen und okkupiert.
Zuerst von den Römern. Um 1.000 nach Christus von den Arabern.

Im Mittelalter fand der Malteserorden (Johanniter) nach den Kreuzfahrten ins Heilige Land
hier eine Heimat. Im 16. Jahrhundert wurde Malta zum Spielball zwischen dem König von Spanien,
Ordensrittern und Türken. Auch Napoleon war für kurze Zeit hier.

Letztendlich drückte das Britische Weltreich der Insel den entscheidenden Stempel auf.
Auch im 2. Weltkrieg nahm Malta eine Schlüsselstellung im Mittelmeer ein.
Das alles spiegelt sich wieder in den Bauten und Festungsanlagen einer Insel,
die sich ständig gegen Aggressionen verteidigen musste.

 

La Valletta – die Hauptstadt von Malta
Keine Hauptstadt Europas erinnert so an eine befestigte Burg wie La Valletta.
Die Befestigungsanlagen im Hafen waren dringend nötig, um die Stadt im ausgehenden Mittelalter
gegen die Angriffe der machtgierigen Osmanen zu verteidigen.
Die Urlauber können diese Befestigungen besichtigen,
die sich wie ein Ring um die ganze Stadt ziehen.

Bei einem Rundgang durch Valletta kann es passieren, dass man leicht atemlos wird.
Denn immer wieder steigen schmale Treppen steil an.
Sie können für die Stadtrundfahrt aber auch eine Pferdekutsche mieten.
Zum Beispiel, um zu den Upper Gardens zu fahren.
In dieser Garten- und Wasseroase haben Sie einen schönen Überblick
über die Hafenbucht und die alten Kanonen.

Zur Inselverteidigung diente auch das Fort St. Elmo in La Valetta.
Nicht nur gegen die türkischen Belagerer.
Sondern im 2. Weltkrieg auch gegen Deutsche und Italiener.

Malta war für die Engländer zu dieser Zeit strategisch extrem wichtig.
Von der kleinen Insel auskonnten Luftangriffe bis nach Norditalien, Libyen
und zu den rumänischen Erdölfeldern geflogen werden.
Trotz schwerer Belagerung beherrschte Malta den Luftraum im gesamten Mittelmeer.
Im Fort St. Elmo können Sie das Kriegsmuseum besuchen.
Sowie die Wachtürme, die schon vom Malteserorden erbaut wurden.

Weitere Sehenswürdigkeiten von La Valletta sind der Boulevard Republic Street
und der Großmeisterpalast. Er diente zu allen Zeiten den Machthabern Maltas
als Regierungsgebäude:
Dem Johanniterorden, den Franzosen, den Engländern und heute der Inselregierung.
Sie können an einer Besichtigungstour des Waffenmuseums und der Prunksäle teilnehmen.

 

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Blaue Grotte von Malta
Dieses Naturphänomen im azurblauen Mittelmeer sehen Sie auf dem Artikelbild ganz oben.
Die Blaue Grotte gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen auf Malta.
Sie ist nur von der See her zugänglich. Sie können bei ruhigem Wetter einen Bootsausflug chartern.
Und zwar in der Bucht von Wied iz-Zurrieq.
Diese erreichen Sie bequem mit dem Bus oder Leihauto.

Es handelt sich um ein felsiges Höhlensystem von eigentlich 6 Grotten.
Die größte davon ist die Blaue Grotte.
Sie können mit dem Motorboot fast 100 Meter weit in die 40 m hohe Höhle hineinfahren.
Dabei wird es ganz schön frisch. Man sollte vielleicht einen Pullover dabei haben.
Wenn kaltes Wasser Ihnen nichts ausmacht,
können Sie vom Boot aus in der Grotte ein kühles Bad nehmen.

Was die Urlauber am meisten fasziniert,
sind die wechselnden Farbenspiele auf der Wasseroberfläche.
Je nachdem wie die Sonne herein scheint, bilden sich immer neue Tönungen.
Das sollte man vielleicht in Bildern festhalten. Eine gute Kamera könnte nicht schaden.
Das Wasser der Grotte ist übrigens deshalb so tiefblau, weil hier im Meer blaue Algen wachsen

 

Popeye Village – Walt Disney Spielplatz auf Malta
Das Popeye-Village im Norden Maltas führt seine Besucher in Traumwelt
der legendären Zeichentrickfigur Popeye.
Ein urkomischer Seemann, der seine Pfeife und vor allem den Spinat über alles liebt.
Dank des grünen Gemüses hat er Arme so dick wie ein Boxer.

Vor allem wenn Sie im Malta-Urlaub Kinder dabei haben, sollten Sie das Popeye-Village
unbedingt aufsuchen. Dazu fahren Sie mit Fahrrad oder Mietwagen von La Valetta aus
an der Nordküste entlang. Sie kommen an 2 großen Buchten vorbei.
Dann erreichen Sie auf der gegenüberliegenden Seite das Dorf.

Hier hat Hollywood vor vielen Jahren Popeye-Filme gedreht.
Warum sich die Amerikaner ausgerechnet Malta aussuchten, ist mir jedoch schleierhaft.

Für Erwachsene ist das Popeye Village vielleicht nicht ganz so interessant –
auch wenn es vielleicht an die Jugendzeit erinnert.
Aber die Kinder werden an den Comic-Filmen und Figuren, an den Karussells,
am Spielplatz und im Funbad sicher viel Spaß haben.
Anschließend können Sie mit den Kleinen Boot fahren. Was mir hier fehlt,
wäre vielleicht der sagenhafte grüne Spinat. Dafür gibt’s aber Malteser-Wein zu kosten.

 

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Ausflug zur Blaue Lagune
Die Farbe „Blau“ scheint ein Markenzeichen von Malta zu sein.
Nach der Blauen Gotte möchte ich Ihnen jetzt die Blaue Lagune vorstellen.
Sie liegt vor der autofreien Nachbarinsel Comino – einem ehemaligen Piratennest.

In der Einleitung habe ich gesagt: Malta ist nur bedingt für einen Badurlaub geeignet.
Es liegt daran, dass die Anzahl der Strände sich in Grenzen hält.
Allerdings bildet die Blaue Lagune eine angenehme Ausnahme.
Sie ist Lieblings-Badeort der Malteser.

Das türkisgrüne, klare Wasser der Lagune misst im Sommer über 25 Grad.
Eine perfekte Gelegenheit zum Schwimmen, Schnorcheln, Wasserski und Segeln.
Zum Tauchen vielleicht weniger. Denn die Lagune ist nur wenige Meter tief.
Mein Tipp: fahren Sie nur an Werktagen dorthin.
Am Samstag und Sonntag wimmelt es am gelben Sandstrand nur so von Einheimischen.

Die Blaue Lagune hat seinerzeit auch Popstar Madonna gut gefallen.
In der Filmkomödie „Stürmische Liebe – swept away“ spielte sie eine eingebildete Diva
aus New York. Für diese Rolle auf Malta wurde Madonna
mit der Goldenen Himbeere ausgezeichnet (smile).

Zwischendurch gehen viele Badeurlauber gern mal hinauf zum quadratischen Tower Santa Marija.
Von oben sieht man so richtig, wie zauberhaft die Lagune aussieht.
Zu Beginn der Neuzeit standen auf dem Turm Küstenbatterien zur Verteidigung der Insel Comino.

 

Fischereihäfen auf Malta
Wie auf Mallorca, Ibiza, Kreta und anderen Mittelmeerinseln,
so gibt es auch auf Malta etliche idyllische Fischerorte.
Von da aus fahren die Fischer hinaus aufs Meer. Sie verdienen damit ihren Lebensunterhalt.
Bei den überfischten Weltmeeren sicher kein leichtes Unterfangen.

Der berühmteste Fischerort auf Malta heißt Marsaxlokk – ganz im Süden von Malta.
Auffällig ist die Farbenfreude der Boote im Hafen.
Viele sind dreifarbig blau, gelb und rot gestrichen.

Am Wochenende ist Fischmarkt.
Sie sollten nicht versäumen, verschiedene Fischarten auszuprobieren.
Die Stände bieten unter anderem Tintenfisch, Schwertfisch, Goldmakrelen und Krabben an.
Alles fangfrisch aus dem Mittelmeer.
Aber auch in den Hafenrestaurants bekommen Sie leckeres Essen mit Fisch,
Gemüse und Oliven. Dazu vielleicht einen italienischen Wein.

So mancher Urlauber fährt von Marsaxlokk zur nahe gelegenen Höhle Ghar Dalam.
Dort kann man zahlreiche archäologische Funde besichtigen.
Es handelt sich um Knochenskelette von Tieren und Menschen aus uralten Zeitepochen.

Man vermutet, dass damals der Wasserspiegel des Mittelmeeres höher gelegen habe.
Oder dass die Kochen toter oder ersoffener Lebewesen irgendwie bei Hochwasser
in die Höhle Ghar Dalam hinein gespült wurden.
Rätselhafterweise handelt sich dabei auch um Tiere,
die es heute gar nicht gibt auf Malta: Bären, Flusspferde und kleine Elefanten.
Sollte etwa eine Landverbindung zu Europa und Nordafrika bestanden haben?

 

Das Hypogäum
Dieser Zungenbrecher ist ein Bauwerk aus der Steinzeit, bei der Stadt Paola.
Ein unterirdisches Bauwerk, das schon lange vor Christi Geburt als Tempel
oder als Grabstätte diente. Darüber sind sich die Forscher nicht ganz einig.

Das Hypogäum wurde 10 Meter tief in einen Berg hinein genauen.
Es besitzt 11 unterirdische Räume. Die Stockwerke sind durch Steintreppen
miteinander verbunden.
Wenn man bedenkt, dass es 3 Etagen sind, kann man ermessen,
wie viel Arbeit und Zeit das gekostet hat.
Einen Presslufthammer oder Kompressor gab es damals noch nicht. Alles ist Handarbeit.

Bei der Ausgrabung dieses Steinzeit-Monuments fand man vor 100 Jahren
Knochenreste, Schmuck und verschiedene Porzellankunstwerke.
Eintrittskarten für das Hypogäum sind im Archäologischen Institut in La Valetta erhältlich.
Die Anzahl der Besucher musste man einschränken.
Weil das Gesteinsmaterial scheinbar sensibel auf menschliche Atemluft und Schweiß reagiert.
Daher ist es empfehlenswert, sich die Karten gleich am Urlaubsbeginn
oder schon zu Hause im Internet zu besorgen.

 

Wassersport auf Maltas Gewässern
Ein Nachteil der Insel: die Strände liegen meist nicht am Hotel.
Sie müssen zum Schwimmen und Sonnenbaden hinaus fahren.
Ganz so schlimm ist das aber auch nicht.
Denn Malta ist mit 25 mal 20 km eine ziemlich kleine Mittelmeerinsel.
Die ruhigsten Strände finden Sie übrigens auf der Insel Gozo.

Zum Schwimmen ist das Afrika-nahe Mittelmeer von Juni bis Anfang November gut geeignet.
Das Wasser hat dann zwischen 21 und 23 Grad. Nicht gerade sehr warm, aber in Ordnung.

Taucher finden vor den Küsten Maltas zahlreiche Schiffswracks.
Ich denke: weltweit kommen auf hoher See nirgendwo so viele Schiffe vorbei
wie gerade hier. Auch schon in der Antike und im Mittelalter.
Außerdem bieten auch die Riffe vor Malta dem Taucher einen schönen Anblick.

Wer gern segelt oder surft, sollte nach Golden Bay (Nordwesten) fahren.
In der Salina Bucht (Norden) finden Urlauber Gelegenheiten zum Wasserski oder Kanu fahren.
So viel zum Wassersport.
In einem weiteren Artikel werde ich ebenso schöne Sehenswürdigkeiten auf Malta vorstellen.

 


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