Ferienhaus buchen: Schutz gegen Betrüger

Abzocke durch angebliche Ferienhaus-Vermieter

Viele Urlaubsreisende ziehen es vor, die Ferienzeit nicht in einem teuren Hotel zu verbringen.
Sondern eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus (spanisch: Finca) zu buchen.
Das hat gewisse Vorteile: man hat mehr Ruhe, ist unabhängig von festen Essenszeiten.
Man kann ausschlafen wie man Lust hat.

Doch beim Buchen des Ferienhauses auch auf seriösen Internet-Portalen wie Fewo-direkt,
TripAdvisor oder Airbnb ist durchaus Vorsicht geboten. Betrüger lauern überall.
Sie versuchen – mit teilweise sehr günstigen Lockangeboten –
den Urlaubern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Meist ist es so, dass gutgläubige Menschen leichtfertig eine Anzahlung überweisen.
Womöglich sogar den vollen Preis im Voraus.
In der Annahme: das wird schon stimmen.
Schließlich wurde das Ferienhaus auf einem bekannten Internetportal inseriert.
Wie die Gauner vorgehen und wie man sich gegen Abzocke schützen kann:
Das erfahren Sie hier in diesem Bericht.

 

Die Maschen der Ferienhaus-Betrüger

Private Vermieter aus dem Ausland
Von denen geht die größte Gefahr aus.
Wer sich mit solchen Zeitgenossen einlässt (womöglich noch außerhalb der EU),
sollte wissen, was er riskiert. Nicht selten tauchen sie nach erfolgter Zahlung einfach ab.
Wer ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung sicher buchen möchte,
sollte dies über das Reisebüro oder über ein glaubwürdiges Internet-Portal tun.
Einen Vermittler also, der im Schadensfall greifbar ist.
Und regresspflichtig gemacht werden kann.


Dubiose Angebote

In manchen Fällen existiert die Immobilie tatsächlich.
Bildhübsch steht sie auf dem Bild da, in Strandnähe auf Mallorca oder an der Ostsee.
Doch der Besitzer hat keineswegs vor, ein Zimmer an Urlauber zu vermieten.
Er weiß gar nichts davon, dass sein Haus im Internet als Feriendomizil angeboten wird.

In anderen Fällen steht an der angegebenen Stelle überhaupt kein Haus oder Bungalow.
Das sind die dreistesten Fälle. Der Betrüger vertraut auf Leichtsinn und Dummheit des Buchers.
Und schon kann er sein Geld einstecken.
Bei dieser Masche werden falsche oder geklaute Fotos benutzt,
die online kinderleicht stehlen kann.


Schnelle Überweisung

Jeder Betrüger steht irgendwie unter Zeitdruck.
Nach ihren Vorgaben muss die Buchung blitzschnell geschehen.
Damit sie nicht gefasst werden können.
Daher verlangen sie die Vollzahlung oder Teilzahlung der Miete im Voraus.

Angeblich sind sehr viele Interessenten für dieses günstige Projekt vorhanden.
Als Gegenleistung für den Schnäppchenpreis verlangen sie eine zügige Zahlungsabwicklung.
Wenn Sie auf ein solches Angebot stoßen, sollten Sie misstrauisch werden.


Bargeldzahlung

Eine weitere Masche, um die Identität der Ferienhaus-Betrüger zu verschleiern:
Der Geldtransfer soll nicht über ein Bankkonto laufen,
sondern über einen Barzahlungsdienst wie Western Union.
Wenn Sie sich darauf einlassen, können Sie das Geld oft abschreiben.


Spam-Mails

Viele Abzocker warten nicht passiv, bis Urlauber die Fake-Ferienwohnung online finden.
Sondern sie gehen in die Offensive.
Sie verschicken Scheinangebote als Spam-Nachrichten. Und das funktioniert so:

Sie haben bereits im an verschiedenen Stellen im Internet nach einem Ferienhaus
Ausschau gehalten. Sind sich aber noch nicht schlüssig.
Google und diverse Online-Portale haben Möglichkeiten,
Ihre Klicks zu registrieren und zu identifizieren.
Gegen Cash leiten sie die IP-Adresse des Urlaubslustigen zu Anbietern
von Ferienhäusern (echte oder unechte) weiter.

Nun bekommen Sie auf einmal unaufgefordert Post von einem solchen Typen
mit einem supergünstigen Angebot.
Und schon ist die Falle aufgestellt, auf die viele Leichtgläubige hereinfallen.
Mails im Spam-Ordner Ihres Providers sollten Sie grundsätzlich nie öffnen.
Auf nicht angeforderte Angebote niemals eingehen.

 

Vorsichtsmaßen beim Buchen eines Ferienhauses

Nur bei seriösen Vermittlungs-Agenturen buchen
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte nur über vertrauenswürdige Online-Portale
eine Ferienwohnung buchen: Hometogo, Fewo-direkt, Ferienhausmiete.de, Booking.com
und AirBnb usw. Die stehen nicht umsonst bei Google auf den vorderen Rängen.
Sie werden oft angeklickt. Und vermitteln unendlich viele Wohnungen in einer Urlaubssaison.

Solche Ferienhaus-Vermittler haben einen guten Namen zu verlieren.
Sie achten darauf, welche Angebote auf ihrer Webseite aufgenommen werden.
Sie prüfen die Identität der Inserenten.
Und ob die Wohnung wirklich existiert und real zur Vermietung steht.

Große Reiseveranstalter (wie Thomas Cook und TUI) sind ebenso als sicher einzustufen.
Auch die überprüfen, ob es sich beim angebotenen Ferienobjekt wirklich
um eine freie Wohnung handelt. Oder ob dort ahnungslose Privatleute drin wohnen,
die überhaupt nichts vom Missbrauch Ihrer Immobilie durch Betrüger ahnen.

Auch das Reisebüro nebenan wird Ihnen nur solche Wohnungen zeigen,
die in der Vergangenheit schon mehrfach angemietet wurden.


Vorsicht bei Mogelpackungen und schwarzen Schafen

Betrüger umgehen meist die eben genannten Möglichkeiten.
Sie versuchen es auf Kleinanzeigenmärkten (Ebay-Kleinanzeigen, Quoka, Markt.de usw.).

Das sind an und für sich keine schlechten Portale.
Sie können dort günstig Gebrauchtwaren (Bücher, Werkzeug, ältere Computer) erwerben.
Zum Buchen eines Ferienhauses sind sie aber wegen des hohen finanziellen Risikos
total ungeeignet. Denn Kleinanzeigenmärkte kontrollieren nur lasch, was dort inseriert wird.


Kontaktdaten des Anbieters prüfen

Eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen Online-Betrüger
auf dem Ferienhaus-Markt ist sehr leicht umzusetzen.
Auf der privaten Webseite oder auf dem Vermittlungsportal müssen die Kontaktdaten
des Vermieters klipp und klar aufgelistet sein:

Seine postalische Adresse, seine Webseite, Bankverbindung, E-Mail-Adresse.
Die Telefonverbindung und der exakte Standort der Ferienimmobilie.
Natürlich kann das theoretisch alles gefälscht sein.
Und dennoch: wenn einige dieser Angaben fehlen, riecht es förmlich nach faulen Eiern.


Schutz durch sorgfältige Internet-Recherche

Zuerst gibt der Reiselustige den Namen des Vermieters bei Google ein.
Taucht der überhaupt irgendwo auf? Er sucht nach anderen Meinungen.
Gibt es in Foren Erfahrungen oder Bewertungen zu diesem Vermieter?
Ist er berüchtigt für krumme Touren?

Ein weiterer Schritt zu mehr Sicherheit:
Geben Sie die Adresse des Ferienhauses bei Google Maps ein.
Existiert die Straße überhaupt?
Bei Google Earth können Sie anhand von Satellitenbildern kontrollieren,
wie das angebotene Ferienhaus aussieht.

Im Street View Modus sehen Sie:
Liegt die Ferienvilla tatsächlich am Meer?
Oder ist weit und breit nichts wie Steppe, Wald oder Wüstensand?
Ist sie so geräumig wie versprochen? Gibt es einen Pool unter Palmenbäumen?
Ein gepflegter Blumengarten lässt eher auf eine private Nutzung schließen.
Kein normaler Vermieter wird darauf viel Zeit investieren.


Den Besitzer kontaktieren

Wenn Sie auf anonymer Basis ein Ferienhaus buchen, laufen Sie eher Gefahr,
einem Schwindler auf den Leim zu gehen als wenn sie ihm gründlich auf den Zahn fühlen.
Ein seriöser Vermieter scheut sich nicht,
seinem Angebot die Telefon-Nummer und die Skype-Adresse hinzuzufügen.

Jetzt haben Sie die Möglichkeit, den Typen anzurufen.
Oder sie teilen ihm per Mail mit, dass Sie kurz mit ihm skypen möchten.

Vor dieser Unterhaltung schreiben Sie sich auf einen Zettel, welche Fragen sie stellen möchten.
Fragen zur Raumausstattung, zu Dusche, Balkon, Klimaanlage, Schwimmbecken,
Weg zum Strand usw. Wenn der Vermieter solche Fragen nicht zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet:
Dann suchen Sie sich besser einen anderen.

Ein Ferienhaus, das nur auf dem Papier existiert, hat keinen Pavillon
und keinen Palmengarten. Viele Abzocker nehmen sich noch nicht einmal die Zeit,
sich eingehend mit einer real existierenden Immobilie zu beschäftigen.
Sie wollen nur schnelles Geld machen.
Sie suchen nach Dummies, die ohne Zögern auf ein windiges Angebot hereinfallen.
Für Nachfragen stehen sie nicht zur Verfügung.


Schnäppchen-Ferienhäuser kritisch betrachten

Super Strandlage mit Meerblick, gute Busanbindung, alles neu und top-sauber.
Mit Klimaanlage, Pool, Grillstelle, SAT-TV, Internetanschluss, Sauna.
Mit Whirlpool, Kinderspielplatz und allem möglichen Schnickschnack.

Das klingt doch super. Dazu noch ein traumhaft billiger Preis.
Worauf will man noch warten? Nichts wie zugreifen, bevor die Wohnung vergeben ist.

Doch Halt, meine Herrschaften!
Wenn Sie ein auffallend günstiges Angebot gefunden haben, sollten Sie stutzig werden.
Wieso sollte eine Ferienwohnung in Strandnähe von Rimini oder Ibiza-Stadt
in der Hauptsaison überhaupt billig sein? Eher das Gegenteil ist der Fall.

Die Sache ist ganz einfach: Sie geben bei Google ein: Ferienhaus plus Ort.
Jetzt führen Sie einen Preisvergleich mit ähnlich ausgestatteten Ferienhäusern
am gleichen Reiseziel durch. Machen Sie sich dazu ruhig ein paar Notizen.

In wenigen Augenblicken haben Sie ein betrügerisches Angebot als solches entlarvt.
Dann müssen Sie noch nicht mal mehr anrufen.
Der Gauner – falls überhaupt erreichbar – würde Ihnen was vom Pferd erzählen.
Was für ein gutes Herz er hat. Dass er wohlhabend ist und eigentlich gar nicht
auf Mieteinnahmen angewiesen. Und lauter solchen Müll.


Geld überweisen

Bei einer Vorauszahlung kommt es darauf an,
dass Sie den Akt später jederzeit nachvollziehen können.
Auf keinen Fall sollten Sie Bargeld überweisen (z.B. über Western-Union).
Dann hat der Betrüger Sie am Arsch.
Sie haben keine Chance, das Geld jemals wieder zurückzufordern.

Überweisen Sie die Miete lieber über Ihr PayPal-Konto oder als Lastschrift
über die Hausbank. Auch Kreditkarten sind in einem solchen Fall ungünstig.
Die Höhe einer Anzahlung sollte nicht höher sein als maximal 30 Prozent der Gesamtkosten.

Geldüberweisungen ins Ausland sind grundsätzlich riskanter
als wenn die Buchung über einen deutschen Online-Vermittler für Ferienwohnungen läuft.
Der kann im Betrugsfall eventuell haftbar oder teilhaftbar gemacht werden.
Weil er seine Sorgfaltspflicht beim Checken des Anbieters nicht nachgekommen ist.


Was ist im Schadensfall zu tun?

Sie haben eine Anzahlung oder den Vollpreis bezahlt. Doch dann herrscht plötzlich Funkstille.
Der Anbieter des Ferienhauses ist weder schriftlich noch telefonisch erreichbar.

Das ist ein fast 100%iges Indiz, dass Sie auf einen Betrüger hereingefallen sind.
Wenn es so weit ist, ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen.
Es gibt nur noch geringe Chancen, sein Geld zurück zu bekommen.
Dennoch sollten Sie es versuchen.

Gehen Sie zur Polizei – am Urlaubsort oder schon zu Hause. Stellen Sie Strafanzeige.
Vielleicht lassen sich die Betrüger samt dem verlorenen Geld noch einfangen.
Meist sind sie aber mit allen Wasser gewaschen und haben ihre bereits Spuren clever
verwischt. Bevor sie einige Zeit später mit derselben Masche erneut Urlauber verarschen.

Versuchen, Ihr gutes Geld zurück zu holen. Falls das noch möglich ist.
Bei einer Lastschriftzahlung haben Sie vielleicht gute Karten.
Falls Ihre Bank, PayPal oder wer auch immer noch Zugriff hat auf das fremde Konto.



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