Kölle Alaaf – auf zur Kölner Fassnachts-Veranstaltung

Clown beim Kölner Karneval

Was bietet die Kölner Fassnacht?

Köln ist eine der drei Fastnachts-Hochburgen in Deutschland. Hier ein Überblick der Veranstaltungen in der Rhein-Metropole über Weiberfasching bis zum Rosenmontags-Umzug.

 

 

 

Kölner Karnevalssitzungen
Schon in der Zeit gleich nach Weihnachten finden in den großen Hallen von Köln
etliche Fassnachts-Veranstaltungen statt. Die Stunde der Komiker hat geschlagen.
In wortgewaltigen oder komischen Büttenreden bringen sie das Publikum zum Lachen.

Aufgelockert werden die Prunksitzungen von Tanzgruppen, Kölner Musikbands
und der Aufforderung zum dreifachen Kölle Alaaf.
So mancher Karnevals-Schlager ist schon längst zum Klassiker geworden:
Mer losse de Dom in Kölle, Supergeilezick, Kölsche Jung, Echte Fründe,
Schenk mir dein Herz werden immer wieder gespielt.
Es herrscht Partystimmung wie auf Ibiza oder Mallorca.

 

Kölner Weiberfassnacht
Auf dem Alten Markt (linkes Rheinufer) beginnt um 11.11 Uhr die heiße Hochzeit
des Faschings. Das Kölner Dreigestirn (Prinz, Jungfrau und Bauer) und der Herr
Oberbürgermeister läuten bei einer Open-Air-Veranstaltung den Karneval feierlich ein.
Nicht mit „Ogezapft ist“, wie auf dem Münchener Oktoberfest.
Sondern nach alter Tradition, mit einem lautstarken Kölle Alaaf.

An „Wieverfasteloveend“ findet der erste große Umzug findet.
Die Menschen in Karnevalskostümen feiern ausgelassen.
So als würde schon morgen die Welt untergehen.

Kölsch-Wirte reiben sich die Hände.
Vor allem Frauen und Mädchen sind an Weiberfassnacht außer Rand und Band.
Denn heute ist ihr Feiertag.
Mit der Scheren bewaffnet, beschneiden sie so manchen Schlips.

Am Weibertag findet im Zelt ein Kölschfest statt.
Viva Colonia, die Jecken sind los!
Bei den Partys heizen echt Kölscher Bands dem trinkfreudigen Volk kräftig ein.

Schon kurz vor Weiberfassnacht reisen viele Menschen aus nah und fern in die Domstadt.
Frühmorgens sind die Züge der Deutschen Bahn voll mit närrisch kostümierten Frauen,
die schon bei der Anfahrt dem Sekt kräftig zusprechen.
Es hüte sich, wer an diesem Morgen mit einer Krawatte ins Büro fährt.

 

Rot-weiße Narrenzeit:
Umzüge und Kölschfeste am Wochenende
Kölschpartys in großen Festzelten gibt es ab Weiberfastnacht jeden Tag.
Die Kultband Höhner dröhnt ihr „Viva Colonia“ – die Nationalhymne der Kölner.
Auch andere Stars der Kölner Szene treten auf, wie Bläck Fööss und Kasalla.
DJs legen Karnevalslieder auf. Der goldene Gerstensaft fließt in Strömen.

Am Freitag zieht der Sternmarsch durch die Stadt.
Die Narren tragen Masken oder malen sich die Gesichter schwarz an.
Alles was früher verboten war, hat Tradition in Köln.
Nach dem Sternen-Umzug wird in den Lokalen weiter getrunken und gefeiert:
In der Altstadt, in Köln-Süd und im Studentenviertel.

Die Narren singen typisch Kölsche Fassnachtslieder. Man trinkt alles durcheinander:
Wein, Bier, Jägermeister und Schnaps. Alles egal! Denn heute ist Karneval.
Und so jung kommen wir Narren gewiss nicht mehr zusammen.

Die Party-Veranstaltungen am Karnevals-Samstag heißen Allemannsjeck,
Joldfever (zu Deutsch: Goldfieber) und Kölle Ahoi.
Beim letzteren wird sogar auf dem Rhein gefeiert.

Am Sonntag gehen die Kölschfeste weiter.
Von Ruhe und Müdigkeit noch keine Spur.
Es gibt eine Karnevalsparty für Jugendliche.
Die Stadtteile veranstalten am Sonntag ihre Umzüge.
Kostümierte Schulgruppen werden aktiv.
Im Fußballstadion des FC Köln treten Live Bands auf.
Noch wird kein Gedanke an den Rosenmontag verschwendet.
Die Jecken feiern das Hier und Heute. Denn Aschermittwoch ist alles vorbei.

 

Rosenmontags-Veranstaltung in Köln
Den Höhepunkt der fünften Jahreszeit bildet der Straßenkarneval am Rosenmontag.
Der kilometerlange „Zoch“ besteht aus mehr als 150 Wagen.
Dazwischen laufen Fußgruppen. Vor allem Fanfarenzüge und Mädchen-
Tanzgruppen (Samba) – in kecken Kostümen und Dreispitz-Hüten.
Die Kapellen spielen bekannte Karnevalsmelodien.
Die Devise lautet: Lachen, Feiern, Singen, Tanzen, Schunkeln.

Auch das Kölner Dreigestirn lässt sich beim Rosenmontagszug nicht lumpen.
Der Prinz trägt eine goldene Krone. Die Jungfrau blonde Zöpfe.
Auch der Bauer ist keineswegs schlicht gekleidet.

Von den Wagen fliegen Handküsse, Bonbons, Schokolade, Popcorn,
Pralinen, Chipstüten, Luftballons und Blumensträuße.
Dem Publikum werden alkoholische Getränke gereicht.
Das Fernsehen ist auch da. Der allgemeine Schlachtruf lautet: Kölle Alaaf.

Auf den Umzugswagen werden Politiker und andere Prominente verkohlt.
Mit witzigen Sprüchen und ulkig zurecht gebastelten Köpfen.
Egal wie mies das Wetter ist: dieses Spektakel lässt sich kein echter Kölner entgehen.

Aus ganz Deutschland, aus Holland, Belgien und Luxemburg kommen Besucher
in die Domstadt gereist, um den stimmungsvollen Umzug live mitzuerleben.
Alle haben ein buntes Kostüm an oder eine Pappnase.
Die Backen sind mit roten Herzen bemalt. Perücken haben Hochsaison.
Insgesamt sind an diesem verrückten Tag eine Million Menschen auf den Beinen.

 

Tipps zum Besuch des Kölner Karnevals
Wer noch nie da gewesen ist, sollte ein paar Ratschläge beherzigen.
Damit das Ganze ein echter Spaß wird. Und kein Nachspiel hat.

Fangen wir mit dem Alkohol an.
Dass man nach der Zecherei nicht Auto fahren darf, sollte klar sein.
Ist das Hirn erst mal benebelt, benimmt sich so mancher Zeitgenosse wie ein Kind.
Das sollte man tunlichst vermeiden.
Die Hauswand ist keine Toilette. Niemand wird erfreut sein,
wenn Sie andere Karnevalisten belästigen, verspotten oder anpöbeln.

Ein angenehmeres Thema ist das Karnevalskostüm.
Viele Narren wollen an Fassnacht mal jemand anders spielen.
Die Kölner Jecken verkleiden sich als Prinz, Prinzessin, Dracula, Hexe, Seeräuber,
Hure, Krankenschwester, Eulenspiegel, Märchengestalt oder als irgendein Tier.

Hier gilt es Phantasie zu beweisen.
Mit einer gelungenen Verkleidung heimsen Sie anerkennende Blicke ein.
Das macht gute Laune. So kommt man auch leichter mit anderen Narren ins Gespräch.

Seit einiger Zeit gibt es bei allen öffentlichen Auftritten ein ernsthaftes Problem.
Viele Menschen sind schnell zur Hand, mit dem Smartphone
von anderen Narren Bilder oder Filme zu machen.
Wenn Sie nicht wollen, dass Sie demnächst bei einem YouTube-Video
sturzbetrunken eine komische Figur abgeben:
Dann achten Sie am Karneval auf Ihre Bewegungs-Choreografie.

Küssen ist an der Kölner Fassnacht in einem gewissen Rahmen erlaubt.
Solange Sie die Grenzen des Anstandes (schreckliches Wort!) nicht verletzten.
Das bedeutet: unaufdringliches Flirten ist okay.

Rote Lippen, Mundinnenraum, schöner Busen und die nackten Beine
einer fremden Frau sind am Karneval tabu.
Es sei denn, es ist erkennbar, dass ein Kölsches Mädchen gern auf dieses Spiel eingeht.
Ein kurzer Schmatzer auf Backe, Ohrläppchen oder Stirn hingegen
kann die Stimmung durchaus heben.

So mancher hat sich beim Karneval in Köln, Mainz oder Düsseldorf schon etwas geholt.
Damit meine ich nicht das blaue Auge, den Führerscheinentzug, die Alkoholvergiftung
oder den Virus einer Erkältungsgrippe. Sondern das berühmte Kuckucksei.

Mit Sex am Karneval sollte man extrem zurückhaltend sein.
Auch wenn so manches nackte Mädchenbein eine echte Versuchung darstellt.
Wenn Sie demnächst keine Alimente zahlen wollen,
dann stecken Sie wenigstens Kondome ein.

Der Zug fährt vorbei. Natürlich will man nach vorn drängeln.
Damit man einen guten Ausblick hat.
Denken Sie aber auch an kleinere Menschen und Kinder.
Auch die wollen etwas sehen.
Rücksichtsvolles Benehmen ist auch in der verrückten Karnevalszeit angesagt.

Große Menschenansammlungen sind eine große Verlockung für Diebe und Räuber.
Nicht jeder geht zum Umzug, um Kölle Alaaf zu schreien.
Gerade zum Zeitpunkt der Unachtsamkeit schlagen sie zu.
Achten Sie also auf Schmuck, Geldbörse, Autoschlüssel und sonstige wertvolle Sachen.

Eine Sache noch, die mir als zufälligem Passant einmal sehr unangenehm aufgestoßen ist.
An Weiberfassnacht haben junge Leute Bierflaschen wuchtvoll auf die Straße geschmissen.
Ich finde: da hört der Spaß auf. Zwar kommt am nächsten Tag die Straßenreinigung.
Bis dahin kann sich jemand am scharfen Glas verletzen.
Stellen Sie leere oder kaputte Flaschen doch irgendwo ab, wo sich keiner dran weh tut.

 

Anreise nach Köln
Da an den närrischen Tagen wohl Alkohol im Spiel ist, verbietet sich eigentlich eine Autofahrt.
Zumal in dieser Zeit in der Domstadt totale Parkplatznot herrscht.
Nur wenn Sie nach der Feier im Hotel übernachten, ist die Anreise per Pkw möglich.

Viel angenehmer finde ich es, mit der Deutschen Bahn nach Köln zu reisen.
Als Vielfahrer können Sie mit der Bahncard 25 oder Bahncard 50 die Hälfte
bzw. ein Viertel des Fahrpreises einsparen.

Am einfachsten ist es, wenn Sie in Nordrhein-Westfalen leben.
Die DB Regio setzt an Weiberfastnacht und Rosenmontag im Nahverkehr
viele Sonderzüge ein. Damit gehen Sie jedem Risiko aus dem Weg.
Wer weiter weg wohnt, sollte sich vielleicht mit einer Übernachtung anfreunden.

 

Günstige Unterkunft zur Kölner Fassnacht finden
Wer ein preiswertes Hotelzimmer haben möchte,
sollte sich frühzeitig auf die Suche machen.
Zum Beispiel über das Internet, bei Booking.com oder Expedia.
Denn kurz vor dem Kölner Karneval ziehen die Preise gehörig an.
In der Faschingszeit bieten auch Privatleute recht billige Wohnungen an.

Ich habe mich selbst auf die Suche gemacht.
Es ist kurz vor Weihnachten. Vielleicht schon ein wenig zu spät.
Hier das Ergebnis meiner Recherche nach Hotelzimmern in Köln:

Im Hotel Santo kostet die Übernachtung 79 Euro.
Zentral gelegen. Nur wenige Minuten vom Kölner Dom, vom Bahnhof und vom Rhein entfernt.
Für denselben Preis gibt es ein Zimmer im Hotel Wydnam Köln. Beides sind 4-Sterne-Hotels.

In die billige Preiskategorie fallen die Hotels Königshof und Centro Hotel Central am Dom.
Für 42 bzw. 45 Euro. Beide haben 3 Sterne.

Bei Expedia habe ich nur hochpreisige Hotels gefunden.
Das günstigste ist das Callas Hotel am Dom mit 80 Euro.
Das Hilton verlangt 102 Euro die Nacht. Das Senats-Hotel 130 Euro.
Dorint und Hotel Excelsior liegen mit 170 Euro jenseits von Gut und Böse.

Wer günstiger übernachten will, muss also entweder ein 3-Sterne-Hotel wählen.
Eine Privatpension. Oder ein Hotel nicht im Zentrum, sondern an der Peripherie von Köln.

 


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