Baltikum-Reisen: schöne Städte an der Ostsee

Rathausplatz im Stadtzentrum von Riga

Zauberhaftes Baltikum

Wenn von Städten an der Ostsee die Rede ist, denken wir nicht unbedingt gleich an Riga oder Tallinn. Sondern wohl eher an Danzig, Kopenhagen, Stockholm und Helsinki.

Dabei sind es besonders die Ostsee-Städte im Baltikum, die mit ihren kulturhistorischen Bauten immer mehr Urlaub aus dem Westen anziehen.

Im Baltikum gibt es neben Riga noch weitere schöne Städte, die einen Kurztrip wert sind.
Zum Beispiel Vilnius, die Hauptstadt von Litauen.
Oder Klaipeda an der Kurischen Nehrung. Auch Tartu, Daugavpils (Dünaburg)
und das Seebad Jurmala gehören zu den Attraktionen der Ostseeküste.
Diese Orte möchte ich Ihnen in einer kleinen Rundreise durch das Baltikum vorstellen.

 

Riga – europäische Kulturhauptstadt mit Charme
Die meist bereiste Stadt im Baltikum ist mit Sicherheit Riga – die Hauptstadt von Lettland.
Um das Jahr 1200 von deutschen Kaufleuten gegründet, war die Hansestadt
schon im Mittelalter ein zentraler Handelsplatz im Baltikum.

Der eisfreie, zentrale Ostseehafen war sehr geschätzt.
So dass im Lauf der Jahrhunderte die Nachbarn Lettlands Riga einnahmen:
Die Polen, Schweden und Russen.
Nur wenige Jahrzehnte lang war das kleine Lettland unabhängig.
Riga ist traditionell eine weltoffene Stadt.
Selbst in düsteren Sowjetzeiten galt es stets als das Tor zum Westen.

Das Stadtbild von Riga ist stark geprägt durch zahlreiche Jugendstil-Gebäude,
aus der Zeit um das Jahr 1900.
Besonders reizvoll sind die Altstadt und die farbenfrohen Giebelhäuser am Marktplatz.
Zu den Sehenswürdigkeiten von Riga gehören das Stadtmuseum,
das Schloss, der Dom und die Stadtparks.

Das Nachtleben der quirligen Ostseestadt spielt sich in unzähligen Bars,
Clubs und Kneipen ab. Viele Kurzreisende aus Mittel- und Westeuropa kommen
mit Billigfliegern übers Wochenende nach Riga.

Als Ausflugsmöglichkeiten bieten sich an der Nationalpark Gauja.
Die Ostseeinseln Hiiumaa und Saareema (Rigaer Bucht).
Ferner das nahe gelegene Ostseebad Jurmala. Und das Barockschloss Jelgava,
wo im Zeitalter der Aufklärung die Herrscher von Kurland residierten.

 

Reisetipps für das Baltikum
Sehenswürdigkeiten, Urlaubsinfos, schöne Naturlandschaften

 

Tallinn – Hauptstadt von Estland
Unsere Baltikum-Rundreise führt uns nun 300 Kilometer nach Norden.
Am Eingang des Finnischen Meerbusens liegt Tallinn – das ehemalige Reval.

Auch Tallinn gehörte im Mittelalter zum Verband Hanse.
Durch einen regen Warenaustausch mit anderen Ostseestädten wurde auch die Hauptstadt
Estlands sehr reich – ähnlich wie Riga, Lübeck, Danzig, Hamburg, Bremen und Brügge.
Dieser Wohlstand lässt sich heute noch erahnen:
An den kunstvoll verzierten Fassaden der alten Stadthäuser.

Trotz einer modernen Skyline scheint die Zeit in Tallinn vielerorts stehengeblieben zu sein.
Die Altstadt mit der wuchtigen Stadtmauer erinnert stark an das Mittelalter.

Bummeln Sie durch die Kopfsteinstraßen von Tallinn.
Machen Sie Fotos vom gotischen Rathaus.
Steigen Sie hinauf auf dessen Aussichtsterrasse.
Dort hat man einen traumhaften Ausblick über Hafen und Ostsee.
Bei klarem Wetter sogar bis an Küste von Finnland.

In Tallinn stehen verschiedene Besichtigungs-Touren zur Auswahl:
Die Türme der Stadtmauer, die Nikolaikirche, der Kanonenturm
und die Newskij-Kathedrale aus der Zarenzeit.

Eine der schönsten Grünflächen des Baltikums ist der Soomaa Nationalpark.
Dort sieht es ähnlich aus wie im Spreewald.
Sie können im Moor wandern oder durch die Gewässer paddeln.

Das Nachtleben in Tallinn ist ähnlich abwechslungsreich wie in Riga.
Die estnische Metropole unterhält ihre Besucher in Nachtclubs, Bars und Discos.
Viel Party erleben Sie im Sommer draußen am Ostseestrand.
Im Kristine Center finden Sie zahlreiche Shops zum Einkaufen:
Bekleidung, Schuhe, Urlaubssouvenirs und Restaurants mit lettischer Küche.

 

Naturerlebnis in Schweden
Nordische Wildnis, schwedische Seen und Wälder

 

Vilnius – Hauptstadt von Litauen
Zu den beliebtesten Reisezielen des Baltikums zählt auch Vilnius –
35 km von der Grenze zu Weißrussland entfernt.
Warum haben sich die Litauer eine Hauptstadt ausgesucht,
die ganz am Rand des Landes liegt? Kaunas wäre doch viel zentraler.

Vilnius (zu Deutsch: Wilna) ist mit einer halben Million Einwohnern die größte Stadt
in Litauen. Als Universitätsstadt war es schon immer das kulturelle Zentrum
dieses osteuropäischen Staates.

Davon zeugen unter anderem auch Dutzende Kathedralen und orthodoxe Kirchen.
Sie finden in Vilnius viele schöne Gebäude aus verschiedenen Stilrichtungen
wie Barock, Renaissance und Gotik.

Das moderne Litauen präsentiert sich zum Beispiel im 150 m hohen Europa Tower (Bokštas).
Er war sehr umstritten. Denn optisch passt er eigentlich gar nicht ins Stadtbild.
Wie es auch sei: von oben her hat man eine Aussicht über die Neris und die Dächer
von Vilnius. Im Westen sieht man einen Nationalpark
und die kilometerlange Seenplatte – zwischen Trakai und Kaunas.

Weitere Sehenswürdigkeiten von Vilnius sind der Turm der Gediminas-Burg,
der Botanische Garten, der Fernsehturm und die Überreste der jüdischen Synagoge.
Dazu der Bernardine-Erholungspark, die Stadttore und das Nationalmuseum von Litauen.

Für Touristen und junge Einheimische ist Vilnius eine ziemlich lebendige Stadt.
Nicht nur wegen der Pubs, Bierkneipen und Musikbars.
Sondern auch wegen zahlreicher Großveranstaltungen.

Das geht schon mit dem Fastnachtsumzug im Februar los.
Es folgen der Unabhängigkeitstag, Modeschauen, Musik-Events,
Folklore-Aufführungen und im Herbst ein Weinfest.

 

Universitätsstadt Tartu (Estland)
Wir kehren wieder zurück ins nördliche Baltikum.
Tartu liegt nicht direkt an der Ostsee, sondern etwas weiter östlich:
Am Peipus-See, 30 km von der russischen Grenze entfernt.

Was so viele Städte im Baltikum auszeichnet, fehlt in Tartu leider komplett.
Die Holzhäuser des mittelalterlichen Stadtkerns fielen im 18. Jahrhundert
einem verheerenden Feuer zum Opfer.

Kulturell hat sich Tartu davon nie wieder erholt.
Einen naturgetreuen Wiederaufbau – wie nach dem 2. Weltkrieg in anderen osteuropäischen
und ostdeutschen Großstädten (Danzig, Breslau) – gab es zu dieser Zeit noch nicht.

Die älteste Stadt im Baltikum gehörte lange zum Königreich Schweden.
Schon vor dem Dreißigjährigen Krieg entstand hier die erste Hochschule Osteuropas.
Auch heute noch gilt Tartu als größte Studentenstadt in Estland.

Eine jung wirkende Stadt also, mit vielen Veranstaltungen und Festen.
Zum Beispiel: der Hansetag, ein Ski-Marathon, ein Rad-Marathon,
Flugtage und im Dezember diverse Weihnachtsmärkte.
Zu den Touristen-Attraktionen zählen die Parks von Tartu, die Szenebars,
die Johanniskirche, die Sternwarte und der Dom.

Ausflugsziele von Tartu aus bilden im Westen der Võrtsjärv-See.
Und im Osten der riesige Peipus-See.
Dort können Sie im Sommer baden, segeln und Wasserski fahren.
Oder lange Uferwanderungen in einer relativ einsamen Natur unternehmen.

 

Jurmala (Lettland)
Unsere Baltikum-Rundreise führt uns zurück an die Ostsee.
Nur wenige Kilometer westlich von Riga liegt der Badeort Jurmala.
Wohl die berühmteste Kurstadt im gesamten Baltikum.
Wellness wird hier ganz groß geschrieben.
In Jurmala findet der Urlauber zahlreiche Heilquellen, Torf- und Thermalbäder.

Die Stadt am Rigaischen Meerbusen verfügt einen fast 10 Kilometer langen
Ostsee-Sandstrand. Im Sommer liegt hier ein Strandkorb neben dem anderen.
Nicht nur Letten, sondern auch Schweden, Finnen und Russen aus Moskau
und St. Petersburg verbringen an diesen schönen Gestaden die Sommerferien.
Eine große Auswahl an Stränden hat Putins Russland wahrlich nicht.
Allenfalls noch die Krim am Schwarzen Meer.

Auffällig am Stadtbild von Jurmala sind neben den Kurhäusern und Kurhotels
die Villen reicher Adeliger aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg.
Viele haben sich hier an der See eine Sommerresidenz bauen lassen.
Oder sind aus dem Hinterland ganz hierher gezogen.
Denn das Klima an der Ostsee ist freundlicher als weiter hinten im Binnenland.

Nicht nur Wellness-Freunde, sondern auch viele Familien verbringen die Sommerzeit gern
in Jurmula. Der Wasserpark „Livu Akvaparks“ bietet den Kindern schöne Spielmöglichkeiten.
In einem Land, das trotz EU-Mitgliedschaft in puncto Lebensqualität
noch einiges vom westlichen Standard entfernt ist.

Für lettische Verhältnisse findet der Urlauber in Jurmala eine ausgezeichnete touristische
Infrastruktur. Abends können Sie in Beach-Clubs, in Bars und Wirtschaften feiern und essen.
Zum Shoppen stehen zahlreiche Geschäfte bereit.
Der Fokus in Jurmala liegt eindeutig am Badestrand.
Wer sich für Sightseeing interessiert, sollte besser ins benachbarte Riga fahren.

 

Klaipeda an der Bernsteinküste (Litauen)
Auch Klaipeda kann zu den schönsten Städten an der Ostsee gezählt werden.
Das Ostseebad Memel – am Nordzipfel von Ostpreußen –
gehörte bis zum Versailler Vertrag (1919) zu Deutschland.
Danach zu Litauen, zur Sowjetunion und seit der Unabhängigkeit wieder zum Staat Litauen.

Klaipeda liegt an den nördlichen Ausläufern des Kurischen Haffs bzw. der Kurischen Nehrung.
Das Haff ist ein Binnenmeer – durch einen schmalen Landstreifen von der Ostsee getrennt.
Die Kurische Nehrung ist von Klaipeda aus ein schönes Ausflugsziel.
Viele Urlauber unternehmen gern Spaziergänge oder Radtouren in den Sanddünen bei Nida.

Was die Region Klaipeda auszeichnet, das ist die weitgehend unberührte Natur.
Nicht nur im Landesinnern, sondern auch an der Bernsteinküste liegen noch viele
einsame Landstriche. Ideal für einen stressfreien Erholungsurlaub mit langen Wanderungen.

Dabei findet man hier und da auch heute noch Bernsteine.
Das „Gold der Ostsee“ wird immer wieder an Land gespült.
Die Strände von Klaipeda sind im Sommer zwar gut belegt.
Aber natürlich nicht so wie in Mallorca, Teneriffa, Antalya oder Rimini.

Zu den Sehenswürdigkeiten von Klaipeda gehört neben den Stränden
die historische Memelburg des Deutschen Ritterordens aus dem 13. Jahrhundert.
Sie können das Segelschiff Meridianas besichtigen.
Beziehungsweise im dortigen Schiffs-Restaurant essen.

Auch das Denkmal „Ännchen von Tharau“ gehört zu den gern besuchten Plätzen
von Klaipeda. Die Volksmusik von Simon Dach besingt die Pfarrerstochter,
die zur Zeit des 30-jährigen Krieges in Memel und Königsberg lebte.

 


Für diesen Beitrag sind die Kommentare geschlossen.