Madeira: die Blumen- und Wanderinsel

Strohgedeckte Bauerhäuser in Santana auf Madeira

Madeira: die portugiesische Perle im Atlantik

Die portugiesische Atlantikinsel Madeira ist berühmt für ihre Blumengärten, die wohl zu den schönsten der Welt gehören. Und für die schönen Wanderwege.
Das sind die beiden Themen dieses Beitrags.

Für einen Strandurlaub ist Madeira nicht zu gebrauchen. Es gibt keine Sandstrände, keinen Massentourismus. Insgesamt ist es eine ruhige Insel. Man kann sich gut erholen: Passiv (beim Anblick der Blumen und Rosen) oder aktiv (auf Wanderungen).

 

Blumengärten und Parks auf Madeira
Ich möchte nur die großartigsten herausheben.
Denn insgesamt finden wir auf Madeira Dutzende solcher Anlagen,
die Sie beim Wandern oder Spazierengehen bewundern können.
Viele Blumengärten habe einen englischen Beinamen.
Das liegt daran, dass britische Handelsreisende vor ca. 200 Jahren
exotische Pflanzen aus aller Welt mitbrachten.

Die starke Vegetation auf Madeira wird ermöglichst durch ein spezielles Klima.
Der Atlantik bringt genügend Feuchtigkeit mit sich.
Auf der anderen Seite sind die Temperaturen und die jährlichen Sonnenstunden durchgehend
hoch genug, um eine üppige Vegetation von Blumen und Bäumen zu ermöglichen.
Fast wie im Urwald, könnte man meinen. Die Orchideen, Rosen, Magnolien und Strelitzien
von Madeira bringen das Herz jedes Blumenliebhabers zum Lachen.


Botanical Garden (Jardim Botanico)

Über den Dächern der Hauptstadt Funchal erstreckt sich dieser wohl berühmteste Garten
von Madeira. Der Park beheimatet nicht nur Blumen und eine subtropische Pflanzenwelt.
Die Urlauber können sich auch am Gesang bunter Vögel erfreuen.

Angelegt wurde der Botanische Garten Ende des 19. Jahrhunderts von dem Engländer Reid.
Die bunten Blumenfelder bestehen aus Orchideen, Magnolien und Strelitzien.
Dazu gibt es Kaktusgewächse und Schatten spendende Palmen.


Parque Municipal do Monte

Das portugiesische Municipal bedeutet „Stadt“. Der Stadtpark der Ortschaft Monte also.
Auch hier zeigt sich ein ähnliches Bild:
Wohin das Auge blickt nur Blumen, uralte Bäume und subtropische Pflanzen.
Am Brunnenwasser können sich erhitzte Besucher ein wenig abkühlen.
Denn im Süden der Insel kann es ganz schön warm werden.


Magic Garden of Madeira

Nahe der Strandpromenade im Süden von Funchal befindet sich der Magische Garten.
Er unterscheidet sich von anderen Blumengärten durch seine themenartig angelegten Bereiche.
Die Touristen sehen im Magic Garden einheimische Pflanzen.
Sowie fremdartige Blumenarten, die andernorts schon ausgestorben sind.

Interessant ist das wissenschaftliche Zentrum mit einem Sternen-Planetarium.
Nach britischem Vorbild hat man hier in der grünen Gartenwelt ein Teehaus errichtet.
Sie können in einer Tea time verschiedene Sorten ausprobieren.
Oder sich am Grillhaus körperlich stärken.


Monte Palace Tropical Garden

An den Berghängen des Dorfes Monte liegt dieser recht vielseitige tropische Gartenanlage.
Neben exotischen Pflanzen und Blumen sehen Sie Teiche und kleine Wasserfälle.
Dort schwimmen Enten, bunte Fische und Pfauen.
Die Vegetation zeigt Pflanzen aus vielen Ländern. In der Kachellandschaft können Sie einiges
über die Geschichte der einstigen Weltmacht Portugal erfahren.


Jardim Municipal

Mitten in der Hauptstadt Funchal befindet sich einer der schönsten Blumengärten von Madeira.
Genießen Sie die roten Rosen, die grünen Sträucher, die Springbrunnen,
die dicken Bäume und die Kunstwerke von Bildhauern.
Dazwischen immer wieder kleine Teiche.
Auf denen Wasservögel gemütlich daher schwimmen.
Bei guter Zeit finden im Stadtpark von Funchal Konzerte und Ausstellungen statt.


Weitere empfehlenswerte Blumenanlagen und Parks auf Madeira

Quinta Jardins do Imperador (Kaisergärten)
Parque de Santa Catarina
Quinta Palmeira

 

Madeira-Reiseführer:
Mehr Infos zur Wander- und Blumeninsel

 

Wandern auf Madeira
Auf der Blumeninsel finden Sie eine Reihe von guten Wanderwegen.
Im Flachland führen sie an Bewässerungskanälen (Levadas) entlang.
Interessanter sind aber wohl die Höhenwanderwege, hinauf auf die grünen Berge.
Weil man von dort eine schöne Aussicht hat auf Küstenorte,
Fischereihäfen, Kreuzfahrtschiffe und auf den blauen Atlantik.

Der Pico Ruivo (Königsberg) ist mit 1.862 Metern die höchste Erhebung der Insel.
Dort oben steht ein Restaurant. Sie stärken sich von den Anstrengungen des Aufstieges.
Wenn Sie konditionell gut drauf sind:
Dann gehen Sie über den Höhen-Panoramaweg.
Dabei erreichen Sie die 3 höchsten Berge von Madeira.
Die Tour ist nur 6 km lang. Geht aber ganz schön in die Beine.
Die reine Wanderzeit liegt bei 3,5 Stunden.

Deutlich länger (18 km) ist die so genannte Königstour über die Kammlagen
der höchsten Berge. Dabei blicken Sie manchmal in Richtung Inselnorden,
manchmal in den trockenen Süden. Sie kommen an Hütten vorbei,
wo Sie verschnaufen und etwas essen können. Die Königstour geht über 6 Stunden.

Quellen-Wanderung durch den Märchenwald Rabacal von Madeira:
Wenn man bei dieser Tour die Landschaft betrachtet, fühlt man sich zurückversetzt
in die Zeit geheimnisvoller Wälder in Grimms Märchenbüchern.
Überall sieht man Farne, Flechten und Feuchtbiotope.
Dann wieder ein Wasserfall, Erikablumen und dicke Felsbrocken auf dem Boden.

Man hat das Gefühl als könne jeden Moment eine gute Fee oder eine böse Hexe
hinter einem Baum hervorspringen.
Doch keine Angst: Böse Geister und größere Raubtiere gibt es keine auf Madeira.
Nur wenige Menschen kommen hierher.
Die unberührte Natur des Märchenwaldes steht unter Naturschutz.
Die 25 Quellen im Waldgebiet bilden den Haupt-Wasservorrat der Insel.

Eine der längsten Wanderungen führt im Norden von Madeira durch den
so genannten Laurazeenwald – ebenfalls ein Naturpark.
Auf dieser Tour sehen wir Lorbeerbäume, Mahagoni-Bäume, Palmen,
Orchideen und eine reichhaltige Vogelwelt.
Wir passieren einen Tunnel. Erreichen mehrere Wasserfälle.
Die Wege sind gut beschildert. Wenn man sich daran hält, wird man sich nicht verirren.

Weitere interessante Trekkingtouren führen durch duftende Eukalyptus-, Lorbeer-
und Kastanienwälder. Da es meist nicht so hoch hinauf geht, liegt der Schwierigkeitsgrad
der Strecken bei leicht bis mittelmäßig.

An der Nordküste von Madeira führt ein 14 km Weg direkt an den Klippen
der Atlantikküste entlang. Im Osten erhalten Sie beim Wandern Einblick
in die Vulkanlandschaft von Madeira.
Genau wie auf den Kanaren-Inseln Teneriffa, Lanzarote, Gran Canaria
und Fuerteventura fanden in vergangenen Jahrhunderten auf Madeira
immer wieder heftige Vulkanausbrüche statt.
Diese prägen das Landschaftsbild der Blumeninsel heute noch.


Was braucht der Urlauber zum Wandern auf Madeira?

Auf jeden Fall einen Sonnenschutz für Gesicht und evtl. Beine.
Für die Berge brauchen Sie hohe Wanderschuhe. Damit Sie nicht umknicken.
Im Rucksack haben Sie etwas zu Essen dabei.
Denn mit der Verpflegung entlang der Wanderwege ist es oftmals nicht so gut bestellt.
Nehmen Sie eine Wasserflasche mit.
Rechnen Sie vor allem im Norden von Madeira mit gelegentlichen Regenschauern.

 

Zu Besuch in der Fenchelstadt
Als die ersten Portugiesen an der Südküste von Madeira so viel Fenchel sahen,
nannten sie die erste Siedlung Funchal.
Wie überall in katholischen Ländern, sind in der Stadt etliche Kirchen und Kathedralen
zu besichtigen. Um Madeira zu verteidigen, legte Portugal Festungen an.
Auch die können Sie betreten.

Die Insel wurde weltbekannt durch den Madeirawein. Sie können Kellereien besuchen.
Wie zum Beispiel die Adegas de Sao Francisco. Oder die Old Blandy Wine Lodge.
Auf Madeira werden pro Jahr 5 Millionen Flaschen Wein abgefüllt und exportiert.

Bummeln Sie über den Bauernmarkt von Funchal.
Überall duftet es nach Blumen, Rosen, Kamelien und Azaleen.
Probieren Sie einheimisches Gemüse, baumfrische Bananen, Tomaten, frischen Fisch
und Papaya. Doch Sie müssen kein Vegetarier sein.
Zu den Spezialitäten der Insel gehört der Espada (Degenfisch)
und mit Knoblauch gewürzte Fleischspieße.

Auf Madeira können Sie das ganze Jahr über Urlaub machen.
Wenn Sie zufällig in der Karnevalszeit her kommen, können Sie in Funchal einen Umzug erleben.
Die Aufmachung der Samba-Tänzerinnen erinnern ein wenig an den Karneval in Rio.
Die nur leicht bekleideten Frauen tragen verrückte Sträuße auf dem Kopf

 

Was machen Madeira-Urlauber sonst noch?
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Wassersport zu treiben.
Nehmen Sie an Ausflügen teil,  hinaus auf den Atlantik.
Sie können Delfine und vielleicht auch Wale sehen.
In der Seilbahn von Funchal haben Sie schönen Ausblick auf die Südküste.

Madeira liegt keineswegs am Ende der Welt.
Die Touristenströme sind nicht so gewaltig wie auf den Kanaren
oder auf dem spanischen Festland.
Dennoch gibt es in Funchal, mit seinen 100.000 Einwohnern, zahlreiche Bars.
Wo teilweise bis morgens um 7 abgefeiert wird.
Die Einheimischen legen sich am Abend schlafen.
Um für das Nachtleben nach 2 Uhr gut gerüstet zu sein.

 

Wie kommen wir nach Funchal?
Madeira liegt 1.000 km westlich von Portugal.
Deutlich näher an Nordafrika als an Europa.
Die Flugzeit von Deutschland aus beträgt ca. 4 Stunden.

Hier ein paar Fluggesellschaften mit Direktflügen im Überblick:
München – Funchal: mit TAP Portugal
Düsseldorf – Funchal: mit Condor oder Air Berlin
Hamburg – Funchal: mit Germania
Berlin, Stuttgart, Hannover: mit Lufthansa
Stuttgart: Condor oder Lufthansa
Köln/ Bonn – Funchal: mit Austrian Airlines oder TUIfly

Interessenten können die Webseite der Airlines aufschlagen.
Oder sich nach Sonderkonditionen bei einer Flug-Vergleichsseite
wie Expedia.de, Momondo oder Skyscanner erkundigen.

 


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