Frankreich-Urlaub an der Biskaya

Romantischer Sonnenaufgang im Seebad Biarritz

Urlaub an der französischen Biskaya

Der Golf von Biskaya ist ein Teil
des Ostatlantiks. Er grenzt an Frankreich
und Spanien.

Hier ist ganz anders als an den Urlaubstränden-Stränden von St. Tropez, Nizza, Cannes oder Mallorca. Die Wellen des Atlantik stoßen vielerorts brandend ans Land. Noch viel stärker als Sie es auf dem Bild sehen.

 

Die Biskaya bietet demzufolge gute Wassersportmöglichkeiten.
An der Atlantikküste von gibt es außerdem viel zu entdecken:
Natur, kulturelle Schönheiten und Badeorte.

Tippen Sie bitte auf der Frankreich Karte mit dem Finger oben links auf Brest in der Bretagne.
Das ist die Halbinsel im Nordwesten.
Fahren Sie dann an der 600 km langen Küste hinunter nach Süden, bis nach Spanien.
Genau das ist die Route bei meiner Beschreibung des Biskaya-Urlaubs:
Brest, Nantes, La Rochelle, Bordeaux, Naturpark Gascogne, Biarritz, französische Pyrenäen.

 

Bretagne-Urlaub, Nantes und Saint Nazaire
Nirgendwo sonst in Frankreich ist die keltische Kultur so präsent wie in der Bretagne.
Uralte Steinhäuser, Lieder und Folklore-Veranstaltungen erinnern selbstbewusst
an die keltische Herkunft. Aus Frankreich kommt nichts Gescheites, sagen sie.

Zu den Sehenswürdigkeiten dieser eigenwilligen Region zählen zahlreiche Burgen
und Schlösser aus jüngerer Zeit.
Sowie das Aquarium Oceanopolis und das Seefahrtsmuseum in Brest.

An den Küsten und auf den Inseln rund um die Bretagne können die Urlauber segeln,
im Wind surfen und tauchen. An Land bieten sich Wanderungen und Ausritte an.

Gehen wir etwas weiter nach Süden:
An der Mündung der Loire liegt die Hafenstadt St. Nazaire.
Der Ort dient als französischer Marinehafen. In Saint Nazaire befindet sich eine Airbus-Fabrik.
Sogar ein U-Boot kann besichtigt werden.
Nazi-Deutschland hatte im Kriegshafen mächtige U-Boot Bunker.

Die 20 Strände bei St. Nazaire sind teilweise weit und sandig.
Teilweise bestehen sie aus kleinen Buchten, die von Felsen eingerahmt sind.
Wenn Sie die Loire aufwärts fahren, können Sie mehr als 300 gut erhaltene
mittelalterliche Schlössern (Chateaus) inspizieren. Oder zumindest fotografieren.

 

La Rochelle und Rochefort
Im Raum La Rochelle finden wir dann endlich richtig weite und breite Sandstrände.
Hier können Sie Ihren Frankreich-Urlaub so richtig genießen.
Sie können aber auch viele interessante Bauwerke besichtigen.

Der Alte Hafen von La Rochelle war zu Beginn der Neuzeit Ausgangspunkt
für den französisch-afrikanisch-karibischen Sklavenhandel.
Am Hafeneingang stehen wuchtige Festungstürme aus dieser Zeit.

Vieles in La Rochelle hat mit der See zu tun.
Sie können das Schifffahrtsmuseum besuchen oder das Meeresaquarium.
Zwei andere Wahrzeichen von La Rochelle sind der 70 Meter hohe Laternenturm
und das mittelalterliche Rathaus.

Der Stadt La Rochelle vorgelagert sind die größten Inseln in der Biskaya:
Die Ile d’Oléron und die Ile de Ré. Letztere ist über eine Autobrücke zu erreichen.
Die andere nur über das Wasser.
Zwischen Festland und den Inseln liegt der Golf von Pertuis.

Zur Ile d’Oléron können Sie einen Schiffsausflug machen.
Schauen Sie sich im Vorbeifahren Napoleons Kanonen-Fort Boyard an.
Auf den beiden bewohnten Inseln können Sie an den Stränden entlang wandern.
Und bei Ebbe Muscheln sammeln. Die Bucht von Pertuis d’Antioche eignet sich vorzüglich
zum Segeln, Surfen und Kajak fahren.

25 km südlich von La Rochelle liegt die Kleinstadt Rochefort.
5 km landeinwärts – im Mündungsgebiet der Charente.
Dieses Deltagebiet ist etwas sumpfig. Zum Baden also nicht so ideal.
Dafür hat das vom Sonnenkönig Ludwig gegründete Rochefort
einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Das wäre zuerst einmal die Nachbildung des Schiffes von Marquis de Lafayette.
Mit diesem Segler fuhr er in den Unabhängigkeitskrieg von Amerika.
Dann haben wir das mächtig große Blumen-Gewächshaus, mit roten Begonien.
Interessant ist vielleicht das Marine-Museum.
Und die Docks im Hafen von Rochefort. Dort werden Ozeandampfer gebaut.

 

Weinland Bordeaux und die Silberküste
Wenn wir von Rochefort aus 30 Kilometer nach Süden fahren,
stoßen wir auf die Mündung der Garonne (viertgrößer Fluss in Frankreich).
20 km flussaufwärts liegt Bordeaux:
Das Herz des weltberühmten Rotweines und Weinanbaugebietes.
Machen Sie einen Ausflug in einen Winzerbetrieb.
Testen Sie bei einer Weinprobe verschiedene Sorten des Rotweins.

Die Altstadt von Bordeaux gehört zum Weltkulturerbe UNESCO.
Der Place des Quinconces gehört zu den größten auf dem Kontinent.
Sehenswert ist der Hafen, die Kathedrale und der Botanische Garten.
Wer abends ausgehen will, kann Weinbars, Musikschuppen,
Diskotheken und verschiedene Clubs ansteuern.

60 km nördlich von Bordeaux liegt die Kleinstadt Cognac im gleichnamigen Weinbaugebiet.
Frankreich-Urlauber können hier sehen, wie der weltbekannte Weinbrand hergestellt wird.
Cognac-Produzenten halten Besichtigungen ab.

 

Die Gascogne – das Herzstück von Aquitanien
Der Begriff Aquitanien wird heute kaum noch verwendet.
Bis zum Hundertjährigen Krieg (1453) gehörte diese Provinz zwischen Bordeaux
und der spanischen Grenze zum Königreich von England.
In Aquitanien gibt es sehr attraktive Urlaubsmöglichkeiten.
Vor allem, wenn Sie auf viel Natur stehen.

20 km südlich von Bordeaux beginnt der Naturpark Gascogne.
Ursprünglich wurde das Waldgebiet angelegt als Schutzwall gegen immer weiter
vorrückenden Sanddünen. Heute dient er heute als Naherholungsgebiet.

Sie können mit dem Kanu durch die Flüsse und Seen des Parks paddeln.
Sie können sich ein Pferd ausleihen.
Oder die Wanderpfade durch ausgedehnte Kieferwälder nutzen.
Bleiben Sie besser auf festen Wegen. Denn hier gibt es Sümpfe.

Historisch wertvoll im Naturpark ist das Freilichtmuseum des Gutshofes
aus dem 19. Jahrhundert. Dort sehen Sie, wie die Menschen früher gewohnt
und Brot gebacken haben. Es gibt intakte Wassermühlen mit einer Müllerei.
Sie sehen Ställe von Schafen, Ochsen, Pferden, Schweinen und Rindviehchern.

Die Bucht Arcachon (10 mal 10 km groß) ist eine Reise wert.
Dieser Küstenabschnitt der Biskaya wird kurioserweise Silberstrand genannt (Cote d’Argent).
Der Name kommt von der Färbung des Sandes.
Diese ist entstanden durch die Abschürfungen der Schalen von Muscheln und Austern.
Daher kommt die silbergraue Färbung – so ähnlich wie beim Rheinkies.

Neben den üblichen Bade- und Wassersportmöglichkeiten können Sie in der Arcachon-Bucht
die höchste Sanddüne Europas bestaunen. Sie ist mehr als 3 km lang und 110 m hoch.
Sie können angeln, ein Boot mieten.
Oder sich von einem Skipper zur Insel Banc d’Arguin hinaus fahren lassen.

 

Urlaub im französischen Baskenland
Die Biskaya-Strände von Biarritz liegen nur 20 km vor der spanischen Grenze.
Sofern man in der EU noch davon sprechen kann.
Wenn Sie die Einheimischen fragen, dann ist es überhaupt keine Grenze.
Denn die Basken leben sowohl hier als auch drüben in Spanien.
Ein willkürlich geteiltes Volk, wie die Kurden.

Biarritz und Bayonne sind bei Deutschen und Franzosen sehr beliebte Urlaubsorte.
Dafür sind u.a. die weiten sandigen Traumstrände verantwortlich.
Wir sehen hier kaum Felsen oder Klippen – wie in der Bretagne.

Biarritz hat wohl die schönsten Sandstrände an der gesamten Biscaya.
Bei blauem Himmel und dem Rauschen der Atlantikwellen können Sie abschalten
und den Alltagsstress vergessen. Die Wogen des Meeres sind stark genug zum Wellenreiten.
Sie können Quad fahren. Oder eine Fahrradtour unternehmen.

Wenn man sich bei Google die Fotos von Biarritz anschaut:
Dort ist fast immer der 70 Meter hohe Leuchtturm am Ende des Strandes abgebildet.
Wenn Sie die 250 Stufen hinauf klettern,
haben Sie eine schöne Aussicht auf Biarritz und die See.

Darüber hinaus verfügt der Badeort über zahlreiche Wellnesshotels.
Das haben schon die Kaiser und Könige von Frankreich zu schätzen gewusst.
So wurde vor 170 Jahren aus einem gottverlassenen Fischerort bald der schönste
und beliebteste Urlaubsort im Westen von Frankreich.

Gleich nebenan liegt das Städtchen Bayonne. Allerdings 5 km vom Atlantik entfernt.
Obwohl der Ort deutlich im Schatten von Biarritz steht, könnte sich ein Abstecher lohnen.
Vor allem dann, wenn hier Volksfeste stattfinden.
Wie das berüchtigte Stierrennen. Oder die Stierkämpfe in der Plaza de toros.
Ja, das gibt es tatsächlich in diesem leicht spanisch geprägten Teil von Frankreich.

Kulturell hat Bayonne einiges zu bieten:
Das Baskenland-Museum, eine altehrwürdige Kathedrale.
Sie können aber auch Golf spielen. Oder an der verträumten Adour entlang spazieren.

Auch südlich von Biarritz finden wir noch schöne Urlaubsstrände.
Zum Beispiel in Saint-Jean-de Luz und in Hendaye.
Wellensurfer schätzen die strammen Biskaya-Winde im Raum Biarritz, San Sebastian
und Bilbao. Die Grenze nach Spanien ist offen. Sie können ruhig mal hinüber pendeln.

Fährt man von der Grenzstadt Hendaye aus nur wenige Kilometer landeinwärts:
Dort beginnen schon die franzöischen Pyrenäen.
Die Berge erreichen sehr bald Höhen von über 2.000 m.
50 km vom Atlantik entfernt steht schon einer der höchsten Berge:
Der Port de Canfranc (3.400 m).
Theoretisch können Sie also Berge und Meer gleichzeitig genießen.

Im Juli kommt die Tour de France durch die Pyrenäen.
Außerdem verläuft hier bei St-Jean-Pied-de-Port der Jakobsweg von Frankreich
hinüber ins spanische Santiago de Compostela.
Die Pilger haben noch 2 bis 3 Wochen zu marschieren,
bis sie an der Wallfahrtstätte ankommen.

 

Freizeit-Aktivitäten an der Biskaya
Das Wasser des Atlantik ist logischerweise nie so warm wie das Mittelmeer.
Dennoch nutzen viele Menschen aus Frankreich und Europa die Möglichkeit,
hier die Sommerferien zu verbringen.

Bei angenehmen Sommertemperaturen gehen sie an den Stränden schwimmen.
Sie tauchen vor der Küste. Sie schnorcheln, sie angeln, sie segeln.
Sie fliegen durch die Lüfte (Parasailing).
Und sie tanken in der salzigen Luft neue Lebenskraft.

Aber auch abseits vom Meer finden sich etliche Unterhaltungsmöglichkeiten.
Viele Gegenden sind flach genug zum Radfahren.
Die auf der Frankreich-Karte grün eingezeichneten Flecken sind Naturparks.
Sie finden an der Biskaya geschichtsträchtige Städte.
Wo es leckere französische Spezialitäten gibt.
Von den Weingebieten um Bordeaux habe ich ja schon geschrieben.

An der Biskayaküste bekommen Sie alles zu essen, was das Meer her gibt:
Fisch, Trüffeln, Austern, Garnelen, Sardinen, Muscheln, Kaviar, Meeresfrüchte, Sardellen.
Aber auch Entenbrust, Hähnchen und Hausmacher-Eintopf.
Und nicht zu vergessen:
Zu jeder Mahlzeit gibt es Baguette und die unvermeidliche Flasche Rotwein.

 

Anreise zur französischen Atlantikküste
Zuerst noch kurz ein paar Worte zu den klimatischen Verhältnissen.
Im Norden der Biskayaküste ist es im Sommer ungefähr so wie in Süddeutschland.
Der Atlantik kann auch schon mal Niederschläge bringen.

Je weiter man sich der spanischen Grenze nähert, desto trockener und wärmer wird es.
In Biarritz klettert das Quecksilber deutlich über die 25 Grad.
Im Hochsommer purzelt öfters mal die 35 Grad-Marke.

Anreise von Deutschland aus:
Die Deutsche Bahn bietet von Köln, Stuttgart, Frankfurt und München aus
Direktverbindungen nach Paris. Mit dem ICE dauert das gut 3 Stunden.
In Paris müssen Sie umsteigen.
Je nachdem, wo Ihr Ferienort liegt, nehmen Sie den Schnellzug nach Bordeaux oder Nantes.
Von da aus geht es mit der Regionalbahn weiter zum Urlaubsort.

Mit dem Auto haben Sie gepäckmäßig natürlich andere Möglichkeiten.
Sie können so viel einpacken wie in den Kofferraum geht.
Sie nehmen die Autobahn über Paris oder weiter südlich über Lyon.
Für die Bretagne wäre Paris günstiger. Für Bordeaux und Biarritz wohl eher Lyon.

Am schnellsten sind Sie mit dem Flieger in Westfrankreich.
Die Air France fliegt zur Zeit von Düsseldorf, Frankfurt und München aus direkt nach Biarritz.
Easyjet hat Flugverbindungen von Berlin direkt nach Bordeaux.
TUIfly fliegt von Hamburg direkt nach Toulouse.
Entsprechende Angebote können Sie bei den Gesellschaften
oder bei Online-Flugportalen wie Skyscanner einsehen.

Da alljährlich Tausende Urlauber hier ihre Auszeit nehmen,
gibt es an der gesamten Biskayaküste natürlich viele Hotels.
Wenn Sie lieber Ihre Ruhe genießen wollen:
Dann mieten Sie sich eine Ferienwohnung.
Auch die sind reichlich vorhanden am Atlantik.

 


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