Herbstliche Wandertouren in Wales

Wandergruppe in den Bergen von Wales

Wandern und Natur erleben in Wales

Wales liegt im Südwesten der britischen Hauptinsel – zwischen England und Irland.
Es ist ein raues, wildes Land mit vielen
schönen Wanderrouten.

Wales ist ungefähr so groß wie Rheinland-Pfalz. Hat nur 3 Millionen Einwohner.
Aber 10 Millionen Schafe.

 

Am bekanntesten ist der Snowdonia-Nationalpark.
Aber auch sonst hat Wales für Wanderfreunde einiges zu bieten:
Küstenwege, Klippen, Heidelandschaften, Wasserfälle, Berge
grüne Wiesen und historische Ruinen.

Die schönste Jahreszeit zum Trekking in Wales ist der Herbst.
Ich werde Ihnen nun 4 Touren in Wales vorstellen:

 

Wander-Trails im Brecon Beacons Nationalpark
Viele Wanderfans und Naturfreunde vom Kontinent halten ihn für den schönsten
Nationalpark in Wales. Der Brecon Beacons liegt im Süden des Landes.
45 km nördlich der Hauptstadt Cardiff. Direkt an der Grenze zu England.

Wenn Sie von London aus anreisen, sind es 250 Kilometer.
Die Fläche des Wandergebietes beträgt 80 mal 20 Kilometer.

Viel Natur, aber nur wenige Menschen.
Der Brecon Beacons Nationalpark ist ein Paradies für ruhesuchende Urlauber.
Beim Wandern, Reiten und Radfahren kann man unsere hektische Zeit vergessen.
Bei mehrtätigen Wanderungen dürfen Sie im Park das Zelt aufschlagen.

Im Brecon Beacons finden wir mehrere Gebirgslandschaften.
Eine davon sind die Black Mountains.
Dazwischen liegt immer wieder flaches Land. Dort lässt es sich gemütlich radeln.

Der Nationalpark besticht durch seine romantische Schönheit.
Das Hochland ist teils sumpfig, teils mit Heidekraut bewachsen.
Immer wieder können Sie sich zwischen Bergen, Hügeln und Tälern
an Wasserfällen ausruhen. Auf den Bergweiden grasen Schafherden.

Wer aufmerksam an steilen Felsen vorbei marschiert, wird hier oder da Spalten bemerken.
Die führen zu Höhlen, wo einst die Steinzeitmenschen Schutz suchten
vor Tieren und vor den Unannehmlichkeiten des englischen Wetters.

Es hat schon Wanderer gegeben, die sich einen Spaß daraus machten,
in einer solchen Höhle zu übernachten. Dazu muss man sich dick anziehen.
Und eine Stirnlampe oder Kerzen dabei haben.

Beim Trekking in diesem Teil von Wales kommen Sie immer wieder an Dörfern
und kleineren Städten vorbei. In den Pubs von Brecon und Crickhowell erzählen die Alten
Spukgeschichten von Burgen und
keltische Legenden aus längst vergangener Zeit

So seien 2 Wasserfälle des Brecon Beacons Nationalparks dadurch entstanden,
dass verliebte Königskinder, die nicht zueinander finden durften, sich aus Protest
in Sturzbäche verwandelt haben. Und seither in Eintracht nebeneinander leben.

Der Fantasy-Roman „Die Nebel von Avalon“ mit König Artus und Lancelot geht ebenfalls
zurück auf die mystische Landschaft von Südwales.

Der keltische König Artus verteidigte um 500 nach Christus die walisischen Homelands
gegen die aggressiven germanischen Angelsachsen aus dem Osten.
Nach wechselvollen Kämpfen im Mittelalter wurde Wales erst um 1400
endgültig von England vereinnahmt.

 

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Wandern am Great Orme
Vom Süden geht unsere Reise ganz in den Norden von Wales.
Der 207 m hohe felsige Hügel Great Orme liegt auf einer Halbinsel.
Ganz nah an der Irischen See.

Bis hinüber nach Liverpool sind es Luftlinie 60 km.
Nur wenige Kilometer südlich des Great Orme liegt ein anderes Wandergebiet:
Der Snowdon ist mit 1085 Höhenmetern dort ist der höchste Berg in Wales.

Am Great Orme stehen dem Aktivurlauber verschiedene Wanderwege zur Verfügung.
Er kann in niedrigem Gelände um das Hügelplateau herumlaufen.
Oder er marschiert den Berg hinauf. Beides ist eine relativ leichte Übung.

Dennoch ziehen viele Wales-Reisende es vor, mit dem Auto, der Straßenbahn
oder den Seilbahn hinauf auf den Great Orme zu fahren.
Für Rentner oder körperlich versehrte Urlauber ist das sicher eine gute Option.

Auf der Hochebene angekommen, können Sie sich in einem Restaurant stärken.
Im Laden können Sie sich mit Souvenirs eindecken.
Sie finden einen Fotoshop und eine Minigolfbahn.
Dort oben leben Dutzende Schafe und zottelige Kaschmirziegen.

Nachdem Sie etwas gegessen und getrunken haben, suchen Sie sich
ein geeignetes Plätzchen, um die weite Aussicht zu genießen.

Am Fuß des Berges sehen Sie die lange Seebrücke und die Strandpromenade
des Städtchens Llandudno. Über den Meeresbuchten erheben sich steile Felswände.
Mit dem Fernglas schauen Sie hinüber zur Insel Anglesey –
ein weiteres Wanderparadies in Nordwales.

Im Herbst kann es oben auf dem Great Orme ganz schön windig werden.
Daher sollte man unbedingt eine dicke Strickjacke und lange Unterhosen tragen.
Wer zu dieser Jahreszeit schon mal im Schwarzwald,
auf dem Brocken oder im Allgäu gewandert ist, weiß Bescheid.

Mit 20.000 Einwohnern ist das unaussprechliche Llandudno das größte Seebad von Wales.
Dort können Sie in einem Hotel oder einer Ferienwohnung übernachten.
Wie jedes Seebad in Großbritannien,
hat auch Llandudno eine schöne Strandpromenade.

Überall sieht man hochetagige Häuser aus der Zeit von Queen Victoria.
In den Blumengärten oder am Strand können Sie sich eine Weile entspannen,
bevor die Wanderung weiter geht.

Wir marschieren nun an der Küste entlang.
10 km östlich des Seebades Llandudno liegt die mittelalterliche Kleinstadt Conwy.
Genau genommen sind es zwei Stadtteile: Conwy Bay und Old Conwy.

Genießen Sie die historische Altstadt. Besichtigen Sie die Burg Conwy.
Am Sandstrand können Sie im kühlen Herbst nur noch spazieren gehen.
Oder bei Ebbe Austern aufsammeln.
Die Irische See ist voll von diesen Meeresfrüchten.

 

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Wye Valley
Unsere nächste Trekking-Tour in Wales liegt am Nordrand des Brecon Beacons Nationalpark.
Dort fließt der Wye River durch ein reizvolles Tal: das Wye Valley.
Der Fluss bildet über weite Strecken die englisch-walisische Grenzen.
Auch im Wye Valley hat man schöne Wandermöglichkeiten.

Die Quelle des Wye liegt in den Cambrian-Bergen, im Zentrum von Wales.
Im Süden mündet er bei Chepstow in die Severn-Bucht im Bristolkanal.
Bequemerweise wird man sich für diese Wanderrichtung entscheiden.
So hat man die Möglichkeit, einige Etappen flussabwärts mit dem Boot zu paddeln.

Der Wye River gehört zu den sechs längsten Flüssen in Großbritannien.
Kein Ort im Vereinigten Königreich liegt weiter als 200 km Luftlinie vom Meer entfernt.
Für die Briten ist es ein Leichtes, am Wochenende einen Ausflug an die See zu machen.

Ausgangspunkt der Wanderung durch das Wye-Tal könnte die Ortschaft Llangurig
an der A44 sein. Vielleicht haben Sie die Absicht, die gesamten 220 km von der Quelle
bis zum Meer zu bewältigen. Dazu braucht man 10 bis 12 Tage.
Oder Sie entscheiden sich für kleinere Teilstrecken. Je nach Lust und Kondition.

Das Landschaftsbild im Wye Valley wechselt ständig.
Man kann sich an der schönen Natur gar nicht satt sehen.
Mal sieht man grüne Wiesen, mal Wälder und Berge.
Sie kommen vorbei an Obstfeldern und Mooren.
Immer wieder wird der Fluss durch Felswände eingeengt.

Sie haben die Möglichkeit, sich ein Rad oder ein Pferd auszuleihen.
Wo die Flusslandschaft besonders schön ist, wird man sich für eine Kanu-Tour entscheiden.
In den Black Mountains können Sie klettern,
das Mountainbike quälen oder das Bergwandern genießen.

Besonders zu empfehlen ist das Wye Valley im Herbst.
Die Blätter der Bäume färben sich rot-gold.
Wenn Nebelschwaden über den stillen Fluss ziehen, fühlt man sich fast
wie in der kanadischen Wildnis oder im oberen Ohiotal von Pennsylvania.

Im Wye Valley gibt es etliche Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.
Atmen Sie die Geschichte des Mittelalters ein.
An der Grenze zwischen England
und Wales ging es immer heiß her.
So finden wir etliche Festungs-Ruinen. Zum Beispiel in Tintern.
Das Chepstow Castle ist die älteste ganz erhaltene Trutzburg in Wales.

In Monmouth können Sie die Burg und die malerische Bogenbrücke über den Wye
fotografieren. Vielleicht kehren Sie im Robin Hood Inn ein.
Das ist eine nostalgische Pension mit Pub.
Bei Herbstanfang findet in Abergavenny ein viel besuchter Bauernmarkt
mit lokalen walisischen Produkten statt.

 

Küstenwanderung am Pembrokeshire Coast Path
Nun wird es richtig wild.
Wir wandern an der rauen Atlantikküste entlang – ganz im Südwesten von Wales.
Der Bezirk Pembrokeshire liegt auf einer Halbinsel südlich des St. George’s Kanals.
Genau hier beginnt der Atlantische Ozean.

Von Pembrokeshire aus hat man 70 km Wasserweg bis nach Wexford in Irland.
Ebenso weit ist es nach Cornwall im Süden, nach Bristol im Osten
und zum Snowdon im Norden. So viel zur Geografie.

Die Gesamtlänge der Küsten-Wanderstrecke beträgt 300 km.
Das hört sich viel an. Kein Urlauber ist gezwungen,
die gesamte Distanz in teils unwegsamen Gelände zu bewältigen.

Beim Frühstück sucht man sich auf der Wanderkarte eine Strecke zwischen
5 und 20 Kilometer aus. Hat man genug gesehen,
zieht man nach 1 oder 2 Tagen um in den nächsten Küstenort.

Oder man plant den Wanderurlaub so, dass man den gesamten Fernwanderweg
in Angriff nimmt. Und dabei jeden Abend ein neues Hotel ansteuert.
Bei regnerischem Wetter können Sie die Tour unterbrechen.
Oder mit dem Bus ein Stück weiter fahren.

Das Wandern an der Küste von Pembrokeshire ist nicht ganz einfach.
Sie wandeln zumeist auf schmalen Klippenpfaden.
Mal geht es aufwärts, mal abwärts.
Einsamere Strände wie an dieser Küste werden Sie im ganzen Königreich nicht finden.
Dafür haben sie viel schönere Aussichten als in den meisten Landesteilen von Wales.

Vor der Küste trollen sich Seehunde im Sand.
Noch weiter draußen ziehen Delfine und Seevögel ihre Bahnen.
Besonders für Vogelliebhaber sind die Klippen von Pembrokeshire ein perfektes Reiseziel.
Der Atlantik, die Steilküsten und abgelegene Fischerdörfer bieten erstklassige Fotomotive.

Pembrokeshire bildet eine Symbiose aus grüner Naturlandschaft, steilen Klippen,
blauen Buchten, Blumenwiesen und atlantischer Brandung.
Außerhalb einer Bucht ist es ratsam, die Nacht in einem Hotel oder einer Pension
zu verbringen. Beim Schlafen in freier Natur könnte das Campingzelt
am nächsten Morgen vom Winde verweht sein.

 

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Nachwort
Bevor ich den Artikel beende: kurz noch ein paar Hinweise:
Der Wanderurlaub ist dann besonders schön, wenn man Zeit hat,
die Landschaften von Wales ausgiebig zu genießen.
Bei der Reiseplanung sollte man sich nicht zu große Tagesetappen vornehmen.
Sie wollen doch bestimmt keine Weltrekorde brechen.

Das Klima in Wales ist vor allem im Herbst maritimer und rauer als in Mitteleuropa.
Stellen Sie sich dementsprechend ein.
Knüllen Sie einen wasserdichten Regenmantel zusammen.
Schnallen Sie ihn außen auf den Rucksack.

Damit Sie keine nassen Füße bekommen, sollte man die Wanderstiefel
entsprechend präparieren. Oder sich gleich höherwertige Schuhe kaufen.

Wichtig beim Wandern ist natürlich ein gescheiter Fotoapparat.
Mit einer billigen Digitalkamera für 120 Euro kann man keine wirklich guten Landschaftsbilder
aufnehmen. Die Wasserflasche hat sowieso jeder Wanderer dabei.
Mückenschutz brauchen Sie in Wales keinen.

Eine Sache fällt mir noch ein: In Wales wird nicht nur englisch gesprochen.
In abgelegenen Küstenorten oder Dörfern kann es passieren,
dass die Einheimischen keltisch palavern.
Im Internet (Amazon/ Langenscheidt) finden Sie sicher ein günstiges Mini-Wörterbuch
mit den gängigsten Begriffen, die man so braucht im Urlaub.

 

 


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